Waldfee warnt vor A8-Ausbau

Piding - Für die einen ist er zwingend notwendig, für die anderen ein riesiges, stinkendes Ungeheuer. Bettina Ott hat ihre Angst vorm geplanten A8-Ausbau besonders verpackt.

"Die Waldfee fliegt durch die Wipfel der Bäume und ruft laut: 'An alle Wald- und Wiesenwesen! Kommt sofort zu mir! Ich möchte euch etwas wichtiges mitteilen!'." So beginnt Bettina Otts Märchen gegen den Ausbau der Autobahn 8. Die Pidingerin lebt genau dort, wo die mögliche Nordumfahrung Piding vorbeiführen könnte. Als die ersten Pläne 2009 bekannt wurden, hat sie das Märchen verfasst.

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"Mit Geschichten erreicht man die Menschen besser", ist sie sich sicher. Deshalb hat Bettina Ott auch gleich mit tatkräftiger Unterstützung anderer Freiwilliger einen Märchenweg errichtet. Vorbei am Wolf, dem Windgeist und den drei Schwestern aus Piding gelangt man zur Waldfee. "Mitten im Wald verinnerlichen viele Menschen vielleicht das Problem, das die Nordumfahrung mit sich bringen würde", hofft Bettina Ott, die dort schon ihre Kindheit verbracht hat.

Nachdem der Weg bereits im Dezember 2009 eröffnet wurde, wird er jetzt auch von der Pidinger Touristinformation beworben. Bettina Ott weiß: "Es kommen viele Leute hierher, auch aus Österreich." Kein Wunder, sobald man in den Wald geht, ist man weg vom Alltag und taucht ein in die Natur. Begleitet von dem Märchen, in dem die Waldfee die Wald- und Wiesenwesen vor einem 'riesigen, stinkenden, lauten Ungeheuer' warnt.

Märchenweg gegen Autobahn-Ausbau

Ob die Warnung ankommt, wird sich zeigen, wenn die Planfeststellung für den Ausbau der Autobahn 8 vom Inntaldreieck bis zum Walserberg beginnt. Das könne aber noch einige Jahre dauern, erklärte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) bei einer Informationsveranstaltung vergangene Woche in Aufham.

Christine Zigon

Rubriklistenbild: © cz

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