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Spanische Grippe vs. Corona: Wiener Virologe sieht Parallelen

„Pandemien enden mit Durchseuchung der Bevölkerung“

Spanische Grippe im Vergleich zur Corona-Pandemie
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Das von der Library of Congress zur Verfügung gestellte linke Foto zeigt im Jahr 1918 eine Krankenschwester, die im Walter Reed Hospital in Washington den Puls eines Grippepatienten misst. Die Maßnahmen von vor 100 Jahren zur Eindämmung der Spanischen Grippe ähneln den heutigen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Pest, Cholera, Aids - Seuchen begleiten die Menschen seit Jahrhunderten. Vor fast genau 100 Jahren wütete die Spanische Grippe, die nach rund zwei Jahren als beendet galt. Corona trat 2020 in unser Leben und hält uns ebenfalls seit zwei Jahren in Atem - ist ein Ende womöglich bald in Sicht?

5,5 Millionen Menschen sind bisher weltweit an Covid-19 gestorben. Die Corona-Pandemie ist die dritttödlichste Massenerkrankung der jüngsten Vergangenheit.

Schlimmer war neben Aids nur die Spanische Grippe, die von 1918 bis 1920 Tod und Leid über die Länder brachte. Schätzungen zufolge soll sie für den Tod von bis zu 100 Millionen Menschen verantwortlich gewesen sein.

Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung dieselben wie vor 100 Jahren

Lassen sich zwischen der Corona-Pandemie und der Spanischen Grippe Parallelen ziehen? „Definitiv“, sagt der Wiener Virologe Professor Dr. Norbert Nowotny. Schließlich habe es sich bei der Spanischen Grippe ebenfalls um eine Influenza gehandelt.

Die Gesundheitssysteme gerieten vor 100 Jahren schnell an ihre Grenzen. Schon damals haben die Menschen erkannt, dass sich die Seuche durch Ausgangssperren, Kontaktbeschränkungen sowie Quarantäne von Personen, die verdächtigt wurden, kontaminiert zu sein, eindämmen ließ. Schulen, Theater und Grenzen wurden geschlossen. Es wurde in großem Stil desinfiziert und die Menschen mussten Masken tragen. Bei Verstößen drohten Bußgelder.

Maßnahmen, die uns bekannt vorkommen - und durch die es die Menschen vor 100 Jahren wohl auch geschafft haben, die Pandemie nach rund zwei Jahren für beendet zu erklären. Sie entwickelten nach und nach eine kollektive Immunität gegen die Spanische Grippe, das Virus fand am Ende keinen Wirt mehr.

„Scheitert ein Virus an der Immunität, hört eine Pandemie auf“

Keine Pandemie dauert ewig“, antwortet Professor Nowotny auf die Frage, ob auch für uns ein Ende in Sicht ist, nachdem wir nun schon seit 2020 mit Corona leben. „Eine Pandemie endet vor allem dann, wenn eine ausreichende Durchseuchung in der Bevölkerung vorhanden ist, es keine unkontrollierte Übertragung mehr zwischen Menschen gibt und die Fälle auf einem sehr niedrigen Niveau bleiben.“

Der Professor erklärt weiter: „Versucht ein Virus andere anzustecken und scheitert an der Immunität oder Teilimmunität der Menschen hört eine Pandemie auf. Die Infektionsketten werden dadurch immer mehr unterbrochen. Das haben wir auch bei der Spanischen Grippe gesehen.“

Spanische Grippe wohl bis heute nicht verschwunden

„Im Übrigen“, fährt der Professor fort, „entwickeln sich alle Grippeviren, die zunächst Pandemien waren, zu einer saisonalen Grippe.“ So sei es beispielsweise auch bei der Schweinegrippe gewesen, die 2009 verursacht vom H1N1-Virus bis zu einer halben Million Menschen das Leben kostete. Und so werde es auch beim Coronavirus sein.

Auch die Spanische Grippe ist wohl nie komplett verschwunden, Spuren desselben Virus fanden Wissenschaftler mitunter in anderen Grippeviren. Die spanische Grippe trat nachdem sie nach zwei Jahren offiziell für beendet erklärt wurde, weiterhin auf, mutierte und erwarb genetisches Material von anderen Viren.

„Auch SARS-CoV-2 wird uns weiter auf unserem Lebensweg begleiten - wenn auch nicht mehr so heftig wie zu Beginn. Wir werden also das Licht am Ende des Tunnels sehen, auf das wir alle so sehnsüchtig warten“, schließt Professor Nowotny seine Ausführungen.

mb

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