Sturmtief Joachim hinterlässt Spuren

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Landkreis - Joachim fegte über die Region! Die Polizei musste zu etwa 200 Einsätzen ausrücken. Auf der A8 kippte ein Lkw um und zwei Maibäume hielten den Wind nicht aus.

Sturmtief "Joachim" gab Anlass zur Sorge. Der Deutsche Wetterdienst warnte in ganz Süddeutschland vor Sturm, teils orkanartigen Böen und in höheren Lagen auch vor ergiebigem Schneefall.

Am Freitagabend hob der Deutsche Wetterdienst die Unwetterwarnungen wieder auf. Gegen 23:34 auch für die höheren Lagen über 1500 Metern.

Eine Flut von Einsätzen für die Polizei

Wie vorhergesagt, erreichte das Unwetter den Süden Bayerns in den frühen Abendstunden und sorgte bei der Einsatzzentrale im Polizeipräsidium Oberbayern Süd in wenigen Stunden für etwa 200 Einsätze.

Das Orkantief zog in südöstlicher Richtung über den Süden Deutschlands und sorgte mit Sturmböen, Starkregen und zum Teil auch Schneefällen dafür, dass die Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun bekamen.

Etwa 50 Mal blockierten umgestürzte Bäume die Straßen. Verkehrszeichen, Baugerüste und Zäune wurden wiederholt umgeweht und beschädigten vereinzelt auch Fahrzeuge. Es kam deshalb zwischen Garmisch-Partenkirchen und Freilassing teils zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Die meisten Christkindlmärkte mussten aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. In der Mühldorfer Brückenstraße fiel ein umstürzender Maibaum auf einen geparkten Pkw, verletzt wurde dabei glücklicherweise niemand. In der Rosenheimer Innenstadt fielen Dachziegel von einem Geschäftsgebäude auf die Fahrbahn, in Burghausen Teile einer Solaranlage von einem Dach. Auch in diesen Fällen wurde niemand verletzt. In Traunstein wurde die Weihnachtsbeleuchtung von den Sturmböen heruntergerissen.

Nachdem sich die Unwetterlage gegen 21 Uhr beruhigte, ging auch die Zahl der Notrufe in der Einsatzzentrale spürbar zurück.

Die Schäden in der Region

Die Orkanböe brachte am Freitag einen Lkw auf der A8 zum Umstürzen.

Am Freitag bachte die Orkanböe einen Lkw auf der Autobahn zum Umstürzen. Der nicht beladene Lastzug wurde auf der A 8 Richtung Salzburg von einer starken Windböe erfaßt, kam dadurch ins Schlingern und kippte nach links um. Der 55-jährige Fahrer wurde dabei nicht verletzt.

Ein Baum in Frasdorf wurde durch die Sturmböen entwurzelt und lag quer über der Simsseestraße.

In der Nähe von Frasdorf (Umrathshausen) schien der Sturm schon am Mittag zugeschlagen zu haben. Dort fielen bereits die ersten Äste von den Bäumen und der Wind heulte heftig. In Frasdorf selbst wurde ein Baum entwurzelt und lag quer über der Simsseestraße. Vielen Dank an unsere Userin Anneliese Schneider für das Foto! Auch der Maibaum in Grainbach am Samerberg konnte den Böen nicht standhalten - er knickte um.

Die Einsätze im Landkreis Traunstein:

Landkreis Traunstein. Entwurzelte und umgestürzte Bäume, abgerissene Äste, herab gerissene Weihnachtsbeleuchtung und vom Winde verwehte Bauzäune – der Orkan „Joachim“, der am Freitagabend und in der Nacht zum Samstag über den Landkreis Traunstein fegte, brachte den Feuerwehren viel Arbeit. 35 Wehren und damit fast die Hälfte der Feuerwehren im Landkreis waren im Einsatz und rückten aus, um die Unwetterschäden zu beseitigen. „Baum über Fahrbahn“ war dabei die häufigste Alarmmeldung, die die Floriansjünger in Aktion versetzte. Insgesamt waren mehr als 80 Einsätze zu bewältigen; rund 150 Feuerwehrmänner und –frauen waren im Einsatz.

Vergangener Freitag: 18:28 Uhr Alarm für die Feuerwehr Traunreut, 18.30 Uhr Alarm für die Feuerwehr Pittenhart; 18:31 Uhr Alarm für die Feuerwehr Obing… - so begann der Alarmierungsmarathon durch die Integrierte Leitstelle Traunstein, der sich dann mehr als eine Stunde fortsetzte. Im Minutentakt wurden die Wehren alarmiert, um die von Orkan „Joachim“ entstandenen Unwetterschäden zu beheben. Meist waren es umgestürzte Bäume, die Straßen und Wege blockierten. Vielgenutztes Arbeitsgerät der Feuerwehrler waren deshalb die Motorsägen, mit denen die Bäume zerlegt wurden, um sie von den Fahrbahnen räumen zu können. In Traunstein in der Bahnhofstraße riss der starke Wind eine Weihnachtsbeleuchtung aus der Verankerung und es bestand die Gefahr, dass sie auf die Fahrbahn fällt. Die Feuerwehr Traunstein beseitigte die Gefahr. In Siegsdorf wurde ein Bauzaun auf die Gleise der Bahnlinie von Traunstein nach Ruhpolding geweht. Schon wenige Minuten nach der Alarmierung hatten die Siegsdorfer Floriansjünger den Zaun entfernt. Der Bahnverkehr war nur für 15 Minuten lahmgelegt. Auf der Staatstraße zwischen Grassau und Übersee fielen mehrere Bäume, so dass es für Autofahrer kein Durchkommen mehr gab. Ein Auto prallte in einen der Bäume, verletzt wurde dabei niemand. Die Staatstraße 2096 musste von der Feuerwehr für längere Zeit komplett gesperrt werden. In Traunreut wurden alle Feuerwehren im Stadtgebiet alarmiert und aufgefordert die Gerätehäuser mit einem Bereitschaftsdienst zu besetzen, um die eingehenden Meldungen über Sturmschäden rasch abarbeiten zu können.

Einen Einsatzschwerpunkt gab es nicht. Die Feuerwehren von Seeon, Seebruck, Obing und Pittenhart im Nordwesten des Landkreises bis Waging, Fridolfing, Kirchanschöring und Lampoding im Südosten waren gleichermaßen beschäftigt. Im Achental hatte die Feuerwehr Grassau die meisten Unwetteralarme, aber auch die Floriansjünger in Marquartstein, Schleching, Oberwössen und Übersee wurden aus der Feierabendruhe gerissen. Die Feuerwehr Inzell war die meistbeschäftigte Wehr im südlichen Trauntal. Bis 21 Uhr waren die meisten Einsätze zur Behebung von Sturmschäden erledigt und drohende Gefahren beseitigt und die Floriansjünger konnten wieder in die Gerätehäuser einrücken. Einige wenige Alarmierung gab es noch am Samstagvormittag. Dabei ging es ebenfalls meist um die Beseitigung umgestürzter Bäume. Trotz der rund 80 Sturmeinsätze kamen der Landkreis Traunstein und damit auch die Feuerwehren glimpflich durch den Orkan. Die Unwetterwarnungen für Freitag und die Voralarme in den Stunden vor Einsetzen der Sturmböen, ließen Schlimmes erahnen. Die bewahrheitete sich aber nicht. Die Feuerwehren wurden gefordert und hatten auch viel zu tun, konnten aber allen Hilfeersuchen schnell nachkommen und Schäden und Gefahren in kürzester Zeit beheben.

pv/Ehrenamtlicher Pressesprecher der Feuerwehren im Landkreis Traunstein

Bilder vom gestürzten Maibaum:

Bilder vom "Maibaum-Sturz"

Wo vorher ein Maibaum stand, ist nur noch ein Stummel übrig. Die Spitze wurde von Sturmtief "Joachim" abgebrochen und landete auf einem geparkten Auto.

Auch in Mühldorf in der Brückenstraße ist ein Maibaum abgeknickt. Der Stamm fiel auf ein geparktes Auto - glücklicherweise wurde niemand verletzt. Die Feuerwehr Mühldorf rückte aus. Der Maibaum musste in kleine Stücke geschnitten werden.

Mühldorf: Joachim fällt Maibaum

Mühldorf: Maibaum fällt Joachim zum Opfer

Bilder: Sturmtief "Joachim" wütet über Deutschland

Sturmtief "Joachim" wütet über Deutschland - Bilder

Ein Wetterexperte warnte schon vorher

Vor den Auswirkungen des Sturmtief warnte schon vorab der Wetter­experten Dominik Jung vom Portal wetter.net auf Anfrage von rosenheim24: "Bei Lagen von über 1500 Metern kann es zu Windgeschwindigkeiten von 130 bis 160 km/h kommen. Aber auch in tieferen Lagen gibt es vereinzelt Böen von 110 - 120 km/h. Auch Neuschnee wird erwartet. In hohen Lagen sogar 20 bis 40 cm. Der Höhepunkt des Sturms wird am späten Nachmittag und Abend erwartet. In der Nacht sollte der Sturm dann aber abklingen."

Und wie schützt man sich am besten vor den orkanartigen Böen? Jung meinte: "Halten Sie sich am besten von Wäldern fern, da Sie durch umstürzende Bäume oder herumfliegende Äste verletzt werden könnten. Darüber hinaus sollten Sie alle losen und lockeren Gegenstände an ihrem Haus und Auto sichern und festzurren. Gerade die Weihnachtsbeleuchtung sollten Sie befestigen oder abnehmen, damit nicht morgen das Haus Ihres Nachbarn "geschmückt" ist. Wenn Sie sich in der Stadt aufhalten, dann halten Sie sich am besten von wankenden Baugerüsten fern."

Wie viele diese Tipps befolgt haben, hat sich spätestens am heutigen Samstagmorgen gezeigt.  

Quelle: Deutscher Wetterdienst / mw

Rubriklistenbild: © fibGS/jre/Anneliese Schneider

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