Kinder haben schulfrei, Eltern müssen arbeiten

Unterrichtsfreier Buß- und Bettag in Corona-Zeiten: Schickt uns Eure Leserbriefe! 

Für einen unterrichtsfreien Buß- und Bettag am Mittwoch, 18. November, hat der bayerische Elternverband gerade in Corona-Zeiten kein Verständnis.
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Für einen unterrichtsfreien Buß- und Bettag am Mittwoch, 18. November, hat der bayerische Elternverband gerade in Corona-Zeiten kein Verständnis.

In Bayern ist der Buß- und Bettag schon seit 25 Jahren kein gesetzlicher Feiertag mehr. Die Schüler im Freistaat dürfen aber im Bett bleiben, da die Schulen an dem Tag geschlossen haben. Das stellt jedes Jahr eine Herausforderung für die Eltern dar. Heuer verschärft Corona diese Situation zusätzlich.

Der Buß- und Bettag am Mittwoch, 18. November, soll ein Tag der Besinnung sein. Bei manchen sorgt er aber für Verwirrung: In Bayern ist er weder ein gesetzlicher Feiertag noch ein gewöhnlicher Werktag, sondern eine Art Zwischenlösung. Während Schüler am Buß- und Bettag keinen Unterricht haben, müssen ihre Eltern zur Arbeit gehen.

Unterrichtsfreier Buß- und Bettag stößt Eltern in Bayern sauer auf

Für einen unterrichtsfreien Buß- und Bettag an diesem Mittwoch hat der bayerische Elternverband gerade in Corona-Zeiten kein Verständnis. „Die Tage sollten nicht verschenkt werden“, sagte die stellvertretende Landesvorsitzende Henrike Paede der Deutschen Presse-Agentur. Zu viele Schulstunden seien heuer pandemiebedingt schon ausgefallen. Da solle der Unterricht wenigstens am Buß- und Bettag stattfinden, der seit 25 Jahren schon kein gesetzlicher Feiertag mehr in Bayern ist.

Bayernweit haben an diesem Tag die Schulen geschlossen, zum Ärger vieler Eltern, wie Paede sagte. Sie wüssten oft nicht, wie sie die Betreuung ihrer Kinder wuppen sollen, denn viele müssten arbeiten.

Kinderbetreuung am Buß- und Bettag

Durch den unterrichtsfreien Buß- und Bettag stellt sich für Eltern jedes Jahr die gleiche Frage: Wohin mit meinen Kindern? Aufgrund der aktuellen Lage gibt es derzeit kaum Möglichkeiten, sein Kind an diesem Tag unterzubringen. Seinen Nachwuchs zu den Großeltern zu bringen ist coronabedingt nicht ratsam und kurzfristig Urlaub zu nehmen klappt manchmal auch nicht.

Der Elternverband rät Eltern, die ihre Kinderbetreuung an diesem Tag nicht sicherstellen können, sich an ihren jeweiligen Elternbeirat zu wenden. Er könne Betreuungsangebote organisieren oder die Schule dazu bringen, in Kooperation mit Nachbarschulen Betreuung anzubieten. Auch so manche Kindertagesstätte ist am Mittwoch zu, allerdings nur im Rahmen der gesetzlich möglichen Schließtage. Die Einrichtungen seien am Buß- und Bettag grundsätzlich geöffnet, teilte das Sozialministerium mit. Schließtage bestimme der Träger der Einrichtung.

Unterrichtsfreier Buß- und Bettag in Corona-Zeiten: Schickt uns Eure Leserbriefe! 

Vor allem Eltern schulpflichtiger Kinder sind vom unterrichtsfreien Buß- und Bettag genervt. Denn während Mama und Papa arbeiten müssen, hat der Nachwuchs schulfrei. Die Eltern müssen Urlaub nehmen oder eine Betreuung organisieren - was in Zeiten von Corona gar nicht so einfach ist. Doch was sagt Ihr dazu, dass am Buß- und Bettag keine Schule stattfindet?

  • Habt Ihr Verständnis für einen unterrichtsfreien Buß- und Bettag in diesem „außergewöhnlichen“ Schuljahr?
  • Sollte Eurer Meinung nach am Mittwoch, 18. November, Unterricht stattfinden?
  • Seid Ihr Eltern von schulpflichtigen Kindern und habt Probleme eine Kinderbetreuung zu finden?
  • Sollte der Buß- und Bettag in Bayern Eurer Meinung nach wieder ein gesetzlicher Feiertag in Bayern sein?

Gerne könnt Ihr uns von Euren Erfahrungen berichten. Wir sind auf Eure Meinungen gespannt. Schickt uns eueren Leserbrief zum Thema per Mail an termine@ovb24.de (Kennwort: „Buß- und Bettag“ im Betreff).

Bitte sendet uns neben euren Zeilen auch unbedingt euren Namen und euren Wohnort; auch ein Foto von Euch könnt Ihr gerne mitschicken. Wir veröffentlichen eure Leserbriefe samt kompletten Namen und Wohnort anschließend in einem Artikel.

Anm. der Red.: Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften entsprechend zu kürzen oder die Veröffentlichung gegebenenfalls ohne Angabe von Gründen zu verweigern.

Lehrer: Unterrichtsfrei, aber nicht dienstfrei

Der Gesetzgeber habe den Buß- und Bettag als staatlich geschützten Feiertag gestaltet, erklärte das Kultusministerium. Damit hätten evangelische Arbeitnehmer bis auf einige Ausnahmen grundsätzlich das Recht, an diesem Tag nicht zur Arbeit zu kommen - Lehrer inbegriffen.

„Bei Lehrkräften besteht jedoch die Besonderheit, dass sie wegen der Aufrechterhaltung des Unterrichts nicht frei nehmen können“, erklärte ein Ministeriumssprecher. Weil sie allerdings so gegenüber anderen Bürgern ungleich behandelt würden, entfalle der Unterricht an den Schulen. Unterrichtsfrei bedeute aber nicht dienstfrei: Um das Dilemma zu lösen, dass die Lehrkräfte arbeiten sollen, obwohl keine Schüler da sind, wird üblicherweise ein Pädagogischer Tag mit verschiedenen Veranstaltungen abgehalten.

Gesetzlicher Feiertag in Sachsen

Von 1981 bis 1994 handelte es sich beim Buß- und Bettag um einen gesetzlichen Feiertag für ganz Deutschland und auch in anderen Ländern mit überwiegend katholischer Bevölkerung hatten Arbeitnehmer einen freien Tag. Seit 1995 ist es aber kein gesetzlicher Feiertag mehr in Bayern. Heute ist der Buß- und Bettag lediglich in einem Bundesland ein gesetzlicher Feiertag, und zwar in Sachsen.

jg

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