Unterwössener müssen mit Tonnen in nächste Straße

Vor dieser Straße kapituliert sogar die Müllabfuhr

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Bis zu 300 Meter müssen die Anwohner am Brechstubenweg mit ihren Mülltonnen bis zur nächsten Straße marschieren. 
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Unterwössen - Aufgerissener Asphalt, Schlaglöcher und tiefe Spurrillen: Der Brechstubenweg ist derart in die Jahre gekommen, dass sich nun sogar die Müllabfuhr weigert, noch hineinzufahren. 

Spätestens wenn alle zwei Wochen die Müllabfuhr durch Unterwössen kreist, dürfen die Anwohner vom Brechstubenweg sportlich werden: Dann gilt es nämlich mit der vollen Mülltonne bis zu 300 Meter hinunter zur Frühlingstraße zu marschieren - die Zeiten, in denen die Mülltonnen vor der Haustüre abgeholt wurden, sind dort jetzt erstmal vorbei.

Zwei Mal ist der Müllwagen "aufgesessen" - dann war Schluss

Die Straße ist gespickt von Schlaglöchern und tiefen Spurrillen: Ein "absoluter Problemfall seit 30 Jahren für Anlieger und Gemeinde", so Bürgermeister Ludwig Entfellner erst jüngst in der Bürgerversammlung. Vor drei Wochen hat dann schließlich auch die Müllabfuhr vor dem Brechstubenweg kapituliert. "Die Müllwägen sind mit den Achsen ein-, zweimal aufgesetzt, dann wollten die nicht mehr", so Entfellner im Gespräch mit chiemgau24.de. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Brechstubenweg - bis dahin nur ein Feldweg - zum ersten Mal asphaltiert. Seitdem hat sich nicht mehr viel getan. Straßen werden in aller Regelmäßigkeit auch in Unterwössen saniert, doch warum passiert am Brechstubenweg nichts?

Komplizierte Eigentumsverhältnisse verhindern Sanierung

Das Problem: Die Straße gehört der Gemeinde nur zu rund zwei Dritteln - der Rest ist im Besitz der Anlieger. Mal besitzt die Gemeinde die ganze Straßenbreite, mal gehört ein ein Meter breiter Rand einem Anwohner. Ein reiner Flickenteppich, was das Eigentum betrifft. Der letzte Anlauf Mitte der 1990er Jahre, mit den Anwohnern eine Einigung über die Sanierungskosten zu finden, scheiterte. Nun will es die Gemeinde wieder versuchen.

"Wir sind schon in Gesprächen mit Fachfirmen, damit wir vielleicht zumindest die Spurrillen auffüllen", so Bürgermeister Entfellner. Das Gröbste wäre dann zumindest gemacht. Wenn es erste Ergebnisse gibt, will sich Entfellner mit den Anwohnern - ein Dutzend Haushalte - zusammensetzen und beraten, wie man weitermachen kann. Im Sommer könnte es soweit sein. 

Außerdem plant die Gemeinde noch heuer eine Querstraße, parallel zur Frühlingstraße, über die der Brechstubenweg ebenfalls erschlossen werden kann - und das Mülltonnen-Schieben könnte für den ein oder anderen dann etwas kürzer ausfallen. Doch bis sich auch die Müllabfuhr wieder in den Brechstubenweg hineintraut, wird noch einige Zeit vergehen.

xe

Quelle: chiemgau24.de

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