„Wir wollen unseren Pfarrer zurück!“

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Schönau am Königssee - Ruhig wurde es nach der Entlassung des Pfarrers in Schönau am Königssee, jetzt melden sich die Gläubigen deutlich zu Wort.

Als am Palmsonntag in der Gemeinde Schönau am Königssee Weihbischof Wolfgang Bischof vom Ordinariat München-Freising die Messe zelebrierte und den Gläubigen mitteilte, dass ihr Pfarrer ab sofort abgesetzt sei, war die Gemeinde geschockt. Gerüchte und Mutmaßungen machten sich breit, eine mediale Hetzjagd auf den Pfarrer begann.

Damals war das Urteil des Landesgerichts Innsbruck gegen den Pfarradministrator wegen „beharrlicher Verfolgung“ eines Kollegen (so die gesetzestechnische österreichische Bezeichnung) noch gar nicht rechtskräftig. Der Priester war vor Gericht geständig und gab sofort zu, anonyme Briefe und Telefonanrufe gegen den Tiroler Geistlichen getätigt zu haben und zwar weil er einem Dritten helfen wollte.

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Das Ordinariat München-Freising hat den Pfarrer nicht nur nicht unterstützt bei dem Bestreben, seinen guten Ruf in der Öffentlichkeit wiederherzustellen sondern es ihm, unter Androhung von Disziplinarstrafen und ohne Rücksicht auf seine gesetzlich verbrieften Rechte, verwehrt, sich gegen üble Nachrede und unwahre Sachdarstellungen zur Wehr zu setzen. Vollends auf Unverständnis bei den Bürgern stößt die Tatsache, dass der Amtskirche in München sogar der soziale Kontakt mit Bürgern seiner ehemaligen Pfarrgemeinde missfiel.

Die Bürger von Schönau am Königssee sind zutiefst enttäuscht und persönlich verletzt durch den Umgang der kirchlichen Obrigkeit in München mit ihrem verdienten und beliebten Seelsorger. „Wir lassen uns das nicht gefallen. Das hat nichts mit christlichem Verhalten zu tun und verstößt gegen rechtsstaatliche Prinzipien“, sagt eine junge Frau. Ein erfolgreicher Unternehmer der Gemeinde ergänzt: „Wenn wir unseren Pfarrer nicht zurück bekommen und das Ordinariat nicht bald versucht seinen guten Ruf wieder herzustellen, werden viele von uns aus der Katholischen Kirche austreten!“

Den Bürgern von Schönau am Königssee ist es ernst. In einer Bürger­initiative schreiben sie viele Briefe an Erzbischof Kardinal Reinhard Marx und äußern ihre tiefe Verärgerung. „Wir haben schon viel zu lange still und demütig gewartet, dass unser Pfarrer nach der angekündigten kirchlichen Untersuchung rehabilitiert und wieder eingesetzt wird. Stattdessen passiert nichts und das kirchliche Verfahren ist skandalös“, sagt eine Sprecherin der Bürgerinitiative.

An Häusern in Unterstein wurden jetzt Transparente aufgehängt mit der Aufschrift „Wir wollen unseren Pfarrer zurück“. Die Mehrheit der rund 4000 Katholiken in der oberbayerischen Gemeinde am malerischen Königssee kämpft nun um ihren Pfarrer von dem man nicht einmal genau weiß wo er, nach kurzfristig verfügter Räumung des Pfarrhauses, hingekommen ist.

Pressemitteilung PROJEKT-KOM

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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