Nach Vorfall in Waldkraiburg

Pfefferspray gegen Menschen ist Körperverletzung!

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Die Polizei rät: Pfeffersprays zur Tierabwehr niemals in der Nähe von Menschen ausprobieren!
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Waldkraiburg - Nach dem Vorfall vor dem Bau- & Gartenmarkt: Was darf man mit einem Pfefferspray und was nicht und was gibt es in so einem Fall an Maßnahmen bei der Ersten Hilfe?

Es war ein großer Einsatz: Zahlreiche Rettungskräfte waren vor Ort. Ein bisher offenbar noch immer unbekannter Täter hatte am Samstag nach ersten Erkenntnissen der Polizeiinspektion Waldkraiburg  ein Tierabwehrspray in einem Bau- & Gartenmarkt gekauft. 

Vor der Eingangstüre sprühte er dann damit herum. In Folge dessen verspürten mehrere Passanten, welche den Eingangsbereich durchquerten, einenReizhusten.“ Die Kräfte der BRK Rettungswache Waldkraiburg mussten zwei Passanten ins Krankenhaus Mühldorf verbringen. Die Polizei ermittelt und bittet weitere Zeugen, sich unter (08638/94470) oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

Fragen tun sich auf:

Solche Fragen wie „Wer hat das getan und warum?“ sind Aufgabe der Polizei. innsalzach24.de hat beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd nachgefragt: „Was gibt es Grundsätzliches zu derartigen Sprays zu sagen? Was ist erlaubt und was geht gar nicht?

Niemals in der Nähe von Menschen!

Es gibt verschiedene Arten von solchen Abwehrsprays. Das Pfefferspray, um das es bei dem Vorfall beim Bau- & Gartenmarkt in Waldkraiburg geht, ist zur Tierabwehr gedacht. Es ist frei verkäuflich für alle, die das 18. Lebensjahr vollendet haben

  • Erwerb,
  • Besitz und 
  • das Führen sind erlaubt. 

Wichtig: Einsetzen darf man es niemals gegen Menschen! Sonderfall Selbstverteidigung: Dazu ist jede Art von Waffe "erlaubt", unabhängig von ihrer Art. Soll heißen: Auch ein solches Pfefferspray zur Tierabwehr, das man erwerben, besitzen und führen darf, kann auch im Fall einer Selbstverteidigung im Streitfall einen Straftatbestand darstellen.

Was kann passieren?

Von Hustenreiz über Unwohlsein bis zum Erbrechen ist offenbar alles möglich, kommt ein Mensch in Kontakt mit solchen Abwehrsprays. Das hängt von der Distanz ab, aus der man es abbekommt, ebenso wie von der persönlichen körperlichen Konstitution.

  • Direkt auf der Haut, kann es mehr oder weniger schlimme Reizungen hervorrufen: Schnell und gründlich spülen!
  • Direkt in die Augen bekommen gilt nur eins: Schnell und gründlich ausspülen

Was sind die rechtlichen Folgen?

Man darf so ein Spray niemals gegen Menschen einsetzen. Gut: Das macht das Spray unsinnig, wenn da nicht noch die Selbstverteidigung gegenüber Mensch und Tier wäre. Einfach so geht jedenfalls auf gar keinen Fall.

  • Tut man es trotzdem und setzt es vorsätzlich gegen Menschen ein, stellt das den Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung dar. Im minder schweren Fall geht das Strafmaß von 3 Monaten bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe. Im schweren Fall geht es von 6 Monaten bis zu 10 Jahren.
  • Tut man es ohne Vorsatz und werden Menschen dabei verletzt – vereinfacht gesagt – stellt das den Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung dar. Das Strafmaß liegt hier bei einer Spanne von einer Geld- bis hin zu einer Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren.

Quelle: innsalzach24.de

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