Knapp eine Million Unterschriften werden benötigt

Volksbegehren "Rettet die Bienen" - so können Sie unterstützen

+

Landkreis/Bayern - Ein kleiner Triumph für die ÖDP, vielleicht ein großer Schritt, um dem Insektensterben entgegen zu wirken. Das Volksbegehren "Rettet die Bienen" wurde zugelassen. So können Sie Ihre Unterschrift abgeben.

Die Vielfalt der Insektenarten wird immer geringer, besonders betroffen sind Bienen und Schmetterlinge. Die ÖDP hat deshalb ein Volksbegehren gestartet, dass mehr Artenvielfalt in Bayern zum Ziel hat. Es geht um ein besseres Natur- und Artenschutzgesetz. Die Kernforderung ist die bayernweite Vernetzung von Lebensräumen für Tiere, wie zum Beispiel die Erhaltung von Hecken, blühenden Randstreifen und kleiner Gewässer. Am 15. November 2018 war es dann soweit: Das Innenministerium teilte mit, dass es das Volksbegehren "Rettet die Bienen" zugelassen hat.


Auch in Rosenheim wurde bereits vor Weihnachten das Aktionsbündnis für Artenvielfalt "Rettet die Bienen" gegründet und im Rupertiwinkel findet am kommenden Freitag, den 4. Januar ab 19.30 Uhr im Gasthof Rothlerwirt in Roth/Kirchanschöring eine Grüdungsveranstaltung statt. Die Bündnisse sind damit nur zwei von mehr als 100 Partnern, die sich für das Volksbegehren für mehr Artenvielfalt in Bayern einsetzen. Neben der ÖDP als Initiator sind unter anderem mit dabei: die Grünen, die Linke, die offene Linke und viele Verbände wie der Landesbund für Vogelschutz, der Bund Naturschutz Bayern, der Landesverband Bayerischer Imker und viele mehr.

Die nächste Hürde steht bevor

In diesem Monat wird es nun ernst für das Aktionsbündnis. Damit das Volksbegehren auch stattfinden kann, müssen sich innerhalb von zwei Wochen eine Million Bürger dafür eintragen. Genauer: Zehn Prozent der Wahlberechtigten in Bayern müssen im Zeitraum von 31. Januar bis 13. Februar ins Rathaus ihrer Gemeinde gehen und dort ihre Unterschrift abgeben, damit es zum Erfolg wird. 


Alle Infos zum Volksbegehren finden sie auch online unter volksbegehren-artenvielfalt.de

Das hohe Zehn-Prozent-Quorum könnte zur Hürde werden. Seit 1946 gab es in Bayern 20 Volksbegehren, von denen die meisten an der hohen Zehn-Prozent-Hürde scheiterten. Die Initiatoren sind aber zuversichtlich, haben sie Anfang Oktober ja fast 95.000 Unterschriften von Unterstützern  mit dem Zulassungsantrag im Innenministerium abgegeben. Das waren knapp vier Mal so viele wie mindestens benötigt.

Insektensterben schreitet weiter voran

27 Jahre lang wurden in 63 deutschen Naturschutzgebieten fliegende Insekten in speziellen Fallen gefangen und gewogen. Die Ergebnisse einer Studie der Forscher Hans de Kroon und Caspar Hallmann von der Universität Nijmegen belegen, dass wir seit 1989 über drei Viertel der Insektenmasse verloren haben.

In Bayern sind 506 Wildbienen-Arten heimisch, so die Süddeutsche Zeitung. 40 gelten als ausgestorben oder verschollen. Von den übrigen 466 Arten sind fast die Hälfte vom Aussterben bedroht oder gefährdet.

Kommentare