Was von der Landesgartenschau bleibt...

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Rosenheim - Das große Rosenheimer Sommerfest, die Landesgartenschau, neigt sich dem Ende entgegen – Zeit, zu schauen, was übrigbleibt.

Während die Verantwortlichen der Landesgartenschau gespannt verfolgen, ob die Besucherzahl von einer Million bis zum 3. Oktober noch erreicht wird, zog der Stadtentwicklungs- und Bauausschuss auf Antrag der SPD schon einmal Bilanz. Einig waren sich alle, dass die Landesgartenschau ein großer Gewinn für die Stadt war. Nun tauchen viele Wünsche auf, von denen sich einige erfüllen lassen, einige nicht - und einige vielleicht.

Die Stadt hat mit der Landesgartenschau ein Parkgelände von rund elf Hektar dazugewonnen. Dauerhaft werden der Mangfallpark Süd mit Spielplatz und Kajakstrecke, der Mangfallpark Nord mit Kletterskulptur, Innterrassen, Bootsanleger und Innbalkon, der erweiterte Innspitz, der geöffnete Mühlbach einschließlich der Bachgärten und der Grünfläche Richtung Schönfeldstraße und alle Brücken und Stege erhalten.

Alle Wechselflorflächen, also der "Blütenfluss" am Fuß des Mangfalldeichs und die Blütenflächen an den Eingängen werden zurückgebaut. Der "Blütenfluss" kann aus wirtschaftlichen Gründen nicht erhalten werden. Er war von Anfang an nicht als dauerhafte Augenweide geplant, sondern nur als Attraktionen während der Landesgartenschau gedacht.

Suche nach Paten für den "Blütenfluss"

Schwärmerisch versuchte WIR-Stadträtin Bärbl Thum, das bunte Blütenband, das mehrmals im Jahr neu bepflanzt werden muss, zu retten. Wenn viele Rosenheimer eine Patenschaft übernähmen, komme vielleicht das Geld zusammen, damit sich die Stadtgärtnerei die Pflege leisten könnte. "Wir werden darüber nachdenken", war die Antwort von Gabriele Bauer, der Zweifel stand ihr aber ins Gesicht geschrieben.

Alle mit mehrjährigen Stauden bepflanzten Flächen, zum Beispiel die Bachgärten am Hammerbach, der Treibholzgarten entlang der Schönfeldstraße, die Staudenufer an der Kinder-Kajakstrecke und der Staudengarten südlich des Spielflusses sollen erhalten werden. Derzeit ermittelt die Stadt die Kosten für die Pflege. Voraussichtlich im Oktober wird ein Beschluss über den Standard der zukünftigen Pflege gefasst, abhängig von den anfallenden Kosten.

Die Blumenhalle und sämtliche Gastronomieeinrichtungen verschwinden, auch der Aussichtsturm am Innspitz steht auf dieser Liste. Mit Blick auf den Pflege- und Unterhaltsaufwand und darauf, dass ein allein stehender Turm schnell beschädigt werden könnte, sucht die Landesgartenschau GmbH derzeit einen Käufer. Besonderes Interesse zeigen schon Freizeitparks, die den Turm in einem überwachten Gelände aufstellen wollen.

Die vorletzte Blumenschau auf der LGS

Vorletzte Hallenschau auf der LGS

Gabriele Leicht, Fraktionsvorsitzende der SPD, würde allerdings durchaus Gefallen daran finden, den Turm für Rosenheim zu erhalten - in Verbindung mit Gastronomie am Innspitz. Darin war sie sich einig mit ihrem Kollegen von der CSU, Herbert Borrmann. Ein Ausflugslokal mit Aussichtsturm, das wäre auch aus seiner Sicht ein Anziehungspunkt für Familien. Wenn dann noch Bootsfahrten hinzukämen, wäre das "eine Schau". Vielleicht, so meinte er, lasse sich ein Förderverein finden, der sich der Sache annimmt. CSU-Stadtrat Josef Gasteiger "packt das Grauen", wenn er an den Innspitz mit dem Baumaschinenlager des Straßenbauamtes denkt.

Der Stadt gehört nur der "spitze" Teil des Innspitzes, der Weg dorthin führt über staatliches Gelände. Zudem erinnerte Bauer daran, dass die Flächen im Überschwemmungsgebiet von Inn und Mangfall liegen und Bestandteil des Landschaftsschutzgebietes Inntal-Nord liegen.

Die Rahmenbedingungen für eine dauerhafte Gastronomie auf den Innterrassen sind im Bebauungsplan für das Gebiet festgelegt. Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer betonte noch einmal, es habe sich kein Interessent gefunden, der dort ein Café oder ähnliches betreiben wolle.

Bleiben: Tausende auf dem Gelände gepflanzte Stauden sollen auch in Zukunft Freude bereiten.

Abschiednehmen heißt es auch von der großzügigen Bühne im Mangfallpark Süd. Viele bekannte Künstler und regionale Vereine haben es genossen, sich dort zu präsentieren. Der Baldachin gehört der Landesgartenschau-Gesllschaft, die ihn nach Auskunft von Geschäftsführer Werner Öckler für einen "fünfstelligen" Betrag gekauft hat. Die eigentliche Bühne besteht aus Holzpaletten und Brettern und ist nicht auf Dauer angelegt. Jeder Auf- und Abbau des Baldachins kostet rund 5000 Euro. Er soll nach Bamberg verkauft werden, wo in zwei Jahren die nächste Landesgartenschau stattfindet. Nach Einschätzung der Stadtverwaltung erscheint es wirtschaflticher, bei künftigen Veranstaltungen jeweils Bühnen anzumieten. Die befestigte Bühnenfläche einschließlich technischer Infrastruktur bleibt erhalten, so dass auch in Zukunft Veranstaltungen möglich sind. Nach den entsprechenden Gesetzen wären 18 im Jahr zulässig.

Skulpturen bleiben für mindestens zehn Jahre

Von den am "Skulpturenweg" aufgestelllten Kunstwerken bleiben die meisten stehen, unter anderem die auffälligen Straßenlaternen. Über die kostenfreie weitere Präsentation in den nächsten zehn Jahren gibt es einen Vertrag. Die Stadt muss lediglich Schönheitsreparaturen vornehmen und sich um Pflege und Wartung kümmern.

SPD-Stadtrat Andreas Lakowski würde es gefallen, wenn der Park- und Ride-Parkplatz im Süden der Stadt weiter zu nutzen wäre. "Nicht machbar", hieß es dazu von der Verwaltung. Der Parkplatz habe nur deshalb gut funktioniert, weil regelmäßig Pendelbusse eingesetzt waren.

Der Mühlbachbogen, das frühere Marox-Gelände, wird sein Gesicht fast komplett wandeln. Dort sind Wohnbebauung und gewerbliche Nutzungen vorgesehen.

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