Fahrt in den Tod mit neu gekauftem Auto 

Flintsbach - Drei Tote, ein Schwerstverletzer sind die Bilanz des schrecklichen Unfalls heute Vormittag auf der A93. Der Autokauf von vier jungen Rumänen endete mit einer Tragödie.

Gegen 9.50 Uhr ist es zu einem schweren Verkehrsunfall mit drei Todesopfern auf der A 93 in Fahrtrichtung Kuftstein/Innsbruck zwischen den Anschlussstellen Brannenburg und Oberaudorf gekommen. Ein 20-jähriger Rumäne war mit einem in München gekauften VW Golf Rabbit, Baujahr 1989, in Richtung Süden unterwegs. Im Fahrzeug befanden sich als Beifahrer noch drei 19-jährige Landsleute. Alle Vier stammten aus dem gleichen Dorf in Rumänien.

Horrorcrash Pkw bohrt sich unter Lkw

Auto rast in Lkw

Am Parkplatz „Gletschergarten“ fuhr der Rumäne aus und prallte ungebremst in das Heck eines ordnungsgemäß abgestellten, bulgarischen Sattelzuges. Der VW wurde bei dem Anprall fast komplett unter den Auflieger geschoben. Alle Insassen wurden eingeklemmt und mussten von der Feuerwehr aus dem Wrack geschnitten werden. Der Fahrer und zwei Beifahrer konnten nur noch tot geborgen werden. Der hinten links sitzende, junge Mann wurde mit schwersten Verletzungen in das Rosenheimer Klinikum verbracht.

Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand kann ein Fremdverschulden ausgeschlossen werden. 

Der bulgarische Lkw-Fahrer erlitt einen Schock und wurde vom Rettungsdienst betreut.

An der Unfallstelle waren Kräfte der Feuerwehren aus Oberaudorf, Flintsbach und Degerndorf eingesetzt.

Der Sachschaden liegt bei ca. 20.000 Euro.

Rätselraten um die Unfallursache

Der tragische Unfall auf dem Rastplatz stellt die Ermittler im Augenblick noch vor Rätsel. Nach momentanem Erkenntnisstand war der Sattelzug vorschriftsmäßig auf der rechten Spur geparkt. Die linke Spur daneben war frei. Die Sichtverhältnisse waren Augenzeugen zufolge gut, lediglich der Parkplatz war mit einer dünnen Schneeschicht bedeckt. Ein Augenzeuge berichtet rosenheim24, dass am Unfallort keine Bremsspuren des VW Golf zu sehen gewesen wären. Das Auto hatte Winterreifen aufgezogen.

Möglicherweise ist der Fahrer einfach von der A93 abgekommen, sagte ein Polizeisprecher der dpa. Der Beamte brachte Übermüdung des Fahrers ins Spiel.

Rosenheim24 sagte die Polizei auf Nachfrage: "Alles, was im Moment zur Unfallursache spekuliert wird, ist Unsinn. Fakt ist: Wir wissen nicht, wie es zu dem Unfall gekommen ist. Es gibt keine Zeugen. Deshalb muss jetzt ein Sachverständiger ein Gutachten abgeben." Die Staatsanwaltschaft hat dieses unfallanalytisches Gutachten veranlasst. Das Ergebnis kann einige Wochen dauern.

Wegen der Landung eines Rettungshubschraubers musste die Autobahn kurzzeitig gesperrt werden, auch während der Bergungsarbeiten kam es zu Behinderungen. Die Staulänge betrug ca. fünf Kilometer.

Zeugen, die den Unfall beobachtet haben, werden gebeten sich unter der Tel.-Nr.  08035/9068-0  mit der Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim in Verbindung zu setzen.

Ähnlicher Unfall vor anderthalb Jahren

Der Unfall von 2009

Anfang November 2009 ereignet sich nahezu an gleicher Stelle ein ähnlicher Unfall. Ein 51-jähriger österreichischer Volvo-Fahrer prallte ungebremst auf einen stehenden Lastwagen. Der Autofahrer kam ums Leben. Sein Volvo hatte sich fast komplett unter den Sattelzug-Auflieger gebohrt.

Rubriklistenbild: © Aktivnews

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