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Mann in Ruhpolding seit 13 Jahren spurlos verschwunden

„Cold Cases“ und mysteriöse Fälle: So viele Menschen gelten in der Region als vermisst

Im Kalenderjahr 2022 beschäftigten etwa 1500 Vermisstenfälle die Beamten im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Südost. (Symbolbild)
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Im Kalenderjahr 2022 beschäftigten etwa 1500 Vermisstenfälle die Beamten im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Südost. (Symbolbild)

Eine vierstellige Zahl an Menschen gilt aktuell (Stand: 19. Januar) in Bayern als vermisst. Während sich viele Fälle innerhalb weniger Tage aufklären, bleiben manche Personen auch über Jahre verschwunden. So viele Menschen sind aktuell in der Region abgängig und das sind die erschütterndsten Fälle:

Rosenheim – Die Beamten der Polizeidienststellen in Bayern sind aktuell in insgesamt rund 1600 Vermisstenfällen gefordert. In einem Kalenderjahr gelten allein im Freistaat etwa 10.000 Menschen als vermisst, wie Martin Cornils von der Vermisstenstelle der Abteilung Personenfahndung beim Bayerischen Landeskriminalamt (LKA) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erklärt.

Darin enthalten seien auch zahlreiche Fälle, die sich bereits innerhalb von kurzer Zeit aufklären lassen oder auch Personen, die mehrfach vermisst gemeldet werden – dabei handle es sich seinen Angaben zufolge meist um Jugendliche. 76 Prozent der Vermisstenfälle im vergangenen Jahr konnten laut des LKA-Beamten innerhalb von drei Tagen geklärt werden.

Zahlen und Fakten des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd

Doch wie sieht die Situation in der Region aus? Auf Anfrage von rosenheim24.de erklärte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd, dass im Jahr 2022 circa 1500 Vermisstenfälle innerhalb des Zuständigkeitsbereichs erfasst wurden. Neben Stadt und Landkreis Rosenheim fallen auch die Kreise Traunstein, Mühldorf am Inn, Altötting, Berchtesgadener Land, Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau in diese Statistik.

Der Dienstbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd erstreckt sich über mehrere Landkreise.

Polizei-Pressesprecher Alexander Huber konnte im persönlichen Gespräch außerdem auch Informationen bezüglich der Aufklärungsquote geben. Von den etwa 1500 Fällen aus dem vergangenen Kalenderjahr seien seinen Angaben zufolge etwa 75 ungeklärt geblieben.

Sehr gute Aufklärungsquote bei Vermisstenfällen

„Weit über 90 Prozent“ der Fälle können laut Huber aufgeklärt werden, doch die Zahl höre sich „weit weniger an, als sie ist“. In den meisten der vermeintlich ungeklärten Vermisstenfälle handle es sich nämlich um minderjährige Flüchtlinge, die zwar in Deutschland registriert, aber anschließend ins Ausland weitergereist seien – ohne dies entsprechend bei den Behörden zu melden.

Huber erklärte außerdem, dass es derzeit (Stand: 19. Januar) insgesamt 37 Fälle im Dienstbereich gebe, in denen Ermittlungen laufen würden. Dabei handle es sich unter anderem auch um mehrere Langzeitvermisste, die bereits seit einigen Monaten oder gar Jahren verschwunden sind.

Brite seit 13 Jahren verschwunden – seine Spur verliert sich in Ruhpolding

Der aktuell älteste aktive Vermisstenfall der Region geht bis ins Jahr 2010 zurück. Vor inzwischen 13 Jahren verschwand der damals 28-jährige Christopher James Miles – seine Spur verlor sich am Ruhpoldinger Bahnhof. Der Brite brachte damals mit einem blauen VW Bus Hotelgäste von Saalfelden nach Ruhpolding.

„Die Hotelgäste hat der 28-Jährige am Bestimmungsort abgesetzt und dann verliert sich seine Spur. Der Arbeitgeber aus Österreich erstattete eine Vermisstenanzeige“, heißt es seitens des zuständigen Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Bei einer sofort eingeleiteten Vermisstenfahndung konnte zwar der verlassene Bus am Ruhpoldinger Bahnhof aufgefunden werden, von dem Briten fehlt allerdings bis heute jede Spur.

Zwei 39-Jährige in Bayern vermisst – ein Fall Thema bei „Aktenzeichen XY… ungelöst“

Zuletzt sorgten im Freistaat die Fälle von zwei vermissten Frauen für Aufsehen – beide Male kann die Polizei ein Gewaltverbrechen bislang nicht ausschließen. So sucht beispielsweise das Polizeipräsidium Mittelfranken seit Mitte Dezember 2022 nach einer 39-Jährigen aus Nürnberg. Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens war die Frau im achten Monat schwanger.

Ein weiterer bayerischer Vermisstenfall war am Mittwoch (18. Januar) zudem Thema bei der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“. Seit Anfang November ist eine 39 Jahre alte Frau aus Unterhaching abgängig. Ihr Mann meldete sie bei der Polizei nach einem Streit bei der Polizei als vermisst. Auch sie ist spurlos verschwunden, ein mögliches Gewaltverbrechen steht ebenfalls im Raum.

Bayernweite Statistik: Über 50 Prozent der Vermissten sind Jugendliche

Bayernweit am häufigsten abgängig waren im vergangenen Jahr übrigens Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren (54 Prozent), darauf folgten Erwachsene zwischen 18 und 59 Jahren – auf sie entfielen 27 Prozent der Vermisstenfälle. In etwa zehn Prozent der Fälle waren Kinder bis 13 Jahre und Erwachsene über 60 Jahre abgängig.

Während bei Kindern und Jugendlichen etwas mehr Mädchen als Jungen vermisst werden, ist bei den Erwachsenen und über 60-Jährigen der Anteil der vermissten Männer laut LKA fast doppelt so hoch wie der der Frauen.

Corona macht sich auch bei Vermisstenfällen bemerkbar

Grundlegend gilt die Zahl der Vermissten in Bayern als relativ stabil. In den Corona-Jahren 2020 und 2021 gab es LKA-Angaben zufolge aber etwas weniger Vermisstenfälle. Als Gründe vermutet Cornils die Ausgangssperren, weniger Urlaube und Freizeitaktivitäten.

Doch was passiert, wenn Vermisste auch nach Jahrzehnten nicht aufgefunden werden können? Auch darauf hat LKA-Experte Cornils eine Antwort: Grundsätzlich würden Fälle nach 30 Jahren geschlossen. 146 solcher ungeklärter Fälle, die oft auch als „Cold-Cases“ bezeichnet werden, befinden sich derzeit in den Akten des Landeskriminalamts.

aic

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