In Coronakrise brechen Umsätze massivst weg

Hilfeschrei der bayerischen Brauer: Wie ihnen jetzt geholfen werden könnte

Landkreis - Ein Licht am Ende des Tunnels gibt es für die Gastronomie noch nicht - so sitzen auch die Brauereien in der Patsche: rund die Hälfte ihrer Umsätze sind weggebrochen. Jetzt hat man konkrete Forderungen, wie es besser werden könnte.

Rund 50 Prozent der Umsätze sind für die heimischen Brauereien durch die Corona-Pandemie weggebrochen, das berichtet jetzt der Bayerische Brauerbund. Er vertritt die etwa 650 Brauereien in Bayern und damit auch die 41 Braustätten in unserer Region. "Zum einen ist der Export weggebrochen, der zuletzt fast ein Viertel der Produktion ausmachte. Zum anderen trifft sie der Stillstand der Gastronomie, über die sonst weitere gut 20 Prozent der Bierabsätze erfolgen", so der Brauerbund. Weil auch das Flaschenbiergeschäft schwächele - keine Familienfeiern oder Grill-Partys - sei es etwa die Hälfte des Absatzes, der verlorenging.

Warum keine lockere Biergartenbestuhlung?

Ja, der Schutz von Leben und Gesundheit der Menschen durch die Politik sei "alternativlos", so der Verband - aber den Brauern fehle die Perspektive. Erst am Donnerstag stellte Ministerpräsident Markus Söder der Gastronomie eine Öffnung möglicherweise Erst Ende Mai oder im Juni in Aussicht, wenn sich die Zahlen weiter stabilisieren. Brauer-Präsident Georg Schneider kritisiert, dass Söder dabei gerne auf Ischgl, Heinsberg oder Mitterteich verweise, wo der Alkoholausschank mit verantwortlich für die Corona-Ausbreitung gewesen sei.

Söder lasse dabei aber einen erheblichen Lernprozess der Bevölkerung völlig außer Betracht, so Schneider: damals sei noch bedenkenlos und mit einem Sicherheitsgefühl gefeiert worden, doch heute gebe es eine "realistische Risikoeinschützung in nahezu der gesamten Bevölkerung". Verbandspräsident Schneider weiter: "Ein großer Biergarten, locker bestuhlt unter Einhaltung klarer Abstandsregeln, bei dem die Gäste sich Speisen und Getränke selbst abholen, in der Warteschlange stehen wie sonntags beim Bäcker - ich vermag nicht zu erkennen, warum das Ansteckungsrisiko hier größer sein sollte als am Isarufer oder im Englischen Garten".

Eine Million Hektoliter weniger Absatz wegen ausfallender Volksfeste

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Rund eine Million Hektoliter Absatz werden den bayerischen Brauereien heuer allein dadurch fehlen, dass Volksfeste bis Ende August abgesagt werden. Dafür habe der Bayerische Brauerbund auch Verständnis, doch gebe es noch immer keine Definition, wann eine "Großveranstaltung" anfange und ob man beispielsweise mit Feiern mit 250 Gästen im Herbst rechnen könne oder nicht. "Die Brauwirtschaft braucht jetzt ein Rettungspaket, wenn wir die einzigartige Bierkultur im Land über die Krise hinweg sichern, wenn wir die vielen familiengeführten Traditionsbrauereien erhalten wollen", so der Brauerpräsident. 

Konkret könne auch die Biersteuer für kleinere Brauereien - 90 Prozent aller Betriebe in Bayern - nach der Anhebung von 2003 wieder gesenkt werden. 

xe/Pressemitteilung Bayerischer Brauerbund

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