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Geimpft versus Ungeimpft: Wiener Virologe über Infektiosität

„Geimpfte können nicht zu Superspreadern werden“

Wiener Virologe Professor Dr. Norbert Nowotny über Corona-Impfung
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Der Wiener Virologe Professor Dr. Norbert Nowotny über die Infektiosität und die Ansteckungsgefahr von Geimpften im Vergleich zu Ungeimpften.

Die Impfung - der einzige Weg aus der Pandemie? Diese Meinung vertreten sowohl Wissenschaftler als auch Politiker. Doch angesichts Impfdurchbrüchen werden Zweifel an der Wirksamkeit der Spritze lauter. Wir haben uns beim Wiener Virologen Professor Dr. Norbert Nowotny erkundigt, wie die Infektiosität von geimpften im Gegensatz zu ungeimpften Personen einzuschätzen ist.

Landkreise - Hintergrund der Impfung war ursprünglich sich und andere zu schützen, die damit verbundenen wiedergewonnenen Freiheiten dienen eigentlich nur als „Zuckerl“, möge man der Politik Glauben schenken.

Nun ist es aber so, dass sich Geimpfte im Gegensatz zu Ungeimpften nicht mehr testen lassen müssen. Als Geimpfter aber - das ist inzwischen erwiesen - ist man dennoch nicht vor einer Ansteckung gefeit. Ferner kann das Virus auch von Geimpften weitergeben werden. „Die Geimpften aber können nicht zu Superspreadern werden“, versichert Nowotny.

„Ungeimpfte länger ansteckend als Geimpfte“

Es sei ein „riesen Unterschied“ bezüglich der Weitergabe des Virus und der Ansteckung zwischen Ungeimpften und Geimpften. Dazu gebe es klare Studien: Eine besage beispielsweise, dass die Viruslast im Geimpften wie Ungeimpften zum Zeitpunkt der Infektion ähnlich hoch sei - ein Aspekt, den Impfgegner gerne aufgegriffen hätten, um zu verdeutlichen, die Impfung helfe nicht.

„Aber“, so fährt der Professor fort: „Nach einigen Tagen konnten die Wissenschaftler feststellen, dass sich die Immunzellen und spezifischen Antikörper auf dieses neu auf diese Person einströmende Virus gestürzt und es zu einem Großteil abgetötet haben. Sprich: Die Viruslast sank in den folgenden Tagen in jenen Personen deutlich, während sie in nicht geimpften Personen für mindestens zehn Tage gleich hoch blieb. Wir folgern daraus, dass Ungeimpfte länger ansteckend sind als Geimpfte.“

Im Umkehrschluss bedeute das, Geimpfte seien im Vergleich zu Ungeimpften „deutlich weniger infektiös“. Hier sei die Frage ausschlaggebend, wie viele vollständig Geimpfte einen Krankenhausaufenthalt oder gar eine intensivmedizinische Behandlung benötigen. Dies seien dank steigender Durchimpfungsrate weniger Personen oder nur jene, die keinen Impfschutz besäßen. Unter den Covid-Patienten im Krankenhaus befänden sich indes oft Immungeschwächte, die trotz Impfung nur einen schwachen Schutz aufbauen könnten. Sie seien aber auch sehr anfällig für andere Infektionen.

Geimpfte müssten sich nur in drei Ausnahmefällen testen lassen

Daher sei der Virologe durchaus ein Freund des Antikörpertests: Anhand niedriger Antikörpertiter könne man sogenannte „Non-Responder“ - Personen, die auf die Impfung nicht oder weniger gut reagieren - erkennen. Diese könnten zwar ein drittes Mal geimpft werden, müssten sich aber weiter besonders vorsichtig verhalten.

Ferner verweist Professor Nowotny bezüglich Testungen auf das amerikanische Pharmaunternehmen CBC, das besagt, Geimpfte sollten oder müssten sich lediglich in drei Ausnahme-Fällen testen lassen:

  • Wenn die geimpfte Person einen Atemwegsinfekt entwickelt, um abzuklären, ob es sich um Corona oder eine andere Atemwegsinfektion handelt.
  • Sobald die geimpfte Person Kontakt mit einem Infizierten hatte.
  • Zur Absicherung, wenn Kontakt mit vulnerablen Personengruppen (Ältere oder Menschen mit Vorerkrankungen) besteht.

