Erste Mängel wurden festgestellt

Wegen Tierquälerei: Erneut Ermittlungen gegen Großbauern aus dem Allgäu

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Bei den ersten Kontrollen wurden Mängel festgestellt, in welchem Ausmaß ist bislang noch nicht bekannt.
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Unterallgäu - Die Staatsanwaltschaft Memmingen ermittelt wegen des Verdachts von Tierquälerei seit mehreren Wochen gegen einen Milchviehbetrieb in Bad Grönenbach. Jetzt steht erneut ein Großbauer im Visier der Ermittler.

Erneut steht ein landwirtschaftlicher Betrieb aus dem Raum Unterallgäu im Fokus der Justiz. Neben dem Milchviehbetrieb in Bad Grönenbach steht ein weitere Großbauer im Verdacht gegen das Tierschutzgesetzt verstoßen zu haben, so die Memminger Staatsanwaltschaft gegenüber dem BR.

Christoph Eber, Leiter der Staatsanwaltschaft in Memmingen, sprach von einem "gleichen Phänomen in einem ähnlichen Umfeld" wie in Bad Grönenbach. Aufmerksam wurden die Beamten durch mehrere anonyme Hinweise. Da die Anzeigen sehr konkret seien, wird derzeit diesen nachgegangen, "insbesondere in diesen Zeiten", so Ebert gegenüber dem BR. 

Dennoch will sich die Staatsanwaltschaft bedeckt halten. Um welchen Hof es sich genau handelt, ist nicht bekannt. Auch wie hoch das Ausmaß der Verstöße ist, wollte das Landratsamt Unterallgäu nicht veröffentlichen. Allerdings seien bei Kontrollen des Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Mängel festgestellt und dem Betreiber Auflagen erteilt worden.

Immer mehr anonyme Hinweise auf Tierquälerei

In Bad Grönenbach zeigten Videoaufnahmen der "SOKO Tierschutz" wie Kühe getreten, geschlagen oder mit einem Traktor durch einen Stall geschleift wurden. Daraufhin nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Familienbetrieb mit insgesamt 1.800 Milchkühen auf. Seitdem erhält das Landratsamt vermehrt anonyme Hinweise auf Tierquälerei, sagt eine Sprecherin der Behörde dem Bayerischen Rundfunk. Diese geht das Veterinäramt nach und kontrollier die angezeigten Betriebe.

Nach amtlichen Zahlen starb in dem Milchviehbetrieb in Bad Grönenbach in den vergangenen fünf Jahren etwa jedes fünfte Kälbchen.Deshalb kam es dort Ende Juli zu einer Großrazzia der Polizei und Staatsanwaltschaft. Gegen neun Verdächtige werde seit drei Wochen ermittelt, darunter seien sechs Beschäftigte des Betriebs und drei Tierärzte. Das Unternehmen bekam in Folge dessen Auflagen, muss aber nicht geschlossen werden.

ma

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