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Zwischenbilanz nach Artenschutz-Volksbegehren 2019

Wie groß ist der Anteil von Ökolandbau in der Region?

Als prominente Unterstützung wird Gisela Sengl (Mitglied des Landtags & agrarpolitische Sprecherin Bündnis 90/ Die Grünen)
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Landtagsabgeordnete der Grünen, darunter Gisela Sengl, wollten wissen wie sich seit dem Artenschutz-Volksbegehren 2019 der Anteil des Ökolandbaus in ganz Bayern aber auch beispielsweise unseren Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf, Rosenheim und Traunstein entwickelt hat.

2019 stimmten die Bayern mehrheitlich für das Artenschutz-Volksbegehren „Rettet die Bienen“. Nun wollten Landtagsabgeordnete der Grünen, darunter Gisela Sengl, wissen wie sich seitdem der Anteil des Ökolandbaus in ganz Bayern aber auch beispielsweise unseren Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf, Rosenheim und Traunstein entwickelt hat.

Landkreise - „Mit der Annahme des Volksbegehrens ‚Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern – Rettet die Bienen‘ durch den Landtag wurde im Bayerischen Naturschutzgesetz das Ziel eingeführt, die landwirtschaftlich genutzten Flächen des Lands nach und nach, bis 2025 mindestens 20 Prozent und bis 2030 mindestens 30 Prozent, gemäß den Grundsätzen des ökologischen Landbaus zu bewirtschaften. Dabei sollen staatliche Flächen die Vorgaben bereits im Jahr 2020 einhalten“, so die Grünen-Landtagsabgeordneten Rosi Steinberger, Gisela Sengl, Paul Knoblach, Patrick Friedl und Christian Hierneis in einer Kleinen Anfrage an die Bayerische Staatsregierung.

Zwischenbilanz nach Artenschutz-Volksbegehren: Wie groß ist der Anteil von Ökolandbau in der Region?

Ende Juli 2019 hatte der Bayerische Landtag das Volksbegehren „Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern“ angenommen. Damit einher gingen eine ganze Reihe neuer Vorgaben für die Land- und Forstwirtschaft. Zum zweijährigen Bestehen der Regelungen bilanzierte der Bayerische Bauernverband im vergangenen Jahr: „Bayerns Bäuerinnen und Bauern leisten jeden Tag einen Beitrag für die Artenvielfalt, vielfach entsteht durch ihre Arbeit erst Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Doch während sich die neuen Vorgaben und Regeln direkt auf unsere Arbeit und Wirtschaftsweise auswirken, tut sich gesamtgesellschaftlich beispielsweise beim Thema Flächenverbrauch nach wie vor gar nichts.“ - „Das Volksbegehren hat auch außerhalb der Landwirtschaft Zeichen für den Insektenschutz gesetzt“, so wiederum das Landwirtschaftsministerium in einer Stellungnahme an unsere Redaktion damals. Die Staatsregierung und Landwirtschaftsministerium würden sehr viele Anstrengungen unternehmen, damit land- und forstwirtschaftliche produktive Tätigkeiten und Artenschutz in Einklang gebracht werden könnten.

In ihrer Anfrage zum Stand der Dinge im Jahr 2021 legten nun die Grünen-Abgeordneten einen umfangreichen Fragenkatalog vor, welches das Bayerische Landwirtschaftsministerium beantwortete. Zunächst wollten sie wissen, wie groß die gesamte bayerische landwirtschaftliche Nutzfläche, die ackerbauliche Nutzfläche und die Dauergrünfläche in den Jahren 2018 bis 2021 war. Wie aus der Antwort des Ministeriums hervorgeht, verringerte sich die landwirtschaftliche Nutzfläche von 3.169.776 auf 3.154.135 Hektar, also ein Rückgang um 0,50 Prozent. Die Ackerfläche wiederum nahm von 2.034.788 zu 2.028.728 Hektar ab, ein Rückgang um 0,74 Prozent. Schließlich die Dauergrünflächen nahmen von 1.086.607 auf 1.084.909 Hektar ab, was einem Rückgang um 0,16 Prozent entspricht.

