Tödlicher Badeunfall am Waginger See

Obduktion soll Antworten auf Ursache liefern

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Waging/Bayern - Kaum wird das Wetter heiß und schön, zieht es die Menschen an die Badeseen. In den letzten Wochen kam es dabei allerdings vermehrt zu Badeunfällen, bei denen Menschen ums Leben kamen. Der letzte tödliche Unfall geschah am Sonntag in Waging.

Ungeklärte Fragen zum Badeunfall am Waginger See

Am Sonntag, den 3. Juni, führte eine Vermisstensuche am Waginger See zu einem Großeinsatz. Ein Ruderboot mit drei Männern an Bord, darunter einer mit Gipsarm, war gekentert. Zwei schafften es, sich ans Ufer zu retten, der Dritte blieb vermisst. Daraufhin begann die große Such- bzw. Rettungsaktion, bei der der Vermisste letztendlich nur noch tot aus dem Wasser geborgen werden konnte

Einige Fragen zu diesem Badeunfall stehen noch offen, weshalb chiemgau24.de bei Jürgen Thalmeier, einem Sprecher der Pressestelle des Polizeipräsidium Oberbayern Süd, nachgefragt hat: Weshalb kenterte das Ruderboot? Standen die Insassen eventuell unter dem Einfluss von Alkohol, wie bereits mehrere Medien spekulierten? War die Kombination aus Gipsarm und dem eventuellen Einfluss von Alkohol eine tödliche Kombination? All diese Fragen werden nun vom Kriminaldauerdienst (KDD) der Kriminalpolizei Traunstein untersucht, so Thalmeier. Bei dem Toten werde im Zuge der Ermittlungen eine Obduktion durchgeführt, die darüber aufklären soll, ob er alkoholisiert war.

Auf die Fragen, ob sich die drei Männer gekannt haben und wie es den Überlebenden geht, konnte Thalmeier klare Antworten geben: Ja, die drei Männer waren sich untereinander bekannt. Die zwei Überlebenden blieben körperlich unversehrt.

Vermisstensuche am Waginger See

Badeunfälle in der Region häufen sich

Erst vor circa einer Woche geriet ein 31-jähriger Asylbewerber aus Tansania im Kronthaler Weiher bei Erding über die Bodenabbruchkante ins tiefe Wasser und ging unter. Trotz sofortiger Rettungsversuche konnte der Mann erst nach 30 Minuten gefunden werden. Nach einer Erstversorgung wurde der Mann unter laufender Reanimation in eine Klinik gebracht, in der er in den späten Abendstunden an den folgen des Badeunfalls verstarb.

Vor ebenfalls circa einer Woche ertrank ein 24-jähriger Mann im Haager Weiher. die Todesumstände des Badeunfalls sind bisher ungeklärt. Bei dem Versuch von einem Floß zurück zum Ufer zu schwimmen, ging der Mann unter. Badegäste und Freunde versuchten noch, dem Mann uz helfen, konnten ihn im Wasser aber nicht mehr finden. Die von den Badegästen sofort alarmierten Rettungskräfte konnten den Untergegangenen mithilfe von Rettungstauchern etwa eine Stunde später bergen. Zunächst konnte der 24-Jährige zwar reanimiert werden, verstarb dann aber an den Folgen des Unfalls in den Abendstunden in einer Klinik.

Mitte Mai wurde in Kassel die Kleidung eines irakischen Flüchtlings, der bereits eine Woche vorher als vermisst erklärt wurde, am Bugasee gefunden. Die Kasseler Kriminalpolizei bestätigte die Identität des Toten. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann bei einem Badeunfall verunglückt ist. 

"Binnengewässer sind nach wie vor die Gefahrenquelle Nummer eins"

Laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) liegen die Gründe für so viele Badeunfälle mit tödlichem Ausgang in mangelndem Schwimmunterricht und Übermut. Allein 2017 sind laut dem DLRG 404 Menschen in Deutschland ertrunken. "Binnengewässer sind nach wie vor die Gefahrenquelle Nummer eins", sagt DLRG-Präsident Achim Haag. Der DLRG hat einige Baderegeln aufgestellt, die beim Badeausflug unbedingt beachtet werden sollten.

Weitere Informationen zu Baderisiken, aber auch zu Bademythen können Sie hier nachlesen. 

ics

Quelle: chiemgau24.de

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