Die Sicht der Rechtsanwälte

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Rosenheim/München - Die Rechtsanwälte von Michael Christoforakos, dem in Stephanskirchen gefassten Ex-Siemens-Manager, sehen seine Verhaftung anders. Ihre Darstellung des Falls...

Die Pressemitteilung der Kanzlei Heisse Kursawe Eversheds aus München im Original-Wortlaut:

“Griechenland bedroht deutschen Siemens-Manager

Falsche Dokumente der griechischen Behörden sollen deutschen Staat zur Auslieferung des Familienvaters zwingen

Verteidiger Stefan Kursawe fürchtet um das Leben des früheren Chefs von Siemens Griechenland und Siemens Nixdorf

15 Uhr: Pressekonferenz mit den Verteidigern Stefan Kursawe und Daniel Peter Ort: vor dem Haus der Staatsanwaltschaft, Königstr. 7, im Zentrum von Rosenheim

Heute früh um sechs Uhr wurde der deutsche Physiker und langjährige Chef von Siemens-Nixdorf und Siemens Griechenland Dr. Michael Christoforakos auf Veranlassung griechischer Behörden und nach einem Tipp griechischer Privatdetekive von einem Sonder-Einsatzkommando der Polizei in Rosenheim festgenommen.

 Christoforakos hatte Siemens Griechenland von 1996 bis 2007 geleitet. Die griechischen Behörden werfen ihm vor, bis 2003 durch Teilnahme an "Bestechungsprogrammen" Aufträge der griechischen Telefongesellschaft OTE für Siemens erreicht zu haben.

Diese Vorwürfe sind inzwischen nach deutschem Recht verjährt.

In Griechenland dagegen droht dem deutschen Staatsbürger eine lebenslange Freiheitsstrafe.

"An diesem Fall hängen Dutzende griechischer Spitzenpolitiker, die kein Interesse an einem Geständnis haben", sagt Verteidiger Stefan Kursawe: "Ich fürchte um das Leben meines Mandanten, sobald dieser griechischen Boden betritt." "Die griechischen Behörden haben die Auslieferung unter anderem damit begründet, dass Herr Christoforakos angeblich akut suizidgefährdet sei. Das ist nicht zutreffend. Mein Mandant ist ein sportlicher, gesunder und lebensfroher Mensch und liebevoller Familienvater. Ich habe Sorge, dass Herr Christoforakos eine Haft in Griechenland nicht überlebt."

Die Fälschung der griechischen Behörden

Nach deutschem Recht ist die Anschuldigung gegen Michael Christoforakos verjährt. Die Verjährungsfrist beträgt fünf Jahre. Die Verjährung kann nur gestoppt werden, wenn Michael Christoforakos seit 2003 als Beschuldigter vernommen wird. Dies ist bisher aber nicht geschehen.

"Die griechischen Behörden haben meinen Mandanten erst ab April 2009 als Beschuldigten vernommen. Damit ist die Verjährung nach deutschem Recht eingetreten. Im Haftbefehl behaupten sie nun plötzlich etwas anderes: Jetzt steht dort, dass auch die früheren Vernehmungen als "Zeuge" 2008 Vernehmungen als "Beschuldigter" waren. Das ist eine grobe Fälschung. Deutsches Original und griechische Fälschung liegen mir vor."

Lesen Sie auch:

Ehemaliger griechischer Siemens-Manager gefasst

Steckbrief Michael Christoforakos

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser