Jetzt liest sich der Text ganz anders

Wirbel um Facebook-Beitrag von Polizei-Gewerkschaft - Tenor: Ausländer dürfen sich alles erlauben

Behauptungen, wonach Deutsche im eigenen Land nur noch Bürger zweiter Klasse wären, kennt man von Rechtspopulisten. Die GdP musste sich nun für einen ähnlichen Beitrag rechtfertigen. 

München - Hass und Hetze beherrschten besonders vor dem Bundestagswahlkampf die Kommentarspalten auf deutschen Facebook-Seiten. Ein Beitrag auf der Seite der Gewerkschaft der Polizei Oberbayern Süd blies von der Wortwahl nun ins selbe Horn. 

Mittlerweile wurde er zwar bearbeitet, das Regensburger Wochenblatt hatte jedoch einen Screenshot gesichert. Geteilt hatte die GdP Oberbayern Süd einen Focus-Artikel über kriminelle, arabische Clans in Berlin. Dazu schrieb der GdP-Mitarbeiter folgenden zynischen Text im Namen der Gewerkschaft: „‘Die Kapitulation unseres Rechtsstaats‘... irgendwie hat man mittlerweile das Gefühl, dass in Deutschland jeder machen kann, was er will - bis auf die Deutschen. Ach ja, wir haben ja eine besondere geschichtliche Verantwortung“. An Ende des Postings folgte noch der Aufruf: „Es wird Zeit, aktiv zu handeln!“ 

User empören sich über Facebook-Post

„Sprachrohr von Populisten“ oder „Pressestelle der AfD“: Viele Facebook-Nutzer empörten sich über diese Sätze, die man eher von einer AfD-Seite erwarten hättet - statt von einer Gewerkschaft von Bediensteten des Staates. 

Gegenüber der Süddeutschen Zeitung räumte der Vize-Landeschef der Gewerkschaft, Thomas Bentele, einen „Fehler“ ein. Der Beitrag sei eine „unschöne Sache“ und angeblich eine misslungene Satire gewesen. Der verantwortliche Mitarbeiter solle zukünftig besser darauf achten, „dass keine Schnellschüsse passieren“. 

Das Posting wurde nachträglich verändert. Nun steht dort nur noch „‘Die Kapitulation des Rechtsstaats?‘ Ein interessanter Artikel des Focus“. 

mag

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