Heftige Regenfälle am Dienstag und Mittwoch

Straße zwischen Grabenstätt und Übersee überschwemmt

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München/Garmisch-Partenkirchen - Die Unwetter am Dienstagabend haben vor allem im Raum München und Garmisch heftig zugeschlagen. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz. Für einen Mann in Garmisch kam jedoch jede Hilfe zu spät. 

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UPDATE, 21.45 Uhr 

Wegen der starken Regenfälle ist die Fahrbahn der Staatsstraße St2096 zwischen Grabenstätt und Übersee im Bereich des Sossauer Kanals überschwemmt worden. Es wurde eine Umleitung eingerichtet.

Überschwemmte Fahrbahn zwischen Grabenstätt und Übersee

FDL/AKI

UPDATE, 10.45 Uhr - Pressemeldung der Polizei

Durch den heftigen Starkregen stieg am Dienstagnachmittag der Pegel der Partnach bei Garmisch-Partenkirchen derart stark an, dass im Ortsteil Wildenau Straßen überflutet wurden. Nach Angaben von Zeugen versuchte ein 52-jähriger Mann aus Garmisch- Partenkirchen, gegen 16.30 Uhr, auf der überfluteten Straße zu fahren, was ihm nicht gelang. Als er sein Fahrzeug verließ, wurde er von den Wassermassen fortgerissen. Kurz vor 20 Uhr wurde schließlich im Ortsgebiet von Garmisch- Partenkirchen eine Person leblos in der Partnach gesichtet

Nach der Bergung des Toten durch die Wasserwacht stellte sich heraus, dass es sich dabei um den 52-jährigen Vermissten handelte. Bei den kriminalpolizeilichen Untersuchungen durch den Kriminaldauerdienst (KDD) der Kriminalpolizei Weilheim ergaben sich keinerlei Hinweise auf eine Fremdbeteiligung

Noch während die umfangreichen Suchmaßnahmen durch Polizei, Wasserwacht, Bergwacht, Rettungsdienst und Feuerwehr anliefen wurde bekannt, dass zwei Wandergruppen im Bereich der Partnachklamm durch die Wassermassen eingeschlossen waren. Mit Hilfe der Bergwacht konnten diese beiden Gruppen aus der Klamm geleitet werden. Alle Wanderer kamen mit dem Schrecken davon. Eine weitere Absuche der Partnachklamm ergab, dass sich dort keine weiteren Personen mehr befanden. 

Darüber hinaus kam es in den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau zwischen 16 Uhr und 18.30 Uhr zu knapp 20 wetterbedingten Einsätzen wie Verkehrsbehinderungen durch überflutete Straßen oder umgefallenen Bäume. Trotz der Witterungsverhältnisse mussten lediglich fünf Verkehrsunfälle unmittelbar mit dem Starkregen in Verbindung gebracht werden. Dabei blieb es fast ausschließlich bei Sachschäden.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

UPDATE, 9.55 Uhr - Niederösterreich ruft Katastrophenfall aus

Auch im Nachbarland Österreich hat das Unwetter in der Nacht auf Mittwoch zum Teil schwere Schäden angerichtet. In Niederösterreich gab es rund 350 Feuerwehreinsätze. 1.100 Feuerwehrler waren im Einsatz, wie der Österreichische Rundfunk (ORF) berichtet. Der Bezirk Neunkirchen (Niederösterreich) wurde zum Katastrophengebiet erklärt. Dort mussten am Abend die Aufräumarbeiten aus Sicherheitsgründen sogar eingestellt werden. Am Vormittag wird ein Katastrophenhilfszug in der Region erwartet. Notunterkünfte mussten eingerichtet werden. Die an unsere Region angrenzenden Bundesländer Salzburg und Tirol kamen hingegen eher glimpflich davon.

Die Erstmeldung:

Ein Toter, überflutete Straßen und Keller: Wieder haben Unwetter im Süden Deutschlands gewütet. Besonders betroffen waren Niederbayern und Südbayern. In Garmisch-Partenkirchen hatten Augenzeugen beobachtet, wie der 52-Jährige beim Wehr nahe der Partnachklamm von den Fluten mitgerissen wurde. Rettungskräfte haben anschließend mehrere Stunden lang nach dem 52-Jährigen in dem reißenden Fluss gesucht. 

Die Partnach war in diesem Bereich zu einem lebensgefährlichen Strom angeschwollen - nicht nur wegen der Wassermassen an sich, auch Baumstämme und Schwemmholz hatten sich im Wehr verkeilt. Rund 150 Helfer waren im Einsatz - erst Stunden später wurde der Mann gefunden. Er konnte nur noch tot aus dem Treibsand geborgen werden. Bis auf weiteres bleibt das Naturdenkmal geschlossen. Erst müssen Sachverständige die Schäden begutachten.

Mehrere Vermisstenmeldungen fordern Einsatzkräfte

Zeitgleich gab es zudem mehrere Vermissten-Meldungen aus der Partnachklamm, so unser Partnerportal tz.de. Sechs Touristen wurden vermisst. Helfer der Bergwacht versuchten, in die Klamm zu gelangen - ohne Erfolg. „Nachdem nicht klar war, ob wir drei oder vier Lagen haben, wurde wie im Katastrophenfall alarmiert“, erklärt Anthony Ritchie, Einsatzleiter vom Bayerischen Roten Kreuz gegenüber tz.de. 

Das bedeutet, dass ein Großaufgebot an Rettern – gut 60 von der Feuerwehr, 35 von der Bergwacht, 40 von den Wasserwachten im Landkreis und 20 vom BRK – vor Ort war. Kurz darauf meldeten sich die Touristen zum Glück zurück bei ihrer Gruppe. 

Wie schwer das Unwetter im Raum München gewütet hat, lesen Sie hier bei unseren Kollegen von tz.de.

Fußgänger in Graz von Baum erschlagen

Das schwere Unwetter hat auch in Österreich ein Todesopfer gefordert. Wie salzburg24.at berichtet, erschlug in Graz ein Baum einen Fußgänger. Im Salzkammergut hat ein Feuerwehrmann einen kleinen Tornado mit seinem Handy gefilmt. Die Windhose demolierte offenbar ein Geländer und hat in einer Wiese eine Schneise hinterlassen, so salzburg24.at weiter.

Amtliche Warnung vor Dauerregen in der Region

Am Mittwoch rechnen die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes mit Dauerregen in Teilen Südbayerns. Für die Region hat der DWD sogar eine amtliche Warnung herausgegeben. 

So soll es noch bis Donnerstag 3 Uhr zwischen 30 und 45 Liter pro Quadratmeter regnen. In Staulagen können laut DWD Mengen um 70 Liter/Quadratmeter erreicht werden. Mit 13 Grad an den Alpen und 21 Grad am Untermain relativ kühl. In der Nacht zum Donnerstag klingt der Regen auch an den Alpen allmählich ab. Von Nordwesten her Auflockerungen. Bei Tiefstwerten in der Nacht von 12 Grad kann es lokal auch zu Nebel kommen.

Niederschlagsradar

mh

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