Rettung aus dem "Riesending" erfolgreich!

VIDEO: Westhauser kommt an die Oberfläche

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Johann Westhauser erreicht mit Hilfe der Rettungsteams de Oberfläche am Untersberg
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Berchtesgaden - Nach der größten und spektakulärsten Höhlen-Rettung in Bayern erreichte der verunglückte Johann Westhauser nach zwölf Tagen wieder die Oberfläche. Die ersten Aufnahmen:

Insgesamt 728 Rettungskräfte, davon rund 200 Höhlenretter und Ärzte unter der Erde beteiligten sich an der Rettungsaktion des verunglückten Höhlenforschers Johann Westhauser aus der "Riesending"-Schachthöhle am Untersberg bei Berchtesgaden. An insgesamt zwölf Tagen  (hier finden Sie einen genauen Ablauf der Ereignisse) retteten die ehren- und hauptamtlichen Einsatzkräfte den Verletzten aus einer Tiefe von über 1.000 Meter. Am Donnerstag um 11.44 Uhr war es dann endlich soweit. Johann Westhauser kam endlich wieder ans Tageslicht.

Bei der Sonder-Pressekonferenz der Bergwacht am frühen Donnerstag Mittag nutzten alle Anwesenden, angeführt von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann die Gelegenheit, sich bei den Rettern und allen Beteiligten an der Rettungsaktion zu bedanken.

Fotos: Höhlenforscher gerettet

Herrmann lobte den unermüdlichen Einsatz von Rotem Kreuz, Bundeswehr, Malthäser und allen Helfern aus Italien, Österreich, der Schweiz, Kroatien und Deutschland. Zudem sei der Minister sehr erleichtert und glücklich, dass nun, nach erfolgreicher Rettung des Verunglückten einer Genesung bei einem Aufenthalt in einem Krankenhaus nichts mehr im Wege stehe. Sein besonderes Lob galt der Bergwacht, die bei dieser "Rettung aus dem Stehgreif" ihre eindrucksvolle Leistungsfähigkeit auf dem Gebiet der Höhlenrettung unter Beweis stellte. Auch der Gesamteinsatzleiter der Bergwacht, Klemens Reindl fand ausschließlich positive Worte für den gezeigten Einsatz aller beteiligten Rettungskräfte. Ohne die Hilfe der Nachbarländer, wäre ein Einsatz dieser Dimension schlicht nicht möglich gewesen, so Reindl. Was als regionale Lage begann, entwickelte sich schnell zu einem Fall, der über Landes- und Bundesgrenzen hinaus für Aufmerksamkeit aber auch für offene Ohren bei den ausländischen Helfern stieß. Unkompliziert und ohne nennenswerte Zeitverzögerung lieferten die Höhlenretter der vier genannten Nationen schnell und zielgerichtete Hilfe, so Reindl. DieHubschrauber der Bundeswehr, der Landes- und Bundespolizei waren nötig um die Höchstleistungen der Retter am Boden und in der Höhle zu unterstützen.

Nach insgesamt 12 Tagen, 23 Pressemitteilungen, ab dem zweiten Einsatztag täglichen Pressekonferenzen, am Ende sogar dreimal täglich, ging der Einsatz der Retter in der "Riesending"-Schachthöhle am Donnerstag unter enormem öffentlichen Interesse glücklich und erfolgreich zu Ende. Johann Westhauser wurde ins Unfallklinikum in Murnau eingeliefert, wo jetzt die weitere intensivmedizinische Versorgung gewährleistet werden kann. 

Pressemitteilung der Bergwacht Bayern zum Ende der Rettungsaktion

Johann Westhauser wurde noch am Mittag in eine Klinik in der Region zur weiteren ärztlichen Betreuung geflogen. Es ist geschafft: Die Höhlenretter in der „Riesending“-Schachthöhle am Untersberg haben den Verunglückten am Donnerstag um 11.44 Uhr aus der Höhle gerettet. Sofort nach seiner Ankunft an der Erdoberfläche wurde der Verletztevor Ort untersucht und mit dem Helikopter in eine Klinik geflogen. Sein Zustand ist weiterhin stabil. Der größte und schwierigste Rettungseinsatz in der Geschichte der Bergwacht Bayern nimmt damit ein erfolgreiches Ende. „Es hat am Ende etwas länger gedauert als am Mittwoch angekündigt. Nicht wegen Komplikationen, sondern weil wir den Einsatz mit Ruhe und Konzentration zu Ende bringen wollten“, sagt Einsatzleiter Klemens Reindl. Der Einsatz wird solange fortgesetzt, bis alle Höhlen- und Bergretter den Einsatzort sicher verlassen haben. Das Flugverbot über dem Untersberg-Massiv bleibt vorerst bestehen. „In den vergangenen Tagen wurde hier ein Kapitel alpine Rettungsgeschichte geschrieben, das vergleichbar ist mit der ersten erfolgreichen Rettung um den Bergsteiger Claudio Corti aus der Eiger-Nordwand im Jahr 1957“, sagt Norbert Heiland, der Vorsitzende der Bergwacht Bayern.

Insgesamt waren während der zwölftägigen Rettung 728 Rettungskräfte im Einsatz, davon 202 in der Höhle. Die Rettung war eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den besten Höhlenrettern aus ganz Europa. Die Bergwacht Bayern dankt allen Helfern aus der Schweiz, Österreich, Italien, Kroatien und Südtirol und allen beteiligten Rettungsdiensten und Behörden für ihre Hilfe.

Quelle: Bergwacht Bayern

Quelle: BGland24.de

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