Verborgene Schätze der Erdgeschichte

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Schleifen wie unsere steinzeitlichen Vorfahren: Raue Kieselsteine und Pflanzenteile vom Schachtelhalm dienten zum Bearbeiten weicherer Gesteine. Ebene Flächen härterer Gesteinssorten werden auf dicken Glasscheiben mit Schleifpulvern verschiedener Körnung und Wasser bearbeitet.

Fürstätt - Im Gegenüber zum Modell eines Wollmammuts fand an der WV-Bühne der LGS eine faszinierende Erkundungsreise in die Erdgeschichte statt. Die Schüler der Fürstätter Volksschule durften für einen Tag den Workshop des Naturkunde-Museums aus Siegsdorf besuchen.

Die Gruppenleiterinnen Johanna Steigelmann und Irmi Böttcher, Frau Dauhrer und Frau Steiner und Dr. Robert Darga, der Leiter des Museums, standen für uns bereit, wiesen uns fachkundig in die Materie ein und erklärten uns die Arbeitsschritte.

Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, so dass wir im Wechsel verschiedene Schleifmethoden erproben konnten. Die Arbeitsmaterialien und Steine standen auf einem Rinderfell am Boden und auf Biertischen bereit. Die erste Möglichkeit war, ein kleines Stück Speckstein aus Südamerika oder ein versteinertes Einzellerskelett (Assilina exponens) von der Größe einer Zwei-Cent-Münze zu bearbeiten. Dazu benutzten wir einen rauen Kieselstein und Schachtelhalmstücke mit gerillter Oberfläche zum Schleifen. Abschließend wurden die Steine mit Lamm- oder Schaffellteilen poliert. Diese Technik sah einfach aus, verlangte aber viel Ausdauer und Geschick.

Als zweite Möglichkeit durften wir uns einen handlichen rohen Zuschnitt eines Gesteinsbrockens aussuchen und stellten uns an Tische mit Glasplatten. Zunächst bekamen wir ungefähr einen Esslöffel Schleifpulver mit 80-er Körnung auf die Scheibe geschüttet und gaben wenige Tröpfchen Wasser dazu. Nun schmirgelten alle druckvoll mit der abgeflachten Seite über die gesamte Glasfläche bis an deren Rand.

Nach diesem ersten Schritt, wie auch nach den darauf folgenden, mussten wir unsere Werkstücke und Hände in einem nur dafür vorgesehenen Eimer mit Wasser abwaschen und die Schleiffläche des Steins sorgfältig abtrocknen. Nun wurde sichtbar, ob es noch raue Stellen gab, die nachgearbeitet werden mussten.

Wenn alles gleichmäßig bearbeitet war, durften wir die Steine auf den anderen Tischen nacheinander mit feineren Körnungen weiter bearbeiten. Dr. Darga erklärte: "Das Schleifpulver besteht aus Siliciumcarbid. Es wird in verschiedenen Körnungen hergestellt. Wir verwenden Körnungen von 80 bis 1000. Für ein optimales Schleifergebnis muss man strikt auf die Schleifhygiene achten. Wenn Teile der gröberen Körnung an der Schleiffläche verbleiben, kommt es bei der Arbeit mit feineren Körnungen zu Kratzern und ergibt keine glänzende Oberfläche."

Abschließend polierten wir unsere Steinflächen auf einem Industriefilz mit einem sehr feinen Polierpulver. Nun glänzten sie wie lackiert. Es war sehr interessant, die Oberflächen zu schleifen und dadurch Farben und Strukturen herauszuarbeiten. Fachmännisch betrachtete Dr. Darga abschließend die Steine und nannte uns den Namen und die Eigenschaften der Muschelkalk- und Marmorsorten. Sehr raffiniert wirkten auch die zarten Strukturen von Tropfsteinen.

Wer sich nun auch für die Steinbearbeitung interessiert, muss sich um die Ausrüstung keine Sorgen machen. Das Naturkundemuseum bietet auch komplette Schleifsets in Hobbymengen an. Der Besuch dieses Workshops im Rahmen des "Grünen Klassenzimmers" der LGS hat uns sehr gut gefallen. Alle waren stolz auf die entstandenen Schmuckstücke. re

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