Trotz allem sollten Geimpfte laut Nowotny nicht gänzlich auf gewisse Vorsichtsmaßnahmen vergessen. Losfeiern, nur weil man geimpft sei, sei nicht erstrebenswert - ein geringes Restrisiko bleibe ja trotz Impfung, Stichwort Impfdurchbrüche. Mit seiner Meinung, dass Testungen für Geimpfte außer in den drei genannten Fällen in den Augen des Virologen nicht notwendig seien, ist er anderer Ansicht als das RKI, das Tests grundsätzlich auch für Geimpfte empfiehlt.

Ergänzend zum Thema: Hartnäckige Falschinformationen zur Impfung und ein Knackpunkt, der Mediziner umdenken lässt

Gefahr der Ansteckung für Geimpfte deutlich geringer als für Ungeimpfte

„Wenn alle anderen in meinem Umfeld und ich selbst geimpft bin, haben wir schon ein zweifach reduziertes Risiko der Ansteckung. Strömen Viren auf einen Geimpften ein, so tötet das vorprogrammierte Immunsystem die allermeisten sofort ab. Geimpfte scheiden also geringere Virenmengen ab, die eine Ansteckung anderer im Umfeld unwahrscheinlicher machen“, erklärt der Professor und fußt seine Aussagen darauf, dass für eine Infektion eine gewisse Virenmenge vorhanden sein müsse. So benötige man bei der Alpha-Variante 500 Viruspartikel, um sich anzustecken. Die Delta-Variante hingegen sei bekanntlich infektiöser.

Fallzahlen werden im Herbst/Winter wieder „dramatisch ansteigen“

Nowotny ist überzeugt, dass die Fallzahlen im Laufe des Herbst und Winters „dramatisch ansteigen“ werden, was bedeuten würde, dass das Virus wieder stärker in der Bevölkerung zirkuliere. Darauf ging Nowotny bereits im jüngsten Interview mit rosenheim24.de über das Coronavirus allgemein ein.

Der Prozentsatz an positiven Tests steige bereits, früher oder später werden wohl weitere Maßnahmen gesetzt werden müssen: „Die betreffen die Ungeimpften als die am gefährdetste Gruppe, in bestimmtem Maße aber vielleicht auch die Geimpften. Denn die steigenden Fallzahlen lassen sich nur unterbrechen, wenn die Leute geimpft oder nach einer durchgemachten Infektion genesen sind“, erläutert Nowotny und wirft einen Blick nach Island.

Das Land habe eine der höchsten Durchimpfungsraten in Europa und in der letzten Zeit keinen einzigen Covid-19-Todesfall, was die Wirksamkeit der Impfung untermauere. „Selbst wenn sie nicht zu 100 Prozent wirke, so schützt sie doch vor mittelschweren bis schweren Verläufen.“

„Je mehr Leute geimpft sind, desto weniger geben wir dem Virus die Chance, sich auszubreiten.“

Das Mittel der Wahl aktuell sind die 2G/3G-Regelungen. Eine 3G-Regel am Arbeitsplatz jedoch sollte in den Augen des Professors von den jeweiligen Gegebenheiten abhängig gemacht werden: „Bei Großraumbüros, in denen viele Menschen auf einem Raum sitzen, würde es wohl durchaus Sinn machen.“ Dies sei eher eine politische Frage.

In Österreich beispielsweise werde bereits die 1G-Regel debattiert, es werde daher „sanfter Druck“ ausgeübt, dass sich die Leute impfen lassen sollen. Dies könne durchaus in Deutschland auch noch kommen, mutmaßt Nowotny.

Der beste Weg für die kommenden Monate aus virologischer Sicht, und damit schließt der Professor seine Ausführungen, sei die Impfung: „Je mehr Leute geimpft sind, desto weniger geben wir dem Virus die Chance, sich auszubreiten.

mb

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