Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Gaumenschmaus versus Killerkraut

Vorsicht beim Bärlauch Pflücken: Wer nicht aufpasst, kann im Krankenhaus landen oder schlimmer

Im Bärlauch
+
Bärlauch schießt aktuell überall aus dem Boden. Wer sich die Blätter auf ein Brot packen oder Pesto machen will, der sollte beim Sammeln Vorsicht walten lassen.

Ähnlich wie Knoblauch hat Bärlauch einen würzig scharfen Geschmack, der zahlreiche Menschen im Frühjahr zum Pflücken in den Wald treibt. Doch wie viele wissen: Wer nicht aufpasst, kann sich schnell vergiften oder sogar aufgrund einer Verwechslung sterben.

Bayern - Erst kürzlich kam es wieder zu einem Fall, bei dem ein Mann aus München vermeintlichen Bärlauch aß und infolge verstarb. Er hatte die Pflanzen selbst gesammelt, mit ihnen eine Soße zubereitet und schließlich sein letztes Mahl zu sich genommen. Der 48-Jährige hatte aus Versehen Herbstzeitlose gesammelt. Eine Verwechslung, die schon vor ihm viele, das Leben kostete.

Killerkraut Herbstzeitlose? Nicht mit Bärlauch verwechseln!

Anhand der Blüten erkennt man schnell, dass die Herbstzeitlose kein Bärlauch ist. Die Blätter aber verleiten immer wieder ahnungs- und achtlose Sammler zu folgenschweren Fehlgriffen. Die Pflanze enthält nämlich in allen Bestandteilen giftige Stoffe. Allen voran das stark giftige Alkaloid Cholchicin.

Die Samen der Herbstzeitlosen enthalten den größten Anteil der giftigen Stoffe (0,5 Prozent). Jedoch gilt auch bei den Blättern, die auf dem Papier weitaus weniger giftig wirken (0,03 Prozent), dass eine Menge von knapp über 80 Gramm schon tödlich sein kann. Das ist schnell passiert doch auch wenn nur wenige Fehlgriffe passiert sind, wird es unangenehm bis gefährlich.

Herbstzeitlose gegessen: Was passiert und wie reagiert man richtig?

Grundsätzlich gilt, die Augen offenzuhalten beim Bärlauch Sammeln. Wenn nun doch das ein oder andere Blatt Herbstzeitlose dabei war, bemerkt man schnell die Folgen der Vergiftung. Die Uniklinik Freiburg schreibt zu dem Thema von Übelkeit und Erbrechen und Durchfall als Symptome.

Es wird betont, dass eine möglichst frühzeitig beginnende Therapie nötig ist, sobald die Vergiftung bekannt wird. Sollten also nach dem Bärlauchverzehr die genannten Merkmale auftreten, sollte sofort gehandelt werden und gegebenenfalls die Giftnotrufzentrale angerufen werden (089/19240).

Wie vermeide ich eine Vergiftung? Daran erkennt man den echten Bärlauch

Neben Herbstzeitlosen kann Bärlauch auch leicht mit Maiglöckchen verwechselt werden. Diese sind beim Verzehr ebenfalls sehr gefährlich - besonders für Kinder. Wer also mit den Kids im Wald Bärlauch sammeln will, sollte also vorher ausführlich aufklären. Glücklicherweise gibt es einige Merkmale, an denen man Bärlauch von den giftigen Imitatoren unterscheiden kann.

Bärlauchblätter haben ein markantes Alleinstellungsmerkmal. Sie riechen, wie sie schmecken, also ähnlich scharf wie Knoblauch. Eine Geruchsprobe mit Zerreiben der Blätter kann also Klarheit bringen. Allerdings ist wichtig, daran zu denken, dass die Finger danach bei jedem anderen Blatt immer noch stark riechen werden.

Anhand der Blattform lassen sich Bärlauch, Maiglöckchen und Herbstzeitlose ebenfalls auseinanderhalten. Die Bärlauchblätter haben einen langen Stiel, der den Herbstzeitlose-Blättern fehlt. Ein kurzer Blick auf den Blattansatz vor dem Pflücken ist also empfehlenswert, um die Herbstzeitlose ausschließen zu können.

Die Blätter der Maiglöckchen lassen sich aber auch mittels geschultem Blickes als solche erkennen. Im Gegensatz zum Bärlauch glänzen Maiglöckchen nämlich an der Blattunterseite und wachsen wie die Herbstzeitlose aus einem einzelnen, aus dem Boden ragenden Stiel. Beim Bärlauch wachsen alle Blätter einzeln mit langem Stiel aus dem Boden.

Kein achtloser Rohverzehr bei Bärlauch aus dem Wald: Vorsicht Fuchsbandwurm

Auch wenn man nach allen Regeln der Kunst den einzig wahren Bärlauch gesammelt hat, gilt das Motto „Vorsicht ist besser als Nachsicht“. Kommt das grüne Pendant zum Knoblauch nämlich aus einem Wald, besteht die Gefahr, dass an den Blättern die Eier des Fuchsbandwurms hängen. Diese können, wenn sie in den menschlichen Organismus gelangen, ebenfalls tödliche Folgen nach sich ziehen. Wie Focus Arztsuche schreibt, dass es bei der Einnahme von Fuchsbandwurmeiern zu einer sogenannten Echinokokkose kommen kann. Diese kann 10 bis 15 Jahre unerkannt bleiben bevor erste Symptome auftreten.

Ein gründliches Abwaschen ist also wichtig, wenn der Bärlauch aus dem heimischen Wald kommt. Wer hundertprozentige Sicherheit haben möchte, der kann seinen Bärlauch kochen oder braten. Sollten Fuchsbandwurmeier auf den Blättern übrig geblieben sein, sterben diese bei Temperaturen über 60 Grad Celsius ab.

mda

Kommentare