Traunsteiner klagte sich jahrelang durch

Zu viele Flüchtlinge im Nachbarhaus: Behörden müssen zurückrudern

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Max Karpf vor der Nachbarswohnung. Weil es am Brandschutz haperte muss das Landratsamt nun nachrüsten und darf nur noch sechs Asylbewerber dort unterbringen. 
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Traunstein - Der Platz war zu eng und am Brandschutz in der Flüchtlingswohnung haperte es auch: Nach drei Jahren Zoff mit den Behörden setzte der Traunsteiner Max Karpf jetzt durch, dass das Landratsamt reagieren muss.

"Zuerst zog nur eine syrische Flüchtlingsfamilie ein, aber dann wurden es immer mehr", so der Traunsteiner Max Karpf. 31 Asylbewerber seien es laut ihm in der Spitze gewesen. Die Sache passte Karpf nicht mehr: Zum einen hat die Wohnung unter ihm gerade mal 72 Quadratmeter Wohnfläche (ohne Bad, Küche, Speis, Gang) um anderen anderen wusste er, dass es mit dem Brandschutz dort nicht weit her sein kann. Auf seinen Brief an das Landratsamt im November 2014 folgte ein Rechtsstreit gegen den Freistaat Bayern, der jetzt mit einem Vergleich beigelegt wurde.

Grundriss der Wohnung mit 72 Quadratmeter Wohnfläche. Elf Asylbewerber hätten dort 2016 laut Landratsamt gewohnt. Nachbar Karpf vermutet aufgrund der Namen am Klingelschild deutlich mehr. 

"Unser Leben war in Gefahr"

Nur noch vier Asylbewerber darf das Landratsamt nun in der Nachbarwohnung von Max Karpf unterbringen. Außerdem muss die Behörde dort Brandschutztüren einbauen und Fenster, sowie eine einsturzgefährdete Decke nachrüsten. Ist dies erledigt dürfen maximal wieder sechs Flüchtlinge in der Wohnung leben

"Schutz, Sicherheit und unser Leben waren in Gefahr. Die Behörden haben die Bauordnung missachtet", so Karpf, der mit seiner Frau über der Wohnung und dem nebenstehenden Bungalow wohnt. Mit dem Vergleich vor einer Zivilkammer des Landgerichts in München ist er nun zufrieden.

Landratsamt muss nachrüsten

"Nichts wäre einfacher gewesen, als hätte das Landratsamt noch damals, 2014 reagiert", meint Karpf rückblickend. Doch das Amt wollte keine Schäden erkennen. Der Rechtsstreit schaukelte sich über die Jahre so hoch, dass Karpf auf eigene Kosten einen Brandschutz-Gutachter bestellte - er bestätigte dem Gericht die baulichen Mängel. 

Prinzipiell störten Karpf die neuen Nachbarn nicht: "Der syrischen Familie habe ich mit Klamotten und Geschirr ausgeholfen. Auch als dann mehr eingezogen sind, unterstützte ich sie beim Schriftverkehr." Dass sich vor der viel zu kleinen Wohnung dann aber die Müllberge häuften, wollte Max Karpf nicht mehr einsehen. "Das Landratsamt hat die Zahl der Bewohner im Laufe des Verfahrens auf 15, später dann auf sechs verringert", so Karpf - doch von den einst angeblichen 31 Namen an der Klingel habe er auch Fotos.

Bis Ende 2019 läuft der Mietvertrag noch, den die Wohnungseigentümerin mit dem Landratsamt abgeschlossen hat. Nun sollte Frieden einkehren. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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