Neubau Unterführung: Zwei Jahre Stau!

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Besonders betroffen, wenn die Unterführung in der Kufsteiner Straße für eineinhalb bis zwei Jahre gesperrt ist, sind die direkt hinter der Unterführung liegenden Geschäfte, vom Modepark Röther über die Aral-Tankstelle bis zur Europcar-Autovermietung. Sie sind dann für stadteinwärts Fahrende nur auf Umwegen zu erreichen.

Rosenheim - Gerade wurde die Innstraße freigegeben, nun steht der Straßenausbau der Kufsteiner Straße bevor - und das bedeutet zwei Jahre Dauer-Stau!

Lesen Sie hier den Bericht aus dem Oberbayerischen Volksblatt

Sperre bis zu zwei Jahren

Die Geschäftsleute in der Innstraße haben es gerade hinter sich, denen in der Kufsteiner Straße steht es noch bevor: Straßenausbau und damit geschäftliche Einbußen. Wenn es soweit ist, muss mit einer Sperrung der Bahnunterführung in der Kufsteiner Straße von bis zu zwei Jahren gerechnet werden.

Ein Termin steht noch nicht fest. Dass der Ausbau kommt, daran lassen jedoch weder die Stadt noch die Bahn Zweifel. Wenn die Kufsteiner Straße als Zufahrt zur Stadt nicht zur Verfügung steht, werden die Autofahrer entweder über die Umgehung Miesbacher Straße in die Stadt gelangen oder eine Schleife über die Enzensperger-/Klepperstraße und den Brückenberg ziehen. Auf jeden Fall wird es eine nervenaufreibende Zeit. Ursprünglich hatte die Stadt den Ausbau der Kufsteiner Straße noch vor der Landesgarten durchziehen wollen. Doch standen vorher andere Ausbauten an: Klepperstraße, Innstraße, Münchener Straße. Noch eine Baustelle mehr hätte den Kollaps des Verkehrs bedeutet. Außerdem kamen die Planungen nicht so schnell voran wie gewünscht.

Unterführung in der Kufsteiner Straße

Der Ausbau ist schon so lange im Gespräch, dass eine mögliche Vollsperrung von bis zu zwei Jahren Rudolf Frei gar nicht mehr schockieren kann. Er leitet die Europcar-Autovermietung, stadteinwärts gesehen direkt hinter der Unterführung. Frei rettet sich in Galgenhumor: "Ich gehe davon aus, dass kein Geld da ist und weiter nichts geschieht, wie schon in den letzten 20 Jahren." Dass eine Sperrung gewaltige Einbußen mit sich bringen würde, stehe außer Frage. Auf die Treue der Stammkunden setzt Marion Minow, Filialleiterin des Röther-Modeparks. Fehlen würden im Fall des Falles diejenigen, die den Modepark nicht gezielt suchen, sondern ihn durch Zufall im Vorbeifahren entdecken - und das sind nicht wenige.

In dem Bereich, der von der direkten Stadtzufahrt komplett abgeschnitten wird, liegt auch die von Bernhard Ober gepachtete Aral-Tankstelle. Schlimmstenfalls müsse man überlegen, für ein Jahr zu schließen, meint er. Letztendlich sei dies aber eine Entscheidung der Zentrale in Bochum. Dort will man sich mit dem Thema beschäftigen, wenn konkrete Termine feststehen Der Ausbau der Kufsteiner Straße ist aus Sicht von Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer neben der Westtangente eines der vorrangigen Verkehrsprojekte in den nächsten Jahren. Eine dem Verkehr angepasste Verbreiterung der Straße auf vier Spuren mit neuen Geh- und Radwegen sei nicht zu vermeiden und werde auch durch den Bau der Westtangente nicht hinfällig. Es handele sich um eine der Hauptzufahrtsstraßen in die Stadt. An dieser Funktion werde sich durch die Westtangente nichts ändern.

Heute ist die Unterführung mit einer Höhe von nur 3,50 Metern für viele Lastwagen eine "natürliche" Durchfahrtssperre, in der sie vor dem Anbringen scheppernder Warnbleche früher oft genug hängenblieben. Die niedrige Durchfahrtshöhe sorgt dafür, dass große Lastwagen, die nichts in der Innenstadt verloren haben, diese zwangsläufig umgehen. Hartwig Nettelbeck vom Tiefbauamt glaubt nicht, dass sich daran nach dem Ausbau auf eine Höhe von 4,50 Meter etwas ändern wird: "Die Lkw-Fahrer sind doch froh, wenn sie mit ihren schweren Fahrzeugen nicht in die Stadt hinein müssen." Nach den Worten von Gabriele Bauer sind die Gespräche mit der Bahn in einem fortgeschrittenen Stadium. Weniger erfolgreich waren bisher die Verhandlungen mit einigen Eigentümern, von denen die Stadt für den Ausbau der Straße Grund benötigt. Deshalb soll ein Planfeststellungsverfahren in Gang gesetzt werden. In einem solchen Verfahren werden private und öffentliche Belange gegeneinander abgewogen. Wenn keine Einigung zu erzielen ist, gelten Enteignen als letztes Mittel. Die Bauzeit von eineinhalb bis zwei Jahren begründet eine Sprecherin der Bahn mit aufwändigen Gründungsarbeiten durch die Bahn. Anschließend folge der Bau der Straße einschließlich der erforderlichen Grundwasserwanne durch die Stadt. Derzeit befinde sich die Maßnahme noch in der Vorplanung. Diese werde aufgrund des extrem schlechten Baugrundes noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Von Elvira Biebel-Neu

Unterführung in der Kufsteiner Straße

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