Zwei Frauen brutal missbraucht und gewürgt

Vergewaltigung am Rosenheimer Inndamm: Urteil ist gefallen

+
Zum Prozessauftakt Ende März verdeckte Emrah T. sein Gesicht
  • schließen
  • Markus Zwigl
    Markus Zwigl
    schließen

München/Rosenheim -  Im Prozess gegen einen 28-Jährigen, der zwei Frauen in Rosenheim und München vergewaltigt haben soll, wurde am Mittwoch am Landgericht München I das Urteil gesprochen.

UPDATE, 14.32 Uhr:  Urteil gefallen

Der 28-jährige, kurdischstämmige Türke wurde am Mittwochnachmittag vom Münchner Landgericht I zu einer Haftstrafe von 14 Jahren und sechs Monaten verurteilt. Der Angeklagte ist schuldig wegen des versuchten Mordes und besonders schwerer Vergewaltigung, so das Gericht, berichtet br.de.

Vorbericht

Der Mann ist laut Anklage zunächst am 26. November 2015 auf eine 29-jährige Frau am Rosenheimer Inndamm losgegangen, mehrere 100 Meter Richtung Inn in ein anliegendes Dickicht gezerrt und brutal vergewaltigt. Rund ein Jahr später - am 18. Dezember 2016 - habe er eine 45-jährige Joggerin im Englischen Garten in München attackiert, vergewaltigt und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt. Vor den Plädoyers der Staatsanwaltschaft und des Verteidigers hatte der Angeklagte am letzten Verhandlungstag beide Taten gestanden und damit sein wochenlanges Schweigen gebrochen

Staatsanwalt fordert lebenslänglich

Eine Erklärung hatte er für sein Handeln nicht, er habe jedoch unter dem Einfluss von Alkohol gestanden. Der Mann ist unter anderem wegen versuchten Mordes angeklagt. Die Anklage geht von Heimtücke und Sexgier aus, die den Mann zu den Taten bewegt haben soll. Laut Staatsanwaltschaft habe deren Vertreter eine lebenslange Freiheitsstrafe für den Angeklagten gefordert – die Verteidigung sprach sich für eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als neun Jahren aus. Nachdem auch bei der Aussage eines Opfers die Öffentlichkeit ausgeschlossen worden war, fanden die Plädoyers ebenfalls unter Ausschuss der Öffentlichkeit statt.

Der 28-Jährige war nach Angaben der Anklagebehörde mit seiner damals schwangeren Ehefrau und dem gemeinsamen Kind im Oktober 2015 aus der Türkei nach Deutschland geflohen. In Rosenheim wurden sie von der Polizei aufgegriffen und in eine Unterkunft nach München gebracht.

Hintergrund

Da die Frauen von hinten attackiert wurde, gab es nur eine unsichere Personenbeschreibung. Das Tatmuster der Inndammvergewaltigung wies jedoch Parallelen zur aktuellen Vergewaltigung im Englischen Garten auf. Die Polizei kam dem mutmaßlichen Sextäter schließlich durch Ermittlungen in einem anderen Fall auf die Schliche. Durch einen DNA-Abgleich war er Ende März 2017 überführt worden. Die Spuren sprechen gegen Emrah T.

mh mit Material der dpa

Hinweis der Redaktion: Aufgrund zahlreicher Kommentare, die gegen unsere Nettiquette verstießen, haben wir die Kommentarfunktion unter diesem Artikel beendet. Wir bitten um Verständnis.

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Sie haben aber die Möglichkeit uns Ihre Meinung über das Kontaktformular zu senden.

Die Redaktion

Live: Top-Artikel unserer Leser