Landwirtschaftliche Nutzfläche (LF), Ackerfläche (AF) und Dauergrünlandfläche (DG) in den Jahren 2018–2021 in Bayern

JahrLF (ha)AF (ha)DG (ha)
20183.169.7762.043.7881.086.607
20193.165.3952.039.4211.085.683
20203.160.2302.034.2381.085.469
20213.154.1352.028.7281.084.909

Weiterhin wollten die Grünen-Politiker wissen, wie groß die ökologisch bewirtschafteten Acker-, Ausgleichs- und Dauergrünflächen auch im Verhältnis zu ihren nicht ökologisch bewirtschafteten Gegenstücken im Jahr 2021 waren. Dabei zeigt sich, dass die entsprechenden Flächen grundsätzlich je nach flächenmäßiger Größe eines Landkreises in unserer Region vertreten sind. Demnach führen die Landkreise Traunstein und Rosenheim die auch in der Region mit 1.533,74 beziehungsweise 1.439,43 Quadratkilometern die größten Gebiete umfassen, die Listen an. Die von der Fläche mit 839,86 beziehungsweise 805,34 Quadratkilometern ebenfalls annähernd gleich großen Kreise Berchtesgadener Land und Mühldorf am Inn weisen dagegen bemerkenswerte Unterschiede auf. Während im Kreis Mühldorf 2114 Hektar Öko-Ackerfläche verzeichnet werden, sind es im Berchtesgadener Land nur 322. Auch bei der Öko-Landfläche liegt der Kreis Mühldorf vorne, nur bei den Dauergrünflächen sind sie etwa gleichauf. Dies, obwohl die Anteile an den jeweiligen Gesamtflächen im Berchtesgadener Land jeweils teils deutlich höher sind.

Umfang der ökologisch bewirtschafteten LF, AF und DG im Jahr 2021 sowie der jeweilige Anteil an der Gesamtfläche nach Regierungsbezirken und Landkreisen

RegionÖko-AF (ha)Anteil an AF gesamtÖko-DG (ha)Anteil an DG gesamtÖko-LF (ha)Anteil an LF gesamt
Bayern gesamt190.2389 %183.80317 %377.75912 %
Oberbayern40.68210 %65.48520 %106.70514 %
Altötting15527 %87711 %24458 %
BGL3229 %277319 % 309617 %
Mühldorf 21146 %154411 %936636 %
Rosenheim (Stadt)467 %498 %968 %
Rosenheim228412 %939121 %11.70218 %
Traunstein24468 %835724 %10.82417 %

Der letzte Teil der Fragen drehte sich dann noch um die von staatlichen Stellen bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen. „Flächen, die im Rahmen des jährlichen Mehrfachantrags im sogenannten Flächen- und Nutzungsnachweis aufgeführt werden, werden als landwirtschaftlich bewirtschaftet angesehen“, erläutert das Ministerium dazu. „Die an Dritte verpachtete landwirtschaftliche Fläche des Freistaates beträgt rund 14.700 Hektar. Hierin nicht enthalten sind Klein- und Kleinstverpachtungen mit einer sehr kurzen Laufzeit und/oder einem sehr geringen Pachtzins, welche durch die jeweilige Grundbesitz bewirtschaftende Dienststelle selbst verwaltet werden.“ Die Bewirtschaftung der verpachteten Flächen liege in der Verantwortung des Pächters. „Bekannt ist, dass mindestens 1040 Hektar verpachtete Flächen ökologisch bewirtschaftet werden.“

BehördeFlächen in Eigenbewirtschaftung (Ha)davon ökologisch (ha)Öko-Anteil
Staatsforsten288,2236,382 %
Staatsgüter2.382,4715,230 %
Technologie- und Förderzentrum20--0 %
Landesanstalt für Wein- und Gartenbau42,92353,6 %
Staatliche Hofkeller11532,428,2 %
Schlösserverwaltung109109100 %
Justizvollzugsanstalten698,1395,456,6 %
TU München527,394,317,9 %
LMU München317,3--0 %
Wissenschaftsministerium8,20,67,3 %
Gesamt4.508,41.227,9427,2 %

hs

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