Bescheren uns die Eisheiligen jetzt Kälte?

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Wiesbaden - Die Eisheiligen stehen bevor. Aber wird es in den kommenden Tagen wirklich eisig kalt? Und vor allem: Wie wird er nun, der Sommer?

Vom 11. bis zum 15. Mai stehen die Eisheiligen im Kalender. Die Eisheiligen markieren noch mal einen letzten Kaltluftschub aus dem hohen Norden, bevor sich der Sommer immer mehr etablieren kann.

In der Tat kann man dieses Phänomen in vielen Jahren beobachten: pünktlich wird es zur Monatsmitte im Mai noch mal deutlich frischer, teilweise sogar mit schädlichen Nachtfrösten. Im Jahr 2011 gab es sogar in einigen Regionen Nachtfröste bis minus 7 Grad.

Service:

In der Landwirtschaft und im Weinbau hat das teilweise zu schweren Schäden geführt. Dieses Jahr wird es zwar auch wieder pünktlich zu den Eisheiligen deutlich frischer, allerdings ist in den nächsten Tagen höchstens stellenweise mit Bodenfrost oder auch mal leichtem Luftfrost (Frost in 2 Metern Höhe) rechnen. „Die Eisheiligen sind uns dieses Jahr gnädig gestimmt und bringen nur wenig Kälte. Nach dem langen und dunklen Winter haben wir uns das aber auch verdient“ erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Nebenbei sei noch erwähnt, dass sich der Zeitraum der Eisheiligen vor ein paar hundert Jahren verschoben hat. Damals gab es eine Kalenderreform. Daher wären die Eisheiligen heute eigentlich erst ein paar Tage spät anzusiedeln- grob gesagt: zwischen Mitte und Ende Mai. Aber in der kommenden Woche ist von den Eisheiligen schon nicht mehr viel zu sehen bzw. zu spüren.

Es wird täglich etwas wärmer und vor allem in Ostdeutschland kann sich sogar hochsommerliches Wetter einstellen. Nach Wochenmitte sind hier sogar Höchstwerte nahe der 30-Grad-Marke möglich – der Sommer nähert sich diesmal quasi aus Osteuropa!

Die Wetterentwicklung der kommenden Tage im Detail:

  • Samstag
  • Sonntag: mit 9 bis 17 Grad wird es ausgerechnet am Muttertag noch mal einen Tick frischer, dabei gibt es ein Gemisch aus Sonne, Wolken und Schauer.
  • Montag: im Nordwesten viele Wolken und immer wieder Regen, sonst zeitweise freundlich und trocken, 12 bis 20 Grad
  • Dienstag: im Nordwesten weiter nass, sonst ein Gemisch aus Sonne, Wolken und einzelnen Schauern, 13 bis 22 Grad
  • Mittwoch: mit 15 bis 25 Grad erleben wir im Osten schon wieder einen Sommertag, dazu wird es in der Osthälfte des Landes am freundlichsten, im Westen gibt es ab und zu Schauer
  • Donnerstag: nach Osten hin viel Sonne und Wärme, dort stellenweise 24 bis 27 Grad warm, nach Westen dagegen mehr Wolken und ab und zu Schauer, mit 17 bis 23 Grad etwas frischer
  • Freitag: im Osten bleibt es weiterhin sehr freundlich und warm, verbreitet werden dort 25 bis 28, in der Lausitz auch bis zu 30 Grad erwartet, im Westen dagegen weiterhin leicht wechselhaft. Zwar mit 18 bis 24 Grad auch recht warm, aber auch leicht wechselhaft

Die bisherige Maibilanz:

Der Mai war hier und da zwar leicht wechselhaft, hat sich aber dennoch mächtig ins Zeug gelegt. Bisher ist der Wonnemonat deutschlandweit ein Grad wärmer als im langjährigen Mittel der Jahre 1961 bis 1990. Das Regensoll hat er bisher zu 20 Prozent erfüllt und ist damit etwas zu trocken. Beim Sonnenschein brachte er es bisher deutschlandweit auf 56 Sonnenstunden und liegt damit derzeit leicht über dem langjährigen Mittel.

Der aktuelle Sommertrend 2013 „Der Langfristtrend geht für die Monate Juni bis August von einem deutlich zu nassen Süden aus.

Nicht nur Teile von Spanien, Südfrankreich und Italien könnten viel mehr Regen als üblich abbekommen, auch Süddeutschland würde nach den aktuellen Berechnungen im kommenden Sommer eher baden gehen“ kommentiert Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net die neusten Modellrechnungen.

Damit spricht einiges dafür, dass sich im kommenden Sommer oftmals eine Wetterzweiteilung einstellen könnte. Einem feuchten Süden würde ein überdurchschnittlich trockener Norden und teilweise auch Osten gegenüberstehen.

Niederschläge im Juni/Juli/August 2013 – Abweichungen vom langjährigen Normalwert

Wer sich bis jetzt noch nicht für einen Sommerurlaub entschieden hat, dem sei hier als kleine Entscheidungshilfe ein Urlaub ab Ost- oder Nordsee empfohlen. „Urlaub im Alpenraum könnte zeitweise eine ziemlich nasse Angelegenheit werden, denn auch für die Schweiz und Österreich sieht es nach einem überdurchschnittlich zu nassen Sommer aus“ sagt Wetterexperte Jung. Und in der Tat deutet die aktuelle Wetterlage bereits jetzt diesen Trend an.

Schon in den letzten Tagen war der Norden gegenüber dem Süden deutlich bevorzugt. So gab es im Mai in Hamburg schon 60 Sonnenstunden, während es in Augsburg gerade mal für 20 Stunden Sonne gereicht hat.

Beim Niederschlag sieht es dementsprechend ähnlich aus: noch kein Tropfen Regen in der Hansestadt, aber schon 16 Liter Regen pro Quadratmeter in Augsburg. Zudem gab es im süddeutschen Raum in den vergangenen Tagen schon mehrmals heftige Gewitter mit Starkregen und Hagel – diese Zweiteilung könnte also schon der erste Vorgeschmack auf den Sommer 2013 sein!

Aber keine Panik bei allen, die jetzt schon in den angesprochenen Gebieten Urlaub gebucht haben. „Nasser als normal“ bedeutet natürlich keinesfalls, dass es dort nun 3 Monate Dauerregen gibt. Es besagt nur, dass derzeit die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass dort der Sommer „unterm Strich“ nasser als in den letzten 30 Jahren ausfallen wird.

Ebenso besagt der Trend aber auch, dass der Sommer 2013 an den Küsten von Holland, Belgien und Deutschland trockener als üblich ausfallen könnte.

wetter.net

: erst sehr freundlich, später aus Westen neue Schauerwolken, lokal auch mit Blitz und Donner, 14 bis 20 Grad

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa/dpaweb

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