Vorsicht beim Branchenbuch-Eintrag

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München/Rosenheim - Sie nennen sich "Branchenbuch" oder "Gewerbeauskunft" mit den unterschiedlichsten Namenszusätzen und verschicken seriös wirkende Schreiben und Faxe.

Adressaten sind meist Firmen, Selbstständige und Kleinunternehmer, aber auch Privathaushalte. Das Oberbayerische Volksblatt hat bereits mehrfach über die Machenschaften der sogenannten "Adressbuch-Mafia" berichtet. Nun warnt auch das Bayerische Landeskriminalamt vor den dubiosen Machenschaften.

Die Betrüger bedienen sich einer neuen Masche und locken mit einem angeblich kostenfreien Eintrag in ein Branchenverzeichnis. In Bayern wurden bereits in diesem Jahr rund zwölf Fälle bekannt, im Jahr 2010 waren es an die 90, die zur Anzeige gebracht wurden. Wie so oft in diesem Straftatenbereich, dürfte die Dunkelziffer aber nach Einschätzung des Landeskriminalamts weitaus höher liegen.

Branchenverzeichnisse, in denen Unternehmen alphabetisch, nach Branchen geordnet aufgeführt werden, können sowohl in Buchform als auch in Form von Online-Branchenverzeichnissen vorliegen. Da diese Verzeichnisse immer wieder aktualisiert werden müssen und immer größeren Anklang in der Bevölkerung finden, nutzen Betrüger dies für ihre kriminellen Machenschaften.

In der Regel werden Faxe dazu an Firmen und Unternehmen, aber auch an Privatpersonen versandt. Die Betroffenen werden aufgefordert, angeblich kostenlos ihre bereits vorhandenen Daten zu aktualisieren oder sich neu in das vermeintlich lokale Branchenverzeichnis aufnehmen zu lassen.

Die Betrüger spekulieren darauf, dass die Adressaten sie mit etablierten Anbietern wie den "Gelben Seiten" verwechseln oder aber in der Hektik des Arbeitsalltags ungeprüft den Auftrag unterschreiben.

Nachdem die Opfer ein Antwortfax zurückgesandt haben, erhalten sie nach kurzer Zeit eine Rechnung über mehrere hundert Euro. In manchen Fällen werden mit der Unterschrift auch Verträge abgeschlossen, die über zwei Jahre laufen und bis zu 2000 Euro Gebühren beinhalten.

Landeskriminalamt rät zur Vorsicht

Prüfen Sie Zahlungsaufforderungen oder Mahnungen immer kritisch und ziehen Sie im Zweifelsfall einen Rechtsbeistand zu Rate.

Achten Sie auf die sogenannte Anbietertransparenz und vergewissern Sie sich, dass beispielsweise Kriterien wie Identität und Anschrift des Anbieters, Widerrufsrecht, Zeitpunkt über das Zustandekommen des Vertrages und Zahlungsmodalitäten auf dem Formular vorhanden sind. Ansonsten ist Misstrauen angebracht.

Lesen Sie sich auch immer das Kleingedruckte sorgfältig durch.

Prüfen Sie insbesondere solche Angebote ganz genau, bei denen Sie in finanzielle Vorleistung treten müssen.

Informieren Sie sich auf den Internet-Seiten von Verbraucherschutzverbänden und der zuständigen Industrie- und Handwerkskammer über mögliche Risiken.

Tritt trotz aller Bemühungen ein Schadensfall ein, zeigen Sie den Sachverhalt sofort bei der Polizei an.

re/ku/Oberbayerisches Volksblatt

Rubriklistenbild: © dpa

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