Teilerfolg bei A8-Ausbau

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Ausbau der A8 bei Frasdorf.

Frasdorf - Die Freude nach dem Besuch von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer ist verhalten. Die Frasdorfer Bürgermeisterin sieht dazu noch zu viele Hürden.

Die Sektkorken haben wohl nach dem Besuch von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer nicht geknallt. Dafür ist die Frasdorfer Bürgermeisterin viel zu vorsichtig. Als Politprofi weiß Marianne Steindlmüller, dass immer noch gewaltige Hürden beim Ausbau der Autobahn 8 zu nehmen sind. "Doch ich freue mich riesig, dass nun auch offiziell der Bundesverkehrsminister hinter unserer Einhausung für Frasdorf steht", sagt sie.

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A8-Entwurfsplanung für Frasdorf

Peter Ramsauer war auf Anregung der CSU-Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig nach Rosenheim gekommen. Teilweise hohe Wellen hatte in der Vergangenheit der geplante sechsspurige Ausbau der A8 mit zusätzlich jeweils einem Standstreifen zwischen Rosenheim und Salzburg geschlagen. Schnell waren zahlreiche Bürgerinititiven entlang der 65 Kilometer langen Strecke entstanden. "Gut erinnere ich mich noch an heiße Diskussionen. Ich war 2008 gerade ins Amt gekommen und forderte bereits damals die Einhausung für meine Gemeinde. Doch ich erntete nur Gelächter", erinnert sich die Bürgermeisterin. Aber sie habe nicht locker gelassen. Aus der von ihr initiierten Arbeitsgruppe sei schnell die Bürgerinitiative "A8 Frasdorf - Für eine lebenswerte Zukunft" geworden.

Sogar bis nach Berlin sei einst eine Frasdorfer Delegation gereist, um der kleinen Gemeinde an der vielbefahrenen Autobahn in der fernen Bundeshauptstadt Gehör zu verschaffen. "Jetzt haben wir ein großes und wichtiges Etappenziel erreicht, doch mein Traum wird erst dann wahr, wenn die Unterschriften auf dem Planfeststellungsverfahren trocken sind", sagt sie.

Mit beigetragen zum ersten Erfolg habe - da ist sich die Bürgermeisterin sicher - der große Zusamnmenhalt unter Bürgern. "Wir alle haben an einem Strang gezogen - Gemeindepolitiker jeder politischen Richtung, Bürger, Mitglieder der Bürgerinitiativen, Landrat Josef Neiderhell und die beiden Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig und Angelika Graf."

Und als sie im Oktober die neuesten Pläne von der Autobahndirektion Südbayern zum Ausbau rund um Frasdorf gesehen habe, sei sie "sprachlos gewesen - vor Freude", sagt sie. Die vorgelegten Pläne gingen weit über das gesetzlich vorgesehene Maß hinaus. "Rund 920 Meter werden eingehaust oder mit einer Galerie versehen. Der Zugewinn an Grünfläche wird nach ersten Berechnungen mindestens 9.000 Quadratmeter sein - ein Riesenerfolg", erklärt Marianne Steindlmüller. Wenn alles reibungslos laufe, seien bis in einem Jahr die Pläne technisch ausgearbeitet, dann starte das Planfeststellungsverfahren: "Wenn keine Klagen kommen, könnte der Baubeginn 2015 sein."

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Weniger glücklich äußerte sich Josef Fortner vom Bund Naturschutz. Er glaubt nicht an die verkehrlichen Zuwächse, mit denen stets gerechnet werde: "Den Ausbau der A8 mit sechs Fahrspuren und zwei Standstreifen halten wir für unnötig groß. Der Bund Naturschutz favorisiert vier Fahrspuren plus zwei Standstreifen." Das schone auch Landschaftsresourcen. "Doch leider ist dieses Modell nie wirklich in die Planungen miteinbezogen worden - ein Fehler", sagte Josef Fortner. Er bemängelte zudem, dass in den bisherigen Planungen stets nur von einer Hochgeschwindigkeitsautobahn mit einem Durchschnittstempo von 130 Kilometern pro STunde  ausgegangen werde. Die Bürgerinitiative "Tempolimit 120 km/h", deren Vorsitzender Josef Fortner ist, will Lärm- und Emissionsschutz auch durch eine festgelegte Höchstgeschwindigkeit erreichen - eben Tempo 120.

Positiv bewertet Wolfgang Mentzel, erster Sprecher der Frasdorfer Bürgerinitiative "A8 Frasdorf - Für eine lebenswerte Zukunft", den bisherigen Planungsdialog: "Das war eine gute Sache. Leider sind wir aber nicht zum Gespräch mit Minister Peter Ramsauer eingeladen worden, schade."

Auch er hält das bisher Erreichte für einen "großen Schritt in die richtige Richtung". Doch dürfte über diesen Erfolg die Problematik in den Ortsteilen Daxa, Leitenberg und Umratshausen nicht vergessen werden. "Für diese drei sensiblen Bereiche, die höher als die Autobahn liegen, müssen wir ebenfalls einen befriedigende Lösung in puncto Lärm finden", sagt er.

Sigrid Knothe/Oberbayerisches Volksblatt

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