Pressemeldung Technisches Hilfswerk Rosenheim

THW baut gewaltige Behelfsbrücke an der A99 bei Unterföhring

Unterföhring - Um eine schnelle Zufahrt der Rettungsdienste auf die Autobahn A99 zu gewährleisten, wurde eine Behelfsbrücke errichtet. Ehrenamtliche Helfer waren die THW Ortsverbände Freising, Markt Schwaben und Rosenheim.

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Im Auftrag der Autobahndirektion Südbayern errichtete das Technische Hilfswerk eine Behelfsbrücke im Baustellenbereich der A99 bei Unterföhring über den Isarkanal. Notwendig wurde diese Maßnahme, da durch die Bauarbeiten keine Zufahrt von Rettungsdiensten zur Autobahn auf kurzem Wege gewährleistet war. 

Errichtet wurde die Behelfsbrücke an zwei Wochenenden im Mehrschichtbetrieb durch die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der THW Ortsverbände Freising, Markt Schwaben und Rosenheim.

Nachdem aufgrund der Anforderungen, was die Spannweite und Tragkraft der Brücke betraf eine sogenannte Bailey-Brücke, wie sie in Griesstätt durch das THW über die Murn errichtet wurde nicht in Frage kam, musste eine Krupp D-Brücke aus dem Bestand der Bundesrepublik Deutschland aus Baden-Württemberg organisiert werden. Im Gegensatz zur Bailey-Brücke, bei der fast alle Bauteile von den Helfern per Hand befördert werden können ist dies bei der D-Brücke nicht mehr möglich. 

Die Fakten zur Brücke sind gewaltig: An den beiden letzten Wochenenden errichteten die drei THW-Ortsverbände eine Brücke mit einer Spannweite von 45 Metern und einer Gesamtlänge von 49 Metern. Das Gewicht der Brücke während der Bauphase betrug inklusive Vorschubschnabel 120 Tonnen. Insgesamt verbauten die Helfer 5.490 Schrauben und Muttern. Die fertige Brücke ist mit bis zu 30 Tonnen belastbar und ist neben den Rettungsdiensten auch für Baufahrzeuge freigegeben.

Fotos der Befehlsbrücke bei Unterföhring

Zulassung und Einsatzgebiet

Diese Brückenart ist nach deutschen Vorschriften für stählerne Brücken berechnet und konstruiert worden und kann somit ohne jede Einschränkung als permanente Brücke eingesetzt werden. Die D-Brücke wird meistens als Trogbrücke gebaut. 

Sie besteht als Baukasten aus Einzelteilen, die entsprechend der Anforderung zusammengebaut werden. Diese Brückenkonstruktion ist aus folgenden Hauptteilen zusammengesetzt: 

- dem Hauptträger-Dreieck (Seiten): Diese Bauteile sind die Hauptträger der Brücke, die die gesamte Last aufnehmen und auf die Brückenlager weiterleiten.  

- Querträger (verbinden die Seitenfelder): Diese Querträger sind die Verbindungsträger zwischen den Brückenfeldern und übernehmen die Brückenbelastung. 

- Normalfahrbahn (auf den Querträgern): Diese Teile sind bereits der Fahrbahnbelag. Die Bundesrepublik Deutschland hält in ihren Brückenlagern 8200 t Elemente für D- Brücken vor, was einer Gesamtlänge von rund 2670 Metern entspricht. Die Fachgruppe Brückenbau des THW hat neben der Bailey-Brücke auch die D-Brücke im Einsatz.

Montage

Die Brücke wird auf einer Rollenbahn vor dem zu überbrückenden Graben erstellt und wie beim Taktschiebeverfahren mittels eines zusätzlichen Vorbauschnabels über den Graben geschoben. 

Der Vorbauschnabel dient nur als Montagehilfe und ist in einer Leichtbauweise erstellt. Durch geeignete Bauweise dieses Vorbauschnabels wird auch der Durchhang bei der Montage ausgeglichen, damit die Brücke auf dem gegenüberliegenden Kipprollenlager einwandfrei aufläuft. Er wird, nachdem die Brücke vorgeschoben ist, wieder demontiert. Der Rückbau einer solchen Brücke erfolgt in umgekehrter Weise. 

Die Brücke kann auf Grund der Einzelgewichte nur mit mechanischen Hebezeugen (Kran) oder durch Gruppen mit größerer Anzahl von Personen gebaut werden (Kompaniegröße). Alle Verbindungen werden mittels „Pass-Schrauben“ hergestellt.

Bauzeiten

Diese richten sich nach den Gegebenheiten vor Ort und den zur Verfügung stehenden Einsatzkräften. Bei normalen Verhältnissen kann man bei einer Brücke von ca. neun Meter und einer Bauweise einstöckig-zweiwandig und ca. zehn Mann mit einer Bauzeit von sechs Stunden rechnen. Diese Zeiten beinhalten keinen Vorschub, Aufbau der Rollenbahn usw

Pressemeldung Technisches Hilfswerk Rosenheim

Rubriklistenbild: © THW Rosenheim

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