Nur einer von zehn Ladendieben wird ertappt

München - Die Zahl der erfassten Ladendiebstähle im Freistaat ist im vergangenen Jahr um 3,8 Prozent zurückgegangen. Nur in der Landeshauptstadt wurden mehr Diebe angezeigt. Dafür gibt es Gründe.

“Das liegt aber nicht daran, dass München ein El Dorado für Langfinger ist, sondern weil hier besonders viel in Prävention investiert wurde und deshalb mehr geschnappt werden“, sagte der Sprecher des Handelsverbands Bayern (HBE), Bernd Ohlmann. Die insgesamt rückläufigen Zahlen schreibt der HBE unter anderem den Präventionsmaßnahmen der Einzelhändler zu. 160 Millionen Euro werden jährlich investiert, um Diebstähle, Raubüberfälle und Betrug zu verhindern.

Laut Kriminalstatistik wurden im vergangenen Jahr 41 940 Diebstähle bei der Polizei angezeigt. Die Dunkelziffer ist laut HBE nach wie vor hoch, nur einer von zehn Ladendieben werde überhaupt ertappt und angezeigt. “Der Schaden für den Einzelhandel ist groß“, sagte Ohlmann. “Nach unseren Schätzungen werden Waren im Wert von 336 Millionen Euro unbezahlt an den Kassen der Geschäfte vorbeigeschleust.“

Besonders begehrt bei Dieben ist alles, was klein und teuer ist. In Drogerien sind das Rasierklingen, Parfüm und Kosmetikartikel, im Elektronikhandel meist CDs, DVDs und Konsolenspiele. In Modegeschäften werden am häufigsten Jeans und Dessous geklaut. “Ein Ladendieb steckt im Durchschnitt Waren im Wert von 65 Euro ein“, sagt Ohlmann. “Beschaffungskriminalität und organisierte Bandendiebstähle nehmen weiter zu. Diese Täter klauen im Auftrag und nach Liste.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa/lnw (Symbolbild)

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