Unfallflucht: "Dachte, Person sei tot"

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Waldkraiburg/Traunstein - Er fuhr eine 74-Jährige an und ließ sie schwerstverletzt zurück. Ein Mann (33) wurde wegen dieser Tat nun verurteilt - das Opfer ist mittlerweile tot.

"Am Sonntagabend, 4. November, wurde eine Fußgängerin bei einem Verkehrsunfall in Waldkraiburg schwer verletzt. Der beteiligte Pkw-Fahrer beging Unfallflucht, nach ihm fahndet die Polizei derzeit mit Hochdruck." So begann eine Pressemitteilung der Polizei vom November 2012. Die 74-Jährige wollte, zusammen mit ihrem Mann, nur die Straße überqueren. Doch kurz bevor sie den gegenüberliegenden Gehsteig erreichte, rauschte ein inzwischen 33-jähriger Automechaniker aus Waldkraiburg heran - mit 50 bis 60 Stundenkilometern, wie sich bei der Verhandlung vor dem Traunsteiner Schwurgericht jetzt herausstellte.

Am Tag darauf in der Tiefgarage gestellt

Doch dann beging der Waldkraiburger den zweiten verheerenden Fehler: Er ließ die schwerstverletzte Frau an der Straße liegen. Aber er kam nicht davon: Nur einen Tag später wurde der 33-Jährige von der Polizei erwischt, wie innsalzach24.de am 5. November 2012 berichtete. Die Beamten konnten einen Mitsubishi ausfindig machen, der an der Beifahrerseite verdächtige Spuren aufwies und durch einen fehlenden Außenspiegel auffiel. Das Auto wurde observiert und der Unfallflüchtige wurde prompt erwischt: Mit einem neuen Außenspiegel in der Hand kam der Auotmechaniker auf seinen Mitsubishi zu und wurde geschnappt. Die Beweislage war erdrückend, der Täter sofort geständig.

Das schwerstverletzte Opfer entschied sich später für den Tod

Die angefahrene 74-Jährige schwebte zwar nicht in Lebensgefahr, aber die Unfallfolgen waren erheblich: Bruch der Halswirbelsäule und eine Quetschung des Rückenmarks. Ihr blieb eine vollständige und irreparable Lähmung. Knapp ein halbes Jahr nach dem Unfall entschied sich die Frau, ihrem Leiden ein Ende zu setzen: Ihr Leben hing von einer Beatmungsmaschine ab. Diese ließ sie auf ihren Wunsch hin abschalten.

"Ich dachte, die Person sei tot"

"Wenn der Angeklagte die Fußgänger aus 30 Metern Entfernung erkennt und gleich etwas bremst, wäre der Unfall nicht passiert", so ein Gutachter nun vor dem Traunsteiner Gericht, wie in der OVB-Heimatzeitung heute zu lesen ist. Der Staatsanwalt konnte sich den Zusammenstoß nur mit einem massiven Reaktionsverzug erklären - Alkohol war nicht im Spiel. Gegenüber der Polizei habe der Angeklagte immer wieder gesagt, dass er dachte, die angefahrene Person sei tot.

Das Urteil des Gerichts: Schuldig wegen fahrlässiger Tötung, versuchten Totschlags und Unfallflucht. Die zwei Jahre Freiheitsstrafe werden zur Bewährung auf drei Jahre ausgesetzt. Dazu kommen 2000 Euro Geldbuße als Bewährungsauflage und ein weiteres Jahr ohne Führerschein.

Den vollständigen Bericht lesen Sie auf ovb-online.de oder in der gedruckten Heimatzeitung

xe

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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