Wegen Anstiftung zum Mord an Ehemann: Frau vor Gericht

Augsburg - Sie soll ihren Geliebten zum Mord an ihrem Ehemann angestiftet haben: Eine 32-Jährige hat beim Prozessauftakt am Donnerstag vor dem Landgericht Augsburg bestritten, den Tod ihres Mannes gewollt zu haben.

Sie und ihr 41 Jahre alter Freund sind wegen Mordes und Beihilfe zum Mord angeklagt.

Lesen Sie dazu:

Geliebter ersticht Ehemann: Prozess beginnt

Der Geliebte soll den 34-Jährigen im September 2009 in dessen Wohnung mit 27 Messerstichen getötet haben. Der Angeklagte wollte keine Angaben zur Tat machen, kündigte aber eine Aussage für den zweiten Prozesstag (21. September) an.

In einer von den Verteidigern verlesenen Erklärung räumte die 32-Jährige ein, dass sie seit fünf Jahren in einer Liebesbeziehung mit dem Angeklagten ist. Ihre 2002 geschlossene Ehe mit dem 34-jährigen Türken sei nicht glücklich und auch nicht freiwillig gewesen. "Ich wurde dazu von meiner Familie gezwungen", sagte die Angeklagte laut Erklärung. "Ich habe meinen Mann nicht geliebt, habe ihm aber nicht den Tod gewünscht."

Da auch der Angeklagte verheiratet war, sei beiden klar gewesen, dass eine gemeinsame Zukunft nicht möglich sein würde. Einen gemeinsamen Plan, den Ehemann zu töten, habe es dennoch nicht gegeben, erklärte die 32-Jährige. "Es kann sein, dass er davon gesprochen hat. Das habe ich aber nicht ernst genommen."

Dennoch gestand die Angeklagte, Schuld auf sich geladen zu haben. Sie sei zur Tatzeit mit ihrem Sohn in der Türkei gewesen und habe dort von ihrem Geliebten einen Anruf erhalten, bei dem er ihr von seinen Mordabsichten erzählte. Sie habe daraufhin weder versucht, ihn davon abzubringen, noch ihren Ehemann zu warnen.

Stattdessen habe sie dem Mitangeklagten sogar gesagt, wo die Küchenmesser und eine große Marmorvase in ihrer Wohnung zu finden waren. "Ich habe einen Fehler gemacht. Das alles hätte nicht passieren dürfen", erklärte sie.

Der 34-jährige Türke war vor einem Jahr tot in seiner Wohnung gefunden worden. Arbeitskollegen hatten die Polizei alarmiert, nachdem der Mann zwei Tage nicht zur Arbeit gekommen war. Die Beamten brachen die Tür auf und fanden die Leiche des Mannes.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 41-jährige Angeklagte am 8. September 2009 in die Wohnung des Opfers einbrach und ihm dort aufgelauerte. Als der 34-Jährige nach Hause kam, soll ihn der Beschuldigte hinterrücks angegriffen und niedergestochen haben.  dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser