Hagelflieger: "Tennisballgroße Körner!"

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Landkreis - Bei fast tropischen Temperaturen sind am Mittwochabend lokale Gewitter über Bayern gezogen. Die Hagelflieger hatten bei ihrem Einsatz mit extremen Bedingungen zu kämpfen.

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Nach Informationen unserer User waren folgende Ortschaften von Hagelschauern betroffen:

  • Bad Wiessee
  • Kolbermoor
  • Bad Aibling
  • Großkarolinenfeld
  • Pfaffenhofen
  • Traunreut
  • Traunwalchen

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Über gravierende Schäden ist bislang nichts bekannt. Am härtesten traf es aber Bad Wiessee, dort ging ein Gewächshaus zu Bruch, und Kolbermoor - hier waren die Hagelkörner teilweise so groß wie Golfbälle. Im Spinnereigelände durchlöcherten die Hagelkörner ein Vordach.

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Einsatz der Hagelflieger blieb erfolglos

Die Hagelschauer, die gestern über vereinzelten Gemeinden in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein niedergingen, konnten von den Hagelfliegern nicht verhindert werden. Das Gewitter entwickelte sich nach Angaben des Landratsamtes Rosenheim so speziell, dass beide eingesetzten Hagelflieger ihr Silberjodid nicht erfolgreich ausbringen konnten.

Georg Vogl, beim Landratsamt Einsatzleiter der Hagelflieger, sprach von einer extremen Entwicklung: "Es gab mehrere Gewitterzellen hintereinander, die bis zu 14 (!) Kilometer hoch waren. Die Radarechos zeigten in den Wolken Hagel vom Boden bis zu einer Höhe von elf Kilometern an."

Die Gewitterzellen entstanden um kurz nach 16:30 Uhr zwischen Garmisch und Murnau. Wenige Minuten später informierte ein Meteorologe die Hagelflieger. Während sich die beiden Maschinen auf den Weg machten, zogen die Gewitterwolken über den Walchensee und Kochelsee in Richtung Lenggries.

Dort wollten die beiden Hagelpiloten gegen 17:30 Uhr mit dem Ausbringen des Silberjodids beginnen. Das klappte allerdings nur eingeschränkt, da es vor der Gewitterzelle bereits hagelte. Beide Maschinen mussten zunächst abdrehen, da sie von bis zu tennisballgroßen Hagelkörnern getroffen wurden.

Etwa zehn Minuten später stellten die Hagelpiloten ein weiteres Problem fest. An den Gewitterzellen fehlten die Aufwinde, die unbedingte Voraussetzung sind, damit das Silberjodid in den Wolken verteilt werden kann. So blieb die versuchte Impfung weitgehend erfolglos.

Über Gmund am Tegernsee, Miesbach und Hausham erreichten die Gewitterzellen den Landkreis Rosenheim. Während sie zwischen Bad Aibling und Kolbermoor, am Nordrand von Rosenheim vorbei über Schechen weiter in Richtung Nordosten in den Landkreis Traunstein zogen, hagelte es weiter. Am Boden wurden bis zu fünf Zentimeter große Hagelkörner festgestellt.

Nachdem die Hagelflieger wegen Dunkelheit landen mussten, zeigten die Radarechos eine nochmalige Intensivierung der Hagelkörner in den Gewitterzellen, die vor allem den Landkreis Traunstein trafen.

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Weitere Teile der Region blieben vom Hagel verschont, Blitze zuckten aber im Minutentakt, so wie hier über Mühldorf:

Gewitter über Mühldorf

Auch heute kann es vereinzelt wieder zu Gewittern kommen!

 

vod/mw/Pressemeldung LRA Rosenheim

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