Weiße Weihnachten? Noch alles offen!

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Großwetterlage in Europa

Landkreis - Schnee zu den Weihnachtstagen würde einen Hauch Romantik bringen. Der aktuelle Blick auf die Wetterprognose und die Chancen auf weiße Weihnachten:

Heute in exakt zwei Wochen ist bereits der erste Weihnachtstag. Zu keinem anderen Fest des Jahres spielt die Frage nach dem Wetter eine so große Rolle wie an Weihnachten. Zum einen sind viele Menschen über die Feiertage unterwegs und besuchen Verwandte, zum anderen freuen sich nicht gerade wenige von uns über etwas Schnee zum Fest.

„Die Frage, ob es zum Fest Schnee gibt oder nicht ist die häufigste Frage die ein Meteorologe im Jahresverlauf zu hören bekommt. Schnee zum Fest bringt einen Hauch zusätzlicher Romantik. Allerdings können Eis und Schnee zum Fest für Verwandtschaftsbesuch auch zu einem Problem werden. Weihnachten 2010 war beispielsweise nahezu im ganzen Land dick weiß, aber auch vielfach sehr glatt. Weihnachten 1999 gab es sogar einen heftigen Orkan. Orkan Lothar legte damals den Straßen- und Bahnverkehr lahm. Daher spielt das Wetter besonders zu den Weihnachtsfeiertagen eine große Rolle“ erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Die Prognosen der weltweiten Wettermodelle reichen mittlerweile schon bis zum 27. Dezember. Allerdings lässt die Prognosequalität mit fortschreitender Zeit natürlich deutlich nach. Für die kommenden drei bis fünf Tage ist die Vorhersage noch recht sicher, danach steigen die Unsicherheiten aber rapide an, zumal aktuelle die Wetterlage ziemlich turbulent ist. Orkantief Alexandra beeinflusst weiter unser Wetter. Besonders der Norden und die Mitte bekommen heute und morgen wieder viel Wind ab. In den Hochlagen drohen Orkanböen, in den Niederungen sind Sturmböen möglich.

Großwetterlage am Donnerstagmittag

Die Wetterlage zu den Festtagen ist immer noch unsicher. Die Wettermodelle berechnen mehrmals am Tag die Prognosen neu. Und damit ergeben sich derzeit allerlei Möglichkeiten zum Fest. In den vergangenen 48 Stunden wurden folgende Szenarien für Weihnachten 2014 berechnet: Kräftiger Schneefall zum Fest, Milde Luft und Regen und sogar ein kräftiger Sturm wurde für Weihnachten 2014 berechnet.

Im vergangenen Jahr war die Wetterlage deutlich festgefahrener. Damals änderten sich die Prognosen 14 Tage vor dem Fest bis zum Fest eigentlich kaum noch. Es war vielfach trüb, nass und mild.

Wieso ändern sich die Prognosen von Tag zu Tag?

Das liegt einfach daran, dass Wettervorhersagen von Anfang an mit „Fehlern“ behaftet sind. Bei der Wettervorhersage fließt der augenblickliche Zustand der gesamten Atmosphäre ein. Da laufen im Vorfeld Messdaten von Wetterstationen, Schiffen, Bojen und Satelliten ein. Da aber nicht die ganze Welt perfekt und gleichmäßig mit Messgeräten überdeckt (zwei Drittel der Erde sind Ozeane) ist, sind Lücken in diesen „Anfangswerten“. Zudem haben die Messgeräte oftmals auch Messungenauigkeiten.

„Das heißt die Startdaten die dann zum Berechnen der Prognose genutzt werden, haben bereits einen „Fehler“. Und dieser Fehler läuft dann in die Berechnung der Prognose ein und hat mit fortschreitender Zeit immer größere Auswirkungen. Schon kleine Ungenauigkeiten in den Messdaten können langfristig zu ganz verschiedenen Ergebnissen führen. Das Wetter ist nämlich ein chaotisches System.

Daher kommen von einer zur nächsten Berechnung oft ganz andere Ergebnisse zum Vorschein- zumindest ab dem fünften bis zu den siebten Tage! Die ersten drei bis vier Tage sind davon weniger betroffen. Hier ist die Prognose sehr genau und erreicht heutzutage bereits eine Trefferquote von 85 bis 95 Prozent“ erklärt Wetterexperte Jung.

Der aktuelle Weihnachtstrend 2014

Der Winter light hat sich nun zurückgezogen. Orkantief Alexandra bringt viel Wind und Regen. In Lagen über 600 bis 700 Meter fällt Schnee. Das freut die Mittelgebirge. Da wird Schnee auch dringend erwartet. Auf dem Brocken im Harz liegen gerade mal neun Zentimeter. Das ist wirklich wenig. Vor einem Jahr lagen dort um diese Zeit schon 30 Zentimeter, 2010 war es sogar schon ein Meter.

Service:

Das Wetter in Ihrer Region

Anfangs werden noch fünf bis zehn Grad erreicht. Doch schon am kommenden dritterAdventssonntag gehen die Höchstwerte auf null bis vier Grad zurück und es stellt sich wieder tolles Weihnachtsmarktwetter ein. In der Woche vor dem vierte Advent droht ab Mittwoch neuer Sturm. Dann kann es wieder ordentlich mild werden. Die Temperaturen würden auf sechs bis zwölf Grad ansteigen.

Der vierte Adventssonntag brächte dann aber schon wieder eine Abkühlung auf null bis vier Grad und besonders im Süden und Osten wäre Schneefall möglich. Es ist somit ein ständiges Auf und Ab in Sicht.

Aus heutiger Sicht würde es auch an den Weihnachtstagen nass-kalt bleiben. Die Luft erwärmt sich auf null bis vier Grad, im Süden könnte sogar am Tag leichter Frost herrschen. Dazu zeigen die Prognosen heute morgen für den 25. Dezember teils kräftigen Schneefall bis in tiefe Lagen.

„Aus heutiger Sicht sieht es damit für Schnee zum Fest gar nicht übel aus, aber Vorsicht: Das kann in wenigen Stunden schon wieder ganz anders aussehen. Dann gibt es die neuen Prognosen für die Weihnachtstage oder nennen wir es besser Wettertrend“ so Jung.

Pressemeldung Diplom-Meteorologe Dominik Jung / wetter.net

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