Prozess vor dem Regensburger Landgericht

Gerichtsurteil: Xavier Naidoo darf nicht Antisemit genannt werden

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Xavier Naidoo
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Regensburg - Der Sänger Xavier Naidoo (46) wehrte sich mit einer Unterlassungsklage vor dem Landgericht Regensburg gegen Antisemitismus-Vorwürfe. Eine Referentin einer Stiftung hatte ihn so bezeichnet. Am Dienstag fiel das Urteil.

Naidoo (Söhne Mannheims) berief sich in der Verhandlung vor drei Wochen nach Gerichtsangaben auf die Kunstfreiheit und betonte, dass er sich gegen Rassismus einsetze. Den Vorwurf antisemitischer Ressentiments wies er im Gerichtssaal zurück. 

Bei einer Veranstaltung der Amadeu-Antonio-Stiftung im vergangenen Jahr in Straubing hatte eine Referentin vor Publikum gesagt: "Er ist Antisemit, das ist strukturell nachweisbar." Naidoo erwirkte daraufhin eine vorläufige Verfügung, dass diese Äußerung zu unterlassen sei. Das Gericht befasste sich in der Verhandlung mit der Auslegung des Wortes "Antisemitismus". Zum Prozessauftakt erschien der erfolgreiche Sänger persönlich. Die Beklagte bekräftigte ihren Standpunkt, wonach Naidoo in seinen Liedtexten auch antisemitische Codes und Chiffren verwende. Diese seien ihm nicht bekannt, hielt der Musiker dagegen.

Wie der BR am Dienstagvormittag berichtet, ist das Urteil im Prozess gefallen. Demnach habe der Sänger Recht bekommen. Bei einer Wiederholung drohen der Referentin der Amadeu-Antonio-Stiftung nun Ordnungsgeld oder Ordnungshaft.

mh mit Material der dpa

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