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Wetter-Experte klärt auf

Schwierige Prognosen: Warum Wetter-Apps derzeit so oft daneben liegen

Collage: Ein Blitz, die Wetter-App Vorhersage von Rosenheim, eine auf einem SUP im Sonnenuntergang
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Wechselhaftes Wetter bereitet den Apps oft Schwierigkeiten bei den Prognosen

Statt beständig schönem Sommerwetter ist derzeit vor allem ein echtes Wetterdurcheinander angesagt: Mal Regen, mal Sonne, häufig Unwetter. Und gefühlt liegen die Wetter-Apps ständig daneben. Warum das so ist, weiß unser Wetterexperte Markus Dorfberger.

Landkreis - Kommt heute ein Unwetter mit Hagel oder regnet es nur? Und wann kommt nachmittags die Sonne raus? Der Blick Richtung Himmel verrät es derzeit leider nicht so genau. Viele Wolken, die Regen bringen, ab und an Sonnenschein, dazu Gewitter, die örtlich echte Zerstörungskraft haben. Und die Wetter-App zeigt schon wieder das Regen-Symbol, obwohl draußen die Sonne scheint. Doch warum ist das so? Markus Dorfberger, Meteorologe bei www.der-himmel-im-suedosten.de kennt die momentanen Schwierigkeiten: Besonders die Wechselhaftigkeit bereitet vielen Nutzern von Wetter-Apps Probleme. Als Meteorologen sind sie derzeit oft mit der Beschwerde konfrontiert, dass der Wetterbericht nicht gestimmt hat. Meistens beziehen sich diese Klagen dann aber auf die Prognosen von eben jenen Wetter-Apps.

Wohin zieht ein Gewitter aktuell? Die Wetter-App zeigt es nicht

Eine App ist nicht in der Lage auf aktuelle, ja akute Entwicklungen zu reagieren, darum ist die Handy-App nicht so genau wie ein Meteorologe. Das beginnt schon bei der Erklärung der aktuellen Wetterlage und wie sich dann zum Beispiel eine Gewitterfront zu welchem Zeitpunkt wohin bewegt. Solche Vorgänge können in Wetter-Apps schlichtweg nicht befriedigend dargestellt werden, weiß Dorfberger. Und auch darüber hinaus stellen die Wetter Apps den Benutzer noch vor die Schwierigkeit, die dortigen Prognosen auch richtig zu lesen.

30% Regenwahrscheinlichkeit bedeutet nicht, dass es zu 30% regnet

Die Problematik beginnt schon beim richtigen Lesen der Regenwahrscheinlichkeit. Wenn es in der App heißt, an einem gewissen Tag liegt die Regenwahrscheinlichkeit bei 30 %, dann bedeutet das, dass es in der Vergangenheit in 30 % der Tage mit einer vergleichbaren Wetterlage Regen gegeben hat, erklärt unser Experte. Hierbei ist aber nicht genauer beschrieben, wie stark der Regen war, ob der Regen am Stück oder über den Tag verteilt gefallen ist, oder ob er gar in der Nacht fiel, als die meisten Leute ihn schlichtweg verschlafen haben. 

Besser kann man sich dann schon orientieren, so der Meteorologe, wenn die Regenwahrscheinlichkeiten für kürzere Zeiträume wie zum Beispiel Tageszeiten oder gar Stunden angegeben werden. Noch genauer wird die Regenvorhersage dann, wenn auch noch die Niederschlagsmenge angegeben ist – hier lässt sich dann wenigstens unterscheiden, ob es sintflutartig regnen könnte, oder ob nur ein paar Tropfen „die Luftfeuchtigkeit erhöhen“.

Ungenauigkeit auch bei den Sonnenstunden

Ähnlich verhält es sich übrigens auch mit der Anzahl der Sonnenstunden, wobei man hier natürlich davon ausgehen muss, dass diese Sonnenstunden in der hellen Hälfte des Tages, also tagsüber stattfinden werden. Ob aber diese zum Beispiel 6 Sonnenstunden am Stück eintreffen, ob es ab Mittag aufreißt und dann sonnig bleibt oder ob es über den Tag verteilt immer wieder mal für 30 Minuten sonnig ist und dann wieder Wolken durchziehen ist aber auch hier nicht genauer beschrieben. Aus diesen Daten allerdings berechnen dann Computer das Wetter bzw. das Wettersymbol für den gewollten Vorhersagezeitraum - rein auf Grund der Wahrscheinlichkeiten der vergangenen Jahre.

Fazit: besser genaue und fundierte Prognosen von Experten in Textform oder Video, als die Vorhersagen von Wetter-Apps, die sich meist aus Durchschnittswerten berechnen. 

si/Markus Dorfberger

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