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Party-Girlande "sichert" Übergang im Landkreis Miesbach

Bahn-Irrsinn: "Einmal ging die Schranke nicht, seither steht da jemand"

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An diesem Bahnübergang in Schaftlach spielen sich seit Herbst 2018 die irren Szenen ab.
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Waakirchen/Miesbach - Die Bahnmitarbeiter, die im Ortsteil Schaftlach im Landkreis Miesbach den Bahnübergang überwachen, haben vermutlich einen der sinnlosesten Jobs Deutschlands. Was steckt genau hinter dieser irren Bahn-Geschichte?

Immer wenn ein Zug vorbeifährt, müssen sie vor dem Bahnübergang an der Strecke Holzkirchen - Lenggries bzw. Tegernsee ein Absperrband aufhängen - und das, obwohl meistens gleichzeitig auch die (Halb-)Schranke des dortigen Bahnübergangs nach unten geht. Ist der Zug vorbei, wird das Absperrband, bei dem es sich vielmehr um eine weiß-orange Party-Girlande handelt, wieder abgehangen.

"Armer Mensch muss für jeden aufmachen"

Bürgermeister Sepp Hartl (FWG).

Die irre Geschichte begann bereits im Herbst 2018. "Einmal ging die Schranke nicht, seitdem steht da jemand", weiß Bürgermeister Josef Hartl (FWG). Von morgens um kurz vor 5 Uhr bis nachts um kurz vor 1 Uhr wechseln sich die Mitarbeiter seither im Schichtdienst ab. Sogar ein Dixi-Klo soll jetzt dort aufgestellt worden sein.
"Das ist ein armer Mensch, er muss für jeden Radfahrer, für jeden Fußgänger aufmachen", erzählt das Gemeindeoberhaupt weiter. Züge fahren an dieser Stelle übrigens maximal 30 km/h. Und das Schlimme: Die "Straße", die über den Bahnübergang führt, ist eigentlich nur ein Wirtschaftsweg. Das bedeutet: Eigentlich ist dieser für den Verkehr gesperrt, nur Land- und Forstwirte dürften ihn passieren - mit der Betonung auf "eigentlich". "Sie wissen ja, bei uns auf dem Land ist das etwas anders. Jeder kennt jeden Weg und nimmt ihn auch, obwohl er für den Verkehr gesperrt ist", schmunzelt Hartl.

Absperrband sichert Bahnübergang bei Schaftlach

Auch Anwohner ärgern sich

Auch viele Anwohner ärgern sich über den unnützen Posten. "Das ist irrsinnig, da sitzt tagein tagaus jemand, obwohl die Schranke runtergeht. Der wird fürs Nichtstun bezahlt, das ist Geldverschwendung", sagte Susanne K. gegenüber News5. "Das ist traurig, dass es die Bahn nicht schafft, die Schranke zu reparieren. Eine sehr verrückte Geschichte, gerade in Schaftlach, wo sonst nichts los ist", ergänzte Veronika W., eine weitere Anwohnerin.

Die Deutsche Bahn, die für die Infrastruktur an der Strecke verantwortlich ist, teilte hierzu per Mail mit, dass die "Sicherheit am Bahnübergang vorgehe" und deshalb noch länger ein Mitarbeiter dort stehen werde - bis die Schranke eben repariert sei. Wann genau das sein wird, blieb offen. Bürgermeister Hartl: "Bei der Bahn mahlen die Mühlen eben sehr langsam, als Kommunalpolitiker weiß ich das."

News5/mw

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