Wetterprognose für die Region

Hitzewelle steht vor der Tür: 36 Grad und es wird noch heißer

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Landkreis - 36 Grad und es wird noch heißer – den Satz haben wir doch irgendwo schon mal gehört. So oder so gilt er für die kommenden Tage in Deutschland. Bereits am Dienstag gab es wie erwartet einen neuen Jahresrekord in Sachen Tageshöchsttemperatur.

Der bisherige Rekordhalter Lingen (34,2 Grad Ende Mai 2018) hat sich selbst geschlagen und kam gestern auf 35,9 Grad im Schatten, also knapp 36 Grad. An vielen Stationen wurde gestern die 30-Grad-Marke deutlich überschritten. Es ist der Auftakt zu einer markanten Hitzewelle. An zahlreichen Wetterstationen lagen die Frühwerte am Mittwochmorgen bei 20 Grad und mehr. Damit hatten wir eine tropische Nacht. Auf dem Weinbiet im Pfälzer Wald wurden sogar 23,3 Grad als Tiefstwert der Nacht gemessen. 

„Die Temperaturen nähern sich nun immer weiter der 40-Grad-Marke. Dieser Wert wurde in Deutschland bisher in zwei Jahren erreicht, einmal im Jahrhundertsommer 2003 und einmal im Jahr 2015. Der bisher höchste gemessene Wert liegt in Deutschland bei 40,3 Grad und er wurde im Juli 2015 gemessen. Ob wir diesen Wert erreichen ist allerdings eher unsicher. Auf alle Fälle werden die Spitzenwerte bis Freitag noch auf mindestens 38 Grad im Schatten ansteigen. Die Hitze wird dabei auch immer unerträglicher, denn die Luft ist zunehmend schwül. Nachts kann man kaum noch gut schlafen und schon gar nicht, wenn man eine kuschelige Dachgeschosswohnung sein eigen nennen darf. Da wird es langsam aber sicher zur Sauna, wenn man nicht über eine Klimaanlage verfügt“ erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Bayern noch "hitzefrei"

In Bayern bleiben wir von diesen extremen Temperaturen noch verschont. Wie der DWD berichtet, soll der Mittwochvormittag meist wolkenlos sein. Am Tage neben geringer Quellbewölkung reichlich Sonnenschein. Am Nachmittag können von den östlichen Mittelgebirgen ausgehend vereinzelt Gewitter mit Starkregen auftreten. Im Allgäu klettern die Temperaturen auf 26 Grad bei ungewohnt hoher UV-Strahlung, in Unterfranken werden es bis 35 Grad. Am Donnerstag stehen uns dann laut DWD Tageshöchstwerte von 27 bis 36 Grad, so auch am Freitag.

So geht es in den kommenden Tagen weiter:

Mittwoch: 28 bis 36 Grad, viel Sonne und trocken

Donnerstag: 28 bis 36 Grad, reichlich Sonne und sehr heiß

Freitag: 28 bis 38 Grad, heiß und sonnig, später im Südwesten erste Hitzegewitter

Samstag: 26 bis 36 Grad, sonnig, schwül und gewittrig, örtlich Unwetter

Sonntag: 26 bis 34 Grad, warm bis heiß und weitere Gewitter

Keine Blow Up-Gefahr auf oberbayerischen Autobahnen

Der erste Hitzetag blieb nicht ohne Folgen. Auch einigen Autobahnen gab es schon die ersten Probleme mit sogenannten Blow Ups. Die älteren Betonfahrbahndecken haben sich durch die Hitze angehoben. Das gleiche passierte am Dienstag auch auf dem Flughafen Hannover und dann ging für den Rest des Tages nichts mehr. In Oberbayern dürften wir von dem Phänomen Blow Ups wohl verschont bleiben. Die Fahrbahndecken sind entweder neu genug und nicht anfällig oder es gibt sogenannte Entlastungsstreifen. Die lassen zu, dass sich die Fahrbahn ausdehnen kann, ohne zu zerreißen. Dies berichtet der BR unter Berufung auf die Autobahndirektion Südbayern.

Erst zum Wochenende erwarten wir stellenweise Schauer und Gewitter. Eine wirkliche Abkühlung ist aber auch dann nicht in Sicht. „Die Wetterlage ist wie einbetoniert. Es bewegt sich einfach nichts mehr. Das Hoch liegt stabil über Europa und hält weiterhin alle atlantischen Tiefs von uns fern. Damit haben wir keine Chance auf kühle Luft und schönen Landregen. Das einzige was in den kommenden Tagen vom Himmel fällt ist Starkregen der bei einzelnen Hitzegewittern auftreten kann. Und der ist bekanntlich eine total lokale Sache. Die einen bekommen reichlich ab und der Keller läuft voll- ein oder zwei Kilometer weiter passiert gar nichts“ erklärt Wetterexperte Jung.

Auf den Landregen warten Natur und Landwirtschaft weiterhin vergeblich. Außer einzelnen Gewitterschauern fällt nichts vom Himmel und das wird auch in den nächsten 7 bis 10 Tage so weitergehen. Daher heiß es weiterhin: kein offenes Feuer im Freien (außerhalb von Balkon und Terrasse), sonst könnte man direkt einen Wald- und Wiesenbrand auslösen!

mh/DWD/Dominik Jung/wetter.net

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