Kinderpornos und Waffen - Bewährung!

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Traunstein - Ein Frührentner aus dem Achental hat Kinderpornos aus dem Netz heruntergeladen und anderen Usern zur Verfügung gestellt. Jetzt wurde er verurteilt - zu einer Bewährungsstrafe!

Die zweijährige Freiheitsstrafe wurde allerdings auf vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Wie das Oberbayerische Volksblatt in seiner heutigen Ausgabe berichtet, kamen die Ermittler dem 52-jährigen Mann im September 2009 auf die Schliche, als er sich erneut (Porno-)Fime über eine sog. Filesharing-Tauschbörse aus dem World Wide Web heruntergeladen hatte. Im April 2010 kreuzte dann dann die Polizei in der Wohnung des Mannes im Achental auf und stellte fast 2500 kinderpornografische Dateien sowie vier funktionstüchtige Waffen sicher.

Über seinen Verteidiger Harald Baumgärtl aus Bernau ließ der Angeklagte am Montag beim Prozess ein Geständnis verlesen. Der Anwalt erklärte, sein Mandant habe keinerlei pädophile Neigungen. Die Waffen habe der Angeklagte in einem Wald bei Bad Reichenhall in einer Kiste gefunden und aus Sorge, dass Kinder sie finden würden, mit nach Hause genommen. Bezüglich der Filme wurde gesagt, dass sich der Angeklagte mit der Maus bis zu hundert Filme auf einmal markiert und auf seinen Rechner gezogen habe. Dass darunter auch kinderpornografisches Material gewesen sein soll, habe der Angeklagte hinterher erst von den Kriminalbeamten erfahren.

Zeugen erläuterten dem Richter anschließend die Funktionsweise von Filesharing-Tauschbörsen. Die Staatsanwaltschaft um Staatsanwalt Martin Forster blieb skeptisch bzgl. der Aussagen zur Kinderpornografie, war sich aber mit allen Beteiligten einig, dass die Waffen ein Zufallsfund waren.

Das Schöffengericht beriet sich nach der Anhörung ungewöhnlich lange und sprach letztlich sein Urteil. Die Begründung: "Solche Mengen (verbotener Dateien) kann man nur besitzen, wenn man danach sucht."

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