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Rund 97 Prozent der Vermissten werden gefunden

Vermisstenanzeige: So läuft die Suche nach abgängigen Personen ab

Vermisste Person Symbolbild
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Oftmals bittet die Polizei auch die Bevölkerung in einer Öffentlichkeitsfahndung um Mithilfe.

Derzeit häufen sich auch in der Region wieder die Fälle von vermissten Personen. Doch ab wann gilt eine Person überhaupt als vermisst und wie sollte man sich als Angehöriger oder Freund in einem derartigen Fall verhalten?

Landkreis - Es ist für viele eine absolute Albtraum-Vorstellung: Ein Freund oder Familienmitglied ist nicht wie geplant nach Hause gekommen, das Handy ist aus und es gibt keine Kontaktmöglichkeit. Schnell schwirren die schlimmsten Gedanken im Kopf herum und man würde sich am liebsten direkt selbst auf die Suche begeben. Doch wo fängt man mit der Suche an? Bringt eine Vermisstenanzeige bei der Polizei etwas? Gibt es bestimmte Voraussetzungen oder Fristen, welche bei einer Vermisstenanzeige eingehalten werden müssen?

Grundsätzlich kann man zumindest die letzte Frage relativ schnell und auch einfach beantworten: Nein. Die weit verbreitete Vermutung, dass eine Person mindestens 24 Stunden lang abgängig sein müsse, ehe sie bei der Polizei als vermisst gemeldet werden könnte, ist ein Mythos. Jedoch wird die Polizei nicht immer sofort bei vermeintlichen Vermisstenmeldungen tätig. Bei abgängigen Erwachsenen legt die Polizei oftmals nahe, erst einmal ein wenig abzuwarten. Dies liegt an der Tatsache, dass laut Gesetz Volljährige ihren Aufenthaltsort frei wählen können und niemandem darüber berichten müssen. Weiter bedeutet das, dass die Polizei grundlegend nicht nach Erwachsenen suchen dürfte, welche vorübergehend nicht auffindbar oder erreichbar wären.

Vermisstenanzeige bei Minderjährigen

Wie das Bundeskriminalamt (BKA) mitteilt, sieht die Situation bei Minderjährigen hingegen etwas anders aus. Hier wird die Polizei nach der Aufgabe einer Vermisstenanzeige direkt tätig. Da die Eltern neben dem Sorgerecht auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht für ihre Kinder haben, dürfen sich Minderjährige nicht einfach aus dem gewohnten Umfeld entfernen, ohne den Eltern Bescheid zu geben.

Eine weitere Besonderheit gibt es außerdem, wenn Minderjährige vermehrt als vermisst gemeldet werden - hier beobachtet die Polizei genau den Grund des Verschwindens. Sollte ein Kind häufiger von zuhause abhauen, kann auch das Jugendamt in die Ermittlungen einbezogen werden, um die genauen Gründe für das Verschwinden in Erfahrung zu bringen, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd auf Anfrage von rosenheim24.de bestätigte.

Sofortige Suchmaßnahmen auch bei Erwachsenen möglich

Bei einem konkreten Verdacht hingegen kann die Polizei auch bei erwachsenen Personen umgehende Suchmaßnahmen einleiten. Darunter fällt beispielsweise, wenn sich ein Mensch nicht mehr in seinem gewohnten Lebensumfeld aufhält, der aktuelle Aufenthaltsort unbekannt ist und er vermutlich in Gefahr ist. Ebenfalls wird die Polizei sofort tätig werden, wenn es bei der abgängigen Person suizidale Absichten gibt, oder sie auf wichtige Medikamente angewiesen ist.

Wie geht die Polizei nach der Aufgabe der Vermisstenanzeige weiter vor? Dies hängt entscheidend von verschiedenen Faktoren ab. Steht ein mögliches Gewaltverbrechen im Zusammenhang mit dem Verschwinden einer Person, so zählt meist jede Minute. Daher werden in derartigen Fällen oftmals sämtliche verfügbare Hebel in Gang gesetzt. Von der Bereitschaftspolizei über Einsatzkräfte des Rettungsdienstes und der Feuerwehr, Hubschraubern mit Wärmebildkameras, Hundestaffeln bis hin zur Handyortung wird alles versucht, um einen schnellstmöglichen Fahndungserfolg zu verzeichnen. In diesem Zusammenhang wird in den meisten Fällen auch die Bevölkerung in eine Öffentlichkeitsfahndung einbezogen.

Großteil der Vermisstenfälle wird aufgeklärt

Die Mehrzahl der gemeldeten Vermissten in Deutschland kann wieder aufgefunden werden. Laut BKA werden deutschlandweit täglich etwa 200 bis 300 Fahndungen nach vermissten Personen neu erfasst. Rund die Hälfte der Vermissten-Fälle kläre sich bereits in der ersten Woche, innerhalb eines Monats läge die „Erledigungs-Quote“ bereits bei über 80 Prozent. Nur circa drei Prozent aller Vermissten sind laut Bundeskriminalamt auch nach über einem Jahr noch abgängig.

aic

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