Ungewöhnlicher Gottesdienst in Weiden

Weihwasser-Verzicht schlägt Wellen: Pfarrer will an drastischer Maßnahme festhalten

Die bayernweite Grippewelle macht auch vor Gotteshäusern nicht Halt. In Weiden hat ein Pfarrer wegen der Ansteckungsgefahr nun zu einem drastischen Mittel gegriffen.

Update 20. Februar, 13.31 Uhr

Am Wochenende zog er die Notbremse. Nun hat Pfarrer Gerhard Pausch entschieden: Die Weihwasserbecken in seiner Herz-Jesu-Kirche bleiben auch für die nächsten zwei oder drei Wochen leer. Auch das Händereichen bei dem Friedensgruß solle vorerst ausfallen, sagte er am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in München.

Grippewelle im Gotteshaus: Pfarrer greift zu drastischem Mittel

Weiden - Die Grippewelle hält die Landeshauptstadt München bereits seit einiger Zeit in Atem, die Zahl der Krankheitsfälle ist in diesem Jahr ungewöhnlich hoch. Auch in der Oberpfalz sind die Erreger längst angekommen. 

Stadtpfarrer Gerhard Pausch aus Weiden hat die hohe Ansteckungsgefahr nun zu einer drastischen Maßnahme bewegt. In seinen Messen am Wochenende verzichtete der Geistliche auf den Einsatz von Weihwasser - das Becken im Eingangsbereich der Herz-Jesu-Kirche blieb leer, wie Der neue Tag berichtet.

Zudem verzichtete Pausch auf den sonst bei Gottesdiensten praktizierten Friedensgruß, bei dem die Gläubigen einander die Hand geben. In der Herz-Jesu-Kirche machten stattdessen Hinweiszettel auf die Gefahren der Influenza-Welle aufmerksam.

Video: Grippe und Influenza - Was wirkt wirklich?

Geistliche reagieren mit Unverständnis

Wie idowa.de vermeldet, haben Geistliche aus der Region die ungewöhnliche Maßnahme mit einigem Unverständnis aufgenommen. Johannes Plank aus Straubing glaubte demnach zunächst an einen „nachträglichen Faschingsscherz“. Der Griff der Kirchentür habe vermutlich ähnlich viele Bakterien wie das Weihwasser-Becken, argumentiert der Dekan. Ähnliche Stimmen wurden aus Cham und Landshut vernommen.

Ob Stadtpfarrer Pausch in Weiden seine Becken schon bald wieder mit Weihwasser füllen möchte, blieb zunächst unklar. Die Grippewelle dürfte den Freistaat jedenfalls noch einige Zeit in Atem halten.

lks

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolfoto)

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