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Nach Töging nun auch Sprengung in Regensburg

Weiterer Geld-Automat gesprengt: Banken sind alarmiert - doch wie können sie sich schützen?

Eine heftige Explosion - dann türmen die Täter mit dem Geld. Nach diesem Muster haben die Unbekannten auch in Regensburg zugeschlagen.
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Eine heftige Explosion - dann türmen die Täter mit dem Geld. Nach diesem Muster haben die Unbekannten auch in Regensburg zugeschlagen.

Zwei Überfälle in nur vier Tagen: Die Automaten-Sprenger haben schon wieder zugeschlagen. Brutal, schnell und effektiv. Die Banken sind alarmiert. Doch wie können sie sich vor den Tätern schützen?

Regensburg – Schon wieder haben Unbekannte in Bayern einen Geldautomaten gesprengt. In der Nacht auf Montag, 2.50 Uhr, in Regensburg. In dem Gebäude gibt es eine Anwaltskanzlei, einen Bäcker – und den SB-Automaten der Sparda-Bank. Es knallt, dann flüchten die Täter in einem dunklen Auto Richtung Autobahn. Im Gepäck: Bargeld. Die Höhe der Summe ist unbekannt. Der Raum, in dem der Automat stand, ist völlig zerstört, sogar die Wand zum Bäcker nebenan ist durchgebrochen.

Gesprengte Geldautomaten – die Liste, die das Landeskriminalamt Bayern darüber führt, wird länger und länger. Der Regensburger Fall war Nummer 30 in diesem Jahr. Und erst in der Nacht auf Freitag ereignete sich Fall 29, diesmal schlugen die Unbekannten in der Sparkasse in Töging, Kreis Altötting, zu.

Das Muster wiederholt sich: Die Täter kommen zwischen 2 und 4 Uhr. Zu zweit oder zu dritt. In schnellen Autos. Sie suchen sich Automaten mit guten Fluchtmöglichkeiten. Und: Sie verwenden immer häufiger Festsprengstoff statt Gas – dadurch entsteht erheblicher Schaden auch am Gebäude. In Regensburg sind es bis zu 200.000 Euro, bei einem Überfall in der Oberpfalz waren es sogar 600.000 Euro. Und gefährlich ist Sprengstoff natürlich auch. Die zuständige Staatsanwaltschaft Bamberg ermittelt in einigen Fällen sogar wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Die Täter nähmen keine Rücksicht darauf, ob Personen, die in unmittelbarer Nähe zu den Automaten wohnen, geschädigt werden.

Bislang keine Verletzten

Die Ermittlungen laufen im Landeskriminalamt zusammen. „Wir gehen davon aus, dass die Täter keinen Bezug zur Örtlichkeit haben und aus den Niederlanden kommen“, sagt Kriminalkommissar Aldo Verbole. Dort trat das Muster zuerst auf. In den Niederlanden ging die Zahl der Überfälle aber deutlich zurück, seit das Geld vermehrt mit Farb- oder Klebepatronen gesichert ist. Explodiert der Automat, ist die Beute unbrauchbar. Das schreckt ab. Ob die ausgeraubten Automaten in Bayern solche Sicherungssysteme verbaut hatten, sagt das LKA nicht. Nur so viel: „Bei den bisherigen Sprengungen haben keine Farbbomben ausgelöst“, sagt Verbole. 

Immerhin gab es bislang keine Verletzten. Aber die Banken sind alarmiert. Im Sommer trafen sich Vertreter von Polizei, Banken und Versicherungen. Aktuell untersucht das LKA alle Geldautomaten-Standorte in Bayern: Welche Automaten sind gefährdet? Wo gibt es Nachrüstungsbedarf? Ein ungeheurer Aufwand. 

Allein der Sparkassenverband Bayern unterhält 3407 Automaten (Stand Ende 2021). Die alle maximal abzusichern ist wohl unmöglich: „Sicherheitsvorkehrungen sind sehr teuer“, sagt Verbandssprecherin Eva Mang. Über die bisherige Schadenssumme hält sie sich bedeckt – auch das LKA sagt dazu nichts. Konkreter wird Gerald Schneider vom Genossenschaftsverband Bayern. Aus dessen Automaten erbeuteten die Räuber bis Ende Juli 1,3 Millionen Euro. Das ist schon mehr als bei den 17 Geldautomatensprengungen in ganz Bayern im Jahr 2021 erbeutet wurde. Dazu kommt der Sachschaden: Der Genossenschaftsverband meldet insgesamt „mehrere Millionen Euro“. Und die Täter sind noch nicht geschnappt. 

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