Die heimischen Landespolitikerinnen von CSU und Grünen

Volksbegehren ohne Weitblick? Streit zwischen Kaniber und Sengl

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Links Michaela Kaniber, CSU-Landwirtschaftsministerin aus Bayerisch Gmain, rechts Gisela Sengl, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Landtags-Grünen aus Sondermoning bei Nußdorf. 
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Bayerisch Gmain/Nußdorf - Die Fronten verhärten sich: Zeigt das "Volksbegehren Artenvielfalt" zu wenig Weitblick? Um diese Frage kreist nun ein Disput zwischen Michaela Kaniber und Gisela Sengl. 

Es war vor allem dieser eine Satz in einer Pressemitteilung von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, der die Grünen nun in Wallung bringt: "Artenschutz geht jeden an. Da legen die Initiatoren (des Volksbegehrens, Anm.) bedauerlicherweise wenig Weitblick an den Tag." Wenig Weitblick also beim "Volksbegehren Artenvielfalt - Rettet die Bienen"? Die Grünen-Landtagsabgeordnete Gisela Sengl aus Nußdorf konnte das nicht auf sich sitzen lassen.

Volksbegehren Artenvielfalt ohne Weitblick?

Michaela Kaniber

"Wenn Michaela Kaniber dem Volksbegehren den Weitblick abspricht, frage ich mich, wie sie die letzten Jahre nennt, in der die CSU-Staatsregierung taub und blind gegenüber dem leisen Sterben in der Landschaft war", so Sengl nun. Mit dem fehlenden Weitblick meint die Landwirtschaftsministerin aus Bayerisch Gmain aber auch, dass nicht einseitig die Bauern ins Visier genommen werden sollen. Vor allem die klein strukturierte Landwirtschaft sieht Kaniber an den Pranger gestellt.

Geht es nach dem Volksbegehren soll der Ökoanbau stark steigen – auf mindestens 20 Prozent Anteil bis 2025 und mindestens 30 Prozent bis 2030. Heute sind es unter zehn Prozent. So ein "massiver Ausbau" würde den Biobetrieben aber schaden, meint Kaniber: "Das gibt der Markt noch gar nicht her, dafür müssten viel mehr Verbraucher Bioprodukte einkaufen. Ich möchte auch im Biobereich keinen Preisverfall riskieren."

Klare Regeln vs. Freiwilligkeit

Das Volksbegehren als eine Gefahr für die Biolandwirtschaft? Kanibers Argument sei kaum glaubwürdig, so die Grünen-Abgeordnete Sengl: "Die Staatsregierung hat es doch über Jahre verpasst, heimische Absatzmärkte für Bioprodukte zu gestalten und die Möglichkeiten von Bio in Schulen, Kantinen oder Krankenhäusern kaum genutzt." Sengl sieht dagegen eine Chance für konventionelle Bauern, sich zu ökologisieren. Schließlich sei es zu 90 Prozent die Öko-Landwirtschaft, die dafür sorge, dass keine chemisch-synthetischen Ackergifte auf den Feldern und Wiesen landen würden. 

Gisela Sengl

"Die Diskussion ist richtig und wichtig", meint auch Michaela Kaniber - doch Umweltschutz müsse "gemeinsam mit den Bauern geschehen und nicht über deren Köpfe hinweg". Sie betont die Freiwilligkeit der Landwirte, schon heute nehme jeder zweite Bauer im Freistaat freiwillig an Agrarumweltmaßnahmen teil. Freiwilligkeit alleine reiche aber nicht mehr, meint dagegen Gisela Sengl: Es brauche fixe Staatsziele, Vorgaben und klare Regeln. 

-> Alle Fakten und Infos rund ums "Volksbegehren Artenschutz - Rettet die Bienen"

xe

Quelle: chiemgau24.de

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