Warnung von unseriösen Jobangeboten

München - „Beste Verdienstmöglichkeit - einfache Arbeit, keine speziellen Fertigkeiten erforderlich“. Mit derartigen Geschäftsangeboten werden Internetnutzer derzeit auch in Bayern häufig per E-Mail angegangen.

Dabei variieren sowohl die Absender als auch die Inhalte der E-Mails. Nur eines bleibt immer gleich - der Interessent soll um sein Geld gebracht werden.

Die Masche an sich ist relativ einfach und letztendlich immer dieselbe: Eine „Job- Vermittlungs-Agentur“ sucht für einen angeblichen „Agenten“ per E-Mail einen Interessenten in Deutschland, der sein Giro-Konto für eingehende Überweisungen zur Verfügung stellt.

Die Aufgabe des angeschriebenen deutschen Interessenten besteht darin, die ein- gehende Überweisung möglichst schnell von seinem Konto abzuheben und nach Abzug einer Provision in Höhe von 20 Prozent den Rest als Barüberweisung über die „Western Union Bank“ an die deutsche „Agentur“ weiter zu leiten.

Dem Interessenten werden als Anreiz wöchentlich mehrere höhere Eingänge in Aussicht gestellt und damit vorgegaukelt, mehrfach Provisionen kassieren zu können.

Sehr bald stellt sich heraus, dass die ursprüngliche Überweisung nicht ein rechtmäßiger Kontoinhaber veranlasst hat – sie wird widerrufen. Durch die Bar-Auszahlung hat die Bank das Konto jedoch zwischenzeitlich belastet und der deutsche Teilnehmer bleibt auf dieser finanziellen Belastung sitzen.

Polizeiliche Ermittlungen über den oder die Auftraggeber führen meist recht schnell ins Ausland und verlieren sich dort. Immer wieder melden sich Personen bei der örtlichen Polizei oder dem Bayerischen Landeskriminalamt und berichten über derartige E-Mails.

Lesen Sier hier über einen aktuellen Fall

Das Bayerische Landeskriminalamt rät, E-Mails mit diesen oder ähnlichen Inhalten, die Interessenten mit hohen Gewinnen oder Provisionen ködern, am besten sofort zu löschen und sich erst gar nicht irgendwelchen „Versuchungen“ hinzugeben. „Gewin- ner“ ist hier immer nur der Betrüger!

Daran erkennen Sie ein unseriöses Jobangebot:

Weder Firmennamen noch Firmenzweck sind aus der Annonce ersichtlich. Die Annoncen klingen besonders verlockend ("wenig Arbeit", "leichte Arbeit", "Ar- beit von zuhause aus").

  • Die Verdienstmöglichkeiten sind übertrieben hoch angesetzt. Mit einigen Stunden Arbeit pro Woche kann man nicht 1000 Euro verdienen! Die Tätigkeit wird so unklar beschrieben, dass Sie in Wahrheit nicht verstehen, worum es geht.
  • Sie sollen "Kugelschreiber zusammenbauen", "Prospekte falten" usw. (Haben Sie sich nicht schon einmal gewundert, wie viele Kugelschreiber angeblich zusammengebaut werden müssen, und warum es dafür nicht schon längst Maschinen gibt?).

Sie sollten auch hellhörig werden, wenn man von Ihnen verlangt, in Vorleistung zu treten. Wäre das Angebot seriös, könnte man ja die Kosten von Ihrem ersten Verdienst abziehen!

  • Sie werden als Anlagevermittler geködert, sollen aber erst einmal selbst eine nicht unerhebliche Einlage in einen dubiosen Fonds machen.
  • Sie sollen als Fotomodell, Filmstatist oder Begleitperson Geld verdienen, zuvor müssen Sie aber in einen Fotokatalog aufgenommen werden. Selbstverständlich müssen Sie den (teuren) Fotografen zahlen...
  • Sie werden für einen "Heimverdienst" mit Ihrem PC geworben. Problem: Das dafür benötigte Computerprogramm kostet einige tausend Euro und muss von Ihnen erworben werden.

Trifft einer der oben genannten Punkte oder mehrere davon auf ein Angebot zu, heißt es: Finger weg!

Grundsätzlich gilt: Niemand hat etwas zu verschenken. Je verlockender das Angebot, desto größer sollte Ihr Misstrauen sein. Darüber hinaus laufen Sie Gefahr, unbewusst zum Geldwäscher zu werden. Gelder, die Ihnen in diesem Zusammenhang auf Ihr Konto überwiesen werden, stammen nämlich aus anderen Straftaten!

Auf der Internetseite unter http://www.polizeiberatung.de/vorbeugung/betrug/scamming/ sind weitere Tatbegehungsweisen und Verhaltenstipps ersichtlich.

Sollten noch Fragen zu Ihrem konkreten Sachverhalt verbleiben, wenden Sie sich bitte an die Verbraucherzentrale Bayern, im Internet verfügbar unter http://www.verbraucherzentrale-bayern.de/UNIQ127410419808179/link2A.html oder zur Anzeigenerstattung an Ihre örtliche Polizeidienststelle.

Pressemeldung Bayerisches Landeskriminalamt

Rubriklistenbild: © dpa

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