Vorwürfe gegen Christoph R.s Anwalt

Facebook-Foto "unerträglich"? Anwalt wehrt sich

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Screenshot von Harald Baumgärtls Facebook-Seite vom 15. Juli. Als Titelbild er und sein ehemaliger Mandant Christoph R. - der WM-Mörder von Bad Reichenhall. Inzwischen änderte der Anwalt sein Titelbild wieder.
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Bad Reichenhall/Rosenheim - Schon während des Prozesses gegen Christoph R. musste Anwalt Baumgärtl Kritik einstecken. Nun geht es weiter: "Brüstet" er sich auf Facebook mit dem verurteilten Mörder?

Der WM-Mord von Bad Reichenhall und der Prozess gegen den nun verurteilten Christoph R. haben die Region erschüttert. Zu 14 Jahren Haft wurde der Ex-Soldat am Freitag verurteilt. Noch immer treibt der Prozess die Leute um: War es ein gerechtes Urteil? Auch Christoph R.s Anwalt Harald Baumgärtl aus Rosenheim wird erneut angefeindet. Baumgärtl stellte nach dem Prozess ein Bild von sich mit Christoph R. auf der Anklagebank als Facebook-Titelbild ein - schon erreichten uns  anonyme E-Mails:

"Es ist für mich unerträglich, sich mit einem bestialischen Mörder auf seiner privaten Facebook-Seite zu brüsten. Als Rechtsanwalt sollte sich Herr Baumgärtl schämen." Schmückt sich der Anwalt in den sozialen Netzwerken etwa mit dem verurteilten Mörder? Wirbt er gar mit ihm? Schon im Rahmen seines Plädoyers vor dem Traunsteiner Landgericht musste Baumgärtl auch Worte in eigener Sache finden: Aus der Öffentlichkeit habe es immer wieder Anfeindungen gegen ihn gegeben, "Teile der Öffentlichkeit haben kein Verständnis dafür, dass ich meiner Arbeit nachgehe".

"Wer sich daran stört, soll nicht auf die Seite gehen"

Baumgärtl selbst kann im Gespräch mit BGLand24.de zu den neuen Vorwürfen nur den Kopf schütteln: "Bei Schwerkriminellen zieht man immer den Feindeszorn auf sich - aber ich habe mir nichts vorzuwerfen!" Er habe seine Arbeit als Anwalt nach Recht und Gesetz erfüllt. Und das Bild mit Christoph R. auf seiner Facebook-Seite? "Das mache ich nach jedem Verfahren. Es war nicht das erste Mal und wird nicht das letzte Mal gewesen sein." Baumgärtl hat kein Verständnis für die Wut wegen des Bildes: "Wer sich daran stört, soll nicht auf meine Seite gehen."

Werbung mit Christoph R.?

Doch der Rosenheimer Anwalt will letztendlich auch keinen "Aufstand", wie er es nennt und entfernte das Foto mit Christoph R. kurz darauf schon wieder als Profilbild: "Ich will mir nicht sagen lassen, dass das Verfahren gegen Christoph R. eine gute Werbung für mich gewesen wäre - eben auch wegen den Anfeindungen aus der Öffentlichkeit."

xe

Quelle: BGland24.de

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