Wanderer decken tierschutzrechtliche Verstöße auf

„Ekel-Stall“ bei Schongau sorgt für Empörung: Schweine in „Kotmorast“ beißen in Eisengitter

Ein Stall westlich von Schongau geriet in den Fokus von Tierschützern.
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Ein Stall westlich von Schongau geriet in den Fokus von Tierschützern.

Schongau - „Ekel-Stall“, so betitelt der Verein „SOKO Tierschutz“ die Schweinehaltung eines Landwirts in einer Gemeinde westlich von Schongau.

Mitte September hatten Wanderer den Schweinestall im Landkreis Weilheim-Schongau entdeckt und erschreckende Fotos gemacht. Der Verein „SOKO Tierschutz“ zeigte sich von den Bildern schockiert. Die Schweine seien flächendeckend von Fliegen bedeckt gewesen, hätten kein Trinkwasser, kein Futter gehabt und seien einer enormen Hitze ausgesetzt gewesen.

Schongau: SOKO Tierschutz von „Ekel-Stall“ empört

Die Tiere seien zudem „in einem ekelerregend stinkenden Kotmorast“ gelegen. „Die armen Schweine bissen in die Eisengitter, ihr Leben ist grauenhaft. Offenbar waren sie seit Monaten dort eingesperrt“, heißt es auf der Internetseite des eigetragenen Vereins, welcher sich seit Jahren für Tierrechte einsetzt.

Kein Futter, kein Trinkwasser und von Fliegen bedeckt. Schweine in einem Stall im Schongauer Land mussten Leid ertragen.

„SOKO Tierschutz“ informierte eigenen Angaben zufolge am 14. September die Behörden. Erste Reaktion sei nur das Anbringen eines Schildes mit „betreten verboten“ gewesen. Doch wie unser Partnerportal merkur.de erfuhr, reagierte das Veterinäramt Weilheim durchaus energischer.

Veterinäramt Weilheim schaltet sich ein

Noch am gleichen Tage überprüfte laut Lewitzki, Leiter der Behörde, ein Mitarbeiter die Tierhaltung vor Ort. Dabei seien tierschutzrechtliche Verstöße festgestellt worden, woraufhin noch am gleichen Abend erste Maßnahmen zur Verbesserung der Haltungssituation vorgenommen worden seien. „Dabei ging es in erster Linie um die Verbesserung der Basishygiene.“

Das Veterinäramt wurde demnach auch nie über die Schweinehaltung informiert. Grundsätzlich brauche man für die Haltung von landwirtschaftlichen Nutztieren keine Erlaubnis, aber zum Schutz gegen Verschleppung von Tierseuchen müsse man solche Tierhaltungen dennoch angegeben.

Nicht der erste Tierschutzskandal

Positiv sei zu erwähnen, dass es den Schweinen nicht ganz so schlecht ging, wie aufgrund der Fotos zu befürchten war. Des Weiteren ließ Lewitzki gegenüber merkur.de verlauten, dass man die Einleitung eines Bußgeldverfahrens prüfe und die Notwendigkeit weiterer baulicher Maßnahmen prüfe.

Der Verein „SOKO Tierschutz“ merkte noch an: „Dieser Fall zeigt mal wieder, dass es keine Frage von groß oder klein ist, es braucht keine Massentierhaltung um Leid zu verursachen. Es braucht nur einen skrupellosen Menschen, der die Tiere ausbeutet und ihnen alles nimmt.“

In den letzten Monaten gerieten auch immer mehr Betriebe im Allgäu wegen des Vorwurfs mehrerer Tierschutzskandale in den Fokus von Tierschützern. Bild- und Videodokumentationen zeigen die teils verheerenden Umstände, welche in den Betrieben herrschten.

mz

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