Feuerwehren im Dauereinsatz

Unwetter am Wochenende haben Bayern fest im Griff - Höllentalklamm bleibt gesperrt

Unwetter in Bayern
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Es bleibt grau, trüb und nass in Bayern in den nächsten Tagen. In der Nacht zum Sonntag entluden sich teils heftige Gewitter. Auf einer Berghütte bei Garmisch waren mehr als 60 Wanderer eingeschlossen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) machte keine Hoffnung auf Sonne in den kommenden Tagen. Zum Wochenbeginn soll es laut DWD trüb, nass und grau bleiben: "Am Montag dichte Regenwolken, am Dienstag von Unterfranken bis nach Südbayern leichter Regen." Örtlich sind im Laufe der Woche weiterhin Überschwemmungen möglich.

Evakuierungen und Katastrophenfall im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

Nach schweren Unwettern sind am Wochenende Feuerwehren und Polizei im Freistaat zu Hunderten Einsätzen ausgerückt. Die Region ist vergleichsweise glimpflich davongekommen. Besonders aufwendig war die Rettung mehrerer Dutzend Wanderer von einer Berghütte in der Nähe von Garmisch. Wegen beschädigter Brücken konnten sie vorerst nicht zu Fuß ins Tal zurück gelangen - und wurden am Sonntag mit Hubschraubern ausgeflogen.

Am Sonntag waren mehrere Hubschrauber in Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen im Einsatz. Dort hatte zuvor Landrat Anton Speer (Freie Wähler) den Katastrophenfall ausgerufen, um die Einsatzkräfte bündeln zu können, wie ein Behördensprecher sagte.

Wanderer nach Murenabgang mit Hubschraubern ins Tal gebracht

Der Bergwacht zufolge saßen gut 60 Bergwanderer auf der Höllentalangerhütte fest, unter ihnen auch Kinder. Verletzte gab es nicht. Die Menschen hatten die Nacht auf der Hütte verbracht. Wegen zerstörter Brücken und Wege im Höllental war ihnen der Rückweg versperrt. Diesen wieder begehbar zu machen, werde mehrere Tage dauern, sagte der Bergwachtssprecher. Deswegen seien die Wanderer mit Hubschraubern ausgeflogen worden.

Bereits in der Nacht auf Sonntag hatte es in Grainau einen großen Einsatz gegeben: Mehr als 200 Bewohner der Gemeinde waren vorübergehend in Sicherheit gebracht worden, nachdem ein Bach über die Ufer getreten und eine Mure abgegangen war.

Nach den Unwettern der vergangenen Nacht bleibt die Höllentalklamm in Grainau-Hammersbach vorerst gesperrt. Durch den ergiebigen Regen sind Sicherungsseile und Geländer in der Klamm erheblich beschädigt worden. Der Alpenverein appelliert an Wanderer, die Höllentalklamm derzeit nicht zu betreten. Da befürchtet wird, dass weiterhin Geröll oder Muren abgehen, bestehe Lebensgefahr, so Ostler. Wann die Höllentalklamm wieder zugänglich ist, sei derzeit unklar.

Schäden im Rathaus in Erlangen, 100 Einsätze in Nürnberg innerhalb zwei Stunden

Auch im restlichen Freistaat gewitterte und regnete es in der Nacht zum Sonntag teilweise heftig. Feuerwehren und Polizei waren zeitweise im Dauereinsatz. In Nürnberg meldete die Feuerwehr wegen des Unwetters mehr als 100 Einsätze innerhalb von zwei Stunden. In ein Gebäude sowie in zwei weiteren Wohnungen schlug den Angaben zufolge der Blitz ein. Zudem liefen mehrere Keller voll. In Erlangen gab es Schäden am Rathaus, weswegen die Behörde am Montag geschlossen bleiben sollte.

Im Landkreis Aschaffenburg beispielsweise gab es mehr als 70 Einsätze der Feuerwehr. "In der Gemeinde Haibach stand ein Haus bis zum Erdgeschoss unter Wasser", teilte die Feuerwehr mit. Die Bewohnerin kam verletzt ins Krankenhaus. Zahlreiche Keller liefen voll. Etliche Straßen wurden von Schlamm überspült.

In Schwaben brannte in der Nacht zum Sonntag ein Wohnhaus. "Blitzschlag als Brandursache ist nicht auszuschließen", sagte ein Polizeisprecher. Die 30 Jahre alte schwangere Hausbewohnerin rettete sich unverletzt ins Freie. Sie wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Den Schaden schätzte die Polizei auf mehr als 100.000 Euro.

Unwetter am Sonntag suchen Oberpfalz und Oberfranken heim

Doch damit fanden die Gewitter am Wochenende noch kein Ende. Auch am Sonntagabend wurden mehrere Regionen Bayerns von Unwettern heimgesucht. So traf in der Oberpfalz insbesondere die Region um Neustadt an der Waldnaab. Mehrere Ortschaften wurden überflutet, jede Menge Schlamm auf die Straßen gespült.

Wieselrieth: Autos fahren bei starkem Regen auf der zum Teil unter Wasser stehenden Autobahn 6. Heftige Unwetter haben im Landkreis Neustadt an der Waldnaab für zahlreiche Überschwemmungen gesorgt.

Auch in Oberfranken gingen am Sonntagabend heftige Gewitter mit Starkregen ab. Örtliche Gewitter mit Starkregen sorgten vor allem für vollgelaufene Keller und überflutete Straßen. Besonders betroffen ist die Region rund um das oberfränkische Bayreuth. In den Stadtteilen Seulbitz und St. Johannis wurden Straßen überflutet, auch Keller standen unter Wasser. 

In Bindlach drohte ein kleiner Bach mehrere Gärten und Häuser zu überfluten. Die Feuerwehr pumpte am Abend Wasser ab und versuchte so den Pegel niedrig zu halten. Auch das nahe Crottendorf bei Bindlach kämpfte gegen die Fluten. Dort steht der Ortskern knietief unter Wasser. Außerdem musste die Bahnstrecke in diesem Bereich gesperrt werden, da unklar ist, ob der Bahndamm unterspült wurde.

mh (mit Material der dpa)

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