Nach S-Bahn-Horror von Unterföhring

Mit Nazi-Parolen gegen angeschossene Polizistin (26) gehetzt - Festnahme!

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München - Vor fast exakt einem Jahr ist am S-Bahnhof Unterföhring eine 26-jährige Polizisten angeschossen worden. Gleich nach dem Vorfall wurde in Sozialen Medien rassistische Hetze betrieben. Nun konnte die Polizei den mutmaßlichen Urheber ermitteln.

Wie bereits berichtet, kam es am Dienstag, 13.06.2017, gegen 8.20 Uhr zu einem Polizeieinsatz im Bereich des S-Bahnhofes in Unterföhring. Dabei erlitt es zu einem Schusswechsel in dessen Verlauf eine 26-jährige Polizeibeamtin der Polizeiinspektion 26 (Ismaning) im Verlauf eines Schusswechsels eine lebensgefährliche Kopfverletzung. Der Tatverdächtige, der 37-jährige Deutsche Alexander B., konnte kurz darauf festgenommen werden.

In Bezug auf diese Straftat stellte eine zu diesem Zeitpunkt unbekannte Person auf einer Kommunikationsplattform seitdem auch unter dem Pseudonym des Täters wiederholt kurze Textnachrichten mit beleidigendem und strafbarem politisch motiviertem Inhalt ein. Diese setzte er stets in Bezug zu der Tat in Unterföhring.

Mit Nazi-Parolen Polizistin beleidigt

Konkret handelte es sich dabei um nationalsozialistische Abbildungen (wie das Hakenkreuz) und Beleidigungen zum Nachteil der 26-jährigen Polizeibeamtin. Außerdem wurde in weiteren Textnachrichten in menschenverachtender Weise öffentlich zu aufgefordert.

Durch umfangreiche Ermittlungen Kriminalfachkommissariate (Mord, Cybercrime, motivierte Kriminalität Rechts) konnte nun ein 30-jähriger T atverdächtiger als möglicher Urheber dieser Nachrichten ermittelt werden. In den frühen Mittwochmorgenstunden wurde ein auf Antrag der Staatsanwaltschaft München erlassener richterlicher Beschluss zur Durchsuchung der Wohnung des 30-Jährigen vollzogen.

Dabei konnte neben umfangreichem Beweismaterial hinsichtlich dessen Publikationen in sozialen Medien auch ein fahndungsnotiertes entwendetes amtliches Kfz-Kennzeichen und eine nicht geringe Menge Betäubungsmittel (unter anderem über ein Kilogramm Marihuana) aufgefunden und sichergestellt werden.

Der 30-Jährige wurde festgenommen und dem Ermittlungsrichter im Polizeipräsidium München am 14.06.2018 zur Entscheidung der Haftfrage vorgeführt. Ihm werden unter anderem Beleidigung, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, besonders schwerer Fall des Diebstahls an einem Kraftfahrzeug und illegaler Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vorgeworfen.

Hintergrund

Bei der Bluttat im Juni 2017 am S-Bahnhof Unterföhring hatte der damals 37-jährige Alexander B. der Polizistin Jessi L. mehrfach in den Kopf geschossen. Die Beamtin schwebte anschließend in Lebensgefahr und liegt seither im Wachkoma. "Unserer Jessi geht es den Umständen entsprechend gut", sagte ihr Vater gegenüber tz.de. "Und dann sind auch wir glücklich. Unsere Stimmung hängt nur von ihrem Zustand ab." Erst vor drei Wochen haben Ärzte der Kommissarin ein künstliches Stück Schädeldecke eingesetzt, nachdem der ursprüngliche Knochen nach den Schüssen teilweise in Not-Operationen hatte entfernt werden müssen.

Ende April fiel das Urteil gegen den Schützen: Alexander B. muss wegen der Schüsse auf eine Polizistin in Unterföhring in die Psychiatrie, er ist nicht schuldfähig. „Wir gehen davon aus, dass er in Todesangst gehandelt hat“, sagte Richter Stoll bei der Urteilsverkündung.

Damals gab es einen Großeinsatz mit über 200 Beamten, weil kurzzeitig auch ein Terror-Anschlag nicht ausgeschlossen werden konnte. Zwei weitere Personen waren darüber hinaus schwer verletzt worden. Bereits kurz nach dem Vorfall schossen unter dem #Unterföhring die sexistischen und rassistischen Tweets wie Pilze aus dem Boden

Großeinsatz nach Schusswechsel am S-Bahnhof Unterföhring 

mh/Pressemitteilung Polizeipräsidium München

Rubriklistenbild: © dpa/Montage

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