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Umfrage aus der Rosenheimer Innenstadt

Deutsche Rentner zeitweise nach Mallorca „abschieben“ - machbar oder Schnapsidee?

Collage: Rentner am Strand/Claudia aus Rosenheim
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Überwintern auf Mallorca? Für viele ist das keine Option - auch Claudia kann sich das schwer vorstellen.

Der Vorschlag klingt skurril, entsprechend groß war die Reaktion darauf: deutsche Rentner sollen die Wintermonate im sonnigen Süden verbringen, um hierzulande Energie einzusparen. Klingt zunächst wie ein Scherz, ist aber durchaus ernst gemeint.

Landkreise - Die Meldung könnte vom Satire-Magazin „Der Postillion“ stammen, ist aber ein Vorschlag von Marija Linnhoff. Die Vorsitzende des Verbands unabhängiger selbstständiger Reisebüros hat - vermutlich auch berufsbedingt - vergangene Woche eine durchaus kuriose Idee zum Energiesparen eingebracht: Deutsche Rentner sollten die Wintermonate im Süden verbringen, Mallorca, Türkei oder Tunesien. Begründung: Energiesparen. Wer die kommende Heizperiode in wärmeren Gefilden verbringt, verbraucht hier weniger Öl und Gas. Viele Rentner würden die kalten Monate ohnehin im Süden verbringen, deshalb sollten laut der Verbandschefin diese Art von Langzeitreisen vom Staat bezuschusst werden.

Energiesparen wird zur Chefsache

Generell ruft Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck zum Energiesparen auf und hat einen Arbeitsplan zum Thema vorgelegt. „Wer Energie spart, schützt das Klima, stärkt das Land und schont den Geldbeutel“, erklärte der Grünen-Politiker am Dienstag. Man setze alle Hebel in Bewegung, um unabhängiger von russischer Energie zu werden, betonte Habeck. Der günstigste und effizienteste Beitrag zu mehr Unabhängigkeit sei aber weniger Energieverbrauch. 

Vor dem Hintergrund abnehmender Energie-Importe, ja sogar einem Lieferstopp von Gas und Öl aus Russland, hat die Energiewirtschaft die Bundesregierung aufgefordert, eine Energiespar-Kampagne zu starten. Gemeinsam solle man „alle Hebel in Bewegung setzen, um bereits vorsorglich Energie einzusparen – bei den Haushalten und in der Industrie“, sagte Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). „Die Bundesregierung muss schnell eine Kampagne gemeinsam mit Verbänden aus Wirtschaft und Verbraucherschutz zum effektiven Energiesparen initiieren.“ Bei einem Gas-Lieferstopp entstünden Engpasssituationen, deren Auswirkungen auch davon abhingen, wie sehr der Verbrauch reduziert werde.

Also doch ein sinnvoller Vorschlag?

Experten sind skeptisch: Es müssten schon sehr viele Rentner in den sonnigen Süden fliegen, um wirklich etwas zu bewegen. Außerdem steht dann noch die Frage im Raum, wer die doppelte Miete bezahlen soll und woher der staatliche Zuschuss kommt. Wir haben uns in der Rosenheimer Innenstadt umgehört:

Christian Adlmaier (61) lebt in Rosenheim und auf Madeira

Ich komme aus der Tourismusbranche und finde das ganze sehr witzig, da damit natürlich auch im Bereich des Tourismus Geld gemacht wird. Meiner Ansicht nach ist das ganze lächerlich, weil die Preise auf Mallorca genauso hoch sind wie hierzulande. Die 500€ Zuschuss würden zum Leben dort nicht reichen.

Christian Adlmaier

Johanna Kirr (60) 

Es ist eine Frechheit, die Rentner, die ihr ganzes Leben lang hier gearbeitet haben, während der Weihnachts- und Adventszeit wegzuschicken. 

Wolfgang Lamprecht (74) aus Ruhpolding 

Ich hab davon noch nicht gehört. Mit den Gaskosten hab ich kein Problem, weil ich neben einer Heizung einen Kachelofen zuhause hab mit dem ich heizen kann. Ich könnte es mir nicht vorstellen für 5 Monate (plus Geld-Zuschuss) nach Mallorca zu gehen, lieber mach ich dort nur Urlaub. 

Hermann Maier (63) 

Ich hab davon gehört, halte aber nichts davon, da es im Winter auf Mallorca auch nicht so warm ist. Außerdem müsste die Wohnung hier in Deutschland ja auch weiter bezahlt werden, das sind dann doppelte Kosten. Dass es Zuschüsse geben soll glaub ich erst, wenn ich es schwarz auf weiß sehe. 

Claudia (65)

Ich habe schon davon gehört, davon halte ich nichts. Die Leute sollen sich lieber eine warme Jacke anziehen und sparen!

Claudia hält nichts davon, Rentner im Winter in den Süden zu schicken.

Auf Facebook haben die Leser ebenfalls schon heiß diskutiert:

Nicole Thaller:

Wer zahlt dann die doppelte Miete? Oder muss man dann seine Wohnung in Deutschland in der Zeit zur Verfügung stellen? Aber warum denn nur im Winter? Warum nicht gleich auswandern, wenn es bezahlt wird? Rentner sind ja eh nix mehr wert in Deutschland. Traurig, was alles für Vorschläge kommen.

Sonja Ziehr:

Toller Witz. Und wer soll das zahlen? Und wie ist die medizinische Versorgung auf Mallorca, gibt es da genügend Fachärzte? Und über den Winter können die Rentner ihre Enkel dann nicht sehen, weil die ja schlecht jedes WE rüberfliegen können. Und zu Hause laufen die Kosten für Miete usw. trotzdem weiter. Und ihre Haustiere können die Leute auch nicht so leicht mitnehmen. Sollen die über den Winter ihre Hunde und Katzen ins Tierheim geben? Echt super durchdacht, der Vorschlag.

Dagmar Kraus:

Langsam wirds unverschämt - die, die genug Geld haben sind eh unterwegs. Die anderen können sich den Lebensunterhalt nur schwer leisten, geschweige denn einen monatelangen Urlaub, lauter Bläde!

Eure Meinung ist gefragt:

Der Vorschlag von Marija Linnhoff, der Vorsitzenden des Verbands unabhängiger selbstständiger Reisebüros, stößt auf heftige Kritik, er sei nicht durchdacht und viele Rentner fühlen sich ohnehin schon als Spielball der Politik. Dennoch bleibt die Tatsache, dass Energie eingespart werden muss, um einem möglichen Gas- bzw. Öl-Lieferstopp entgegen zu wirken. Wie seht Ihr die Situation? Deutsche Rentner in den sonnigen Süden zu schicken oder ist das alles Humbug? Was würdet Ihr vorschlagen, um Energie zu sparen? Schickt uns Eure Meinung an leserbriefe@ovb24.de (Kennwort: „Rentner auf Mallorca“ im Betreff). Bitte sendet uns neben Euren Zeilen auch unbedingt Euren Namen und Euren Wohnort – und am besten auch ein Foto von Euch. Die Redaktion veröffentlicht Eure Leserbriefe samt komplettem Namen und Wohnort anschließend in einem Artikel.

Anm. der Red.: Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften entsprechend zu kürzen oder die Veröffentlichung gegebenenfalls ohne Angabe von Gründen zu verweigern.

si