Ausflügler am Weihnachtswochenende

„Weihnachtsschläfrigkeit“ in Bayern - Run auf Skigebiete in Österreich

Ausflügler sind zum Skifahren auf dem Kasberg unterwegs. Am Wochenende gab es bei strahlendem Sonnenschein teils so große Verkehrsstaus, dass einige die Notbremse zogen und den Zutritt sperrten. In Österreich sind viele Skigebiete geöffnet, allerdings praktisch nur für Einwohner.
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Ausflügler sind zum Skifahren auf dem Kasberg unterwegs. Am Wochenende gab es bei strahlendem Sonnenschein teils so große Verkehrsstaus, dass einige die Notbremse zogen und den Zutritt sperrten. In Österreich sind viele Skigebiete geöffnet, allerdings praktisch nur für Einwohner.

Lifte stehen still, Kneipen haben zu. Trotzdem starteten viele in Bayern zum Ausflug - möglichst in den Schnee, auch wenn es bisher vor allem Kunstschnee ist. Auf den Straßen blieb es ungewöhnlich ruhig. Im Gegensatz zu Österreich. Hier herrschte Riesenandrang an den Skigebieten: Am Wochenende gab es bei strahlendem Sonnenschein teils so große Verkehrsstaus, dass einige die Notbremse zogen und den Zutritt sperrten.

Das Winterwetter in Bayern hat bei Sonne satt zahlreiche Ausflügler in die Berge gelockt. In der Gegend um den Schliersee, beliebtes Ausflugsziel der Münchner, waren am Sonntag die Parkplätze mittags gut belegt. Auch in Garmisch-Partenkirchen herrschte reger Andrang.

Da die Lifte im Lockdown stillstehen, hieß es: Zu Fuß auf den Berg. An den sonst von Skifahrern bevölkerten Pisten waren Schneeschuh- und Tourengeher, Fußgänger und Familien mit Schlitten unterwegs. Vielfach auf Kunstschnee, denn es hat bisher nur in wenigen Gegenden genug geschneit. Am Spitzingssee zogen auch Eisläufer ihre Kreise - der See liegt auf etwa 1000 Metern Höhe und ist zugefroren. Weiter unten traten Radfahrer in die Pedale.

Polizei und Bergwacht waren zufrieden: Keine Einsatzrekorde, im Gegenteil. „Die Anzahl der Einsätze der Bergwacht ist zahlenmäßig eher als gering zu bewerten im Vergleich zu den Menschen, die unterwegs sind“, sagte der Sprecher der Bergwacht Bayern, Roland Ampenberger. „Gefragt ist die Hilfe der Bergwacht dennoch immer wieder bei Stürzen oder auch internistischen Notfällen.“

In anderen Jahren herrscht in den Weihnachtsferien teils noch mehr Andrang - besonders auf den Straßen blieb es ungewöhnlich ruhig. „Es ist tatsächlich noch etwas Weihnachtsschläfrigkeit da“, sagte ein Polizeisprecher in Rosenheim. Es gebe keine Staus - und es würden auch weniger sonstige Einsätze gemeldet als in anderen Jahren.

Auf den Straßen Richtung Skigebiete rollt sonst in den Winterferien die Blechlawine, da viele nach Österreich zu den Pisten aufbrechen. Obwohl dort auch jetzt die Lifte laufen, bleibt den Wintersportlern aus Bayern dieser Pistenspaß verwehrt: Wer nach Österreich einreist, muss erst einmal in Quarantäne.

In Bayern genossen die Menschen umso mehr den Schnee an den künstlich beschneiten Hängen. Die Liftbetreiber haben trotz des ruhenden Liftbetriebs die Schneekanonen laufen lassen - mit Blick auf einen eventuellen Start nach dem 10. Januar.

„Wir hoffen noch auf den Januar. Dann brauchen wir den Schnee“, sagte Peter Lorenz, zweiter Vorstand des Verbandes Deutscher Seilbahnen (VDS). „Der Januar ist ohnehin der Monat, in dem unter der Woche weniger los ist. Da könnte man es gut testen.“ Die Konzepte stünden, etwa mit erweiterten Wartebereichen und Maskenpflicht. Vorbild ist unter anderem Österreich. Trotz des neuen Lockdowns im Nachbarland fahren dort weiter viele Skilifte. „Die Gäste sind sehr diszipliniert“, sagte die Sprecherin der Skigebiete Hochkar und Ötscher in Niederösterreich, Karin Munk, am Samstag. „Im Moment läuft alles nach Plan.“

Andrang und teils Verkehrschaos in Wintersportregionen Österreichs

Riesenandrang an den Skigebieten in Österreich: Am Wochenende gab es bei strahlendem Sonnenschein teils so große Verkehrsstaus, dass einige die Notbremse zogen und den Zutritt sperrten. Das Bodental in Kärnten, das Winterwandern und Langlauf bietet, blieb nach dem Ansturm von Samstag am Sonntag geschlossen, ebenso die Rodelwiesen in Semmering rund 100 Kilometer südwestlich von Wien. Die Skigebiete Hinterstoder, Wurzeralm und Kasberg in Oberösterreich waren am Sonntagmittag voll, Aotos wurden an der Taleinfahrt abgewiesen. Am Samstag musste in Damüls in Vorarlberg rund 70 Kilometer südlich von Lindau am Bodensee eine große Menschenansammlung aufgelöst werden.

In Österreich sind viele Skigebiete geöffnet, allerdings praktisch nur für Einwohner. Für Anreisende aus dem Ausland gilt eine zehntägige Quarantänepflicht, was die meisten Touristen abschreckt. Zudem sind die besonders wirksamen FFP2-Masken als Mund- und Nasenschutz für alle Skifahrer über 14 Jahre vorgeschrieben, die Gondeln oder Lifte benutzen oder anstehen müssen. Die Bergbahnen befördern teils nur halb so viele Gäste, um Abstandsregeln einhalten zu können. Tickets sollen online gebucht werden.

Das Gedränge in Damüls entstand wegen Schneemangels in benachbarten Gebieten, teilte Andreas Gapp, Chef der Vorarlberger Seilbahnen, am Sonntag mit. „Wir haben hieraus gelernt und werden schnellstmöglich unsere Konzepte anpassen.“ Er zog ansonsten eine positive Bilanz der Weihnachtstage. „Die Leute tragen die FFP2 Maske, halten Abstand und akzeptieren die Gastronomieregeln“, sagte er.

Die Salzburger Bergwelt sei gut besucht, aber die Lage entspannt, berichtete der Sprecher der Salzburger Seilbahnen, Erich Egger. Es handele sich vor allem um Tagesausflügler. Auf der Schmittehöhe seien am Sonntag etwa 3000 Gäste gewesen, verglichen mit bis zu 16.000 Gästen am Tag in vergangenen Jahren.

mh/dpa